32. Altes Forsthaus

Das Anwesen wurde 1589 von Herzog Ludwig, einem passionierten Jäger, erworben. Durch Um- und Neubau entstand das Fürstliche Jagdhaus (mit dem Erker) und das Herzogliche Forstamt (fiel dem Straßenbau zum Opfer). Beide Häuser waren durch ein Rundbogentor verbunden. Der Forstmeister, der hier seinen Sitz hatte, bestimmte, wann und wo die Leonberger z.B. als Treiber bei Hofjagden, der Ausbesserung von Jagdwegen oder dem Transport erlegten Wildes Dienst zu leisten hatten. Das Haus war daher bei den alten Leonbergern nicht allzu beliebt!

Im August 1615 zechten hier nach einer Jagd der herzogliche Vogt Lutherus Einhorn, Prinz Friedrich Achilles, dessen Leibbarbier Kräutlein und der Forstmeister. Die beiden Letzteren waren Brüder der Ursula Reinbold, die mit Katharina Kepler im Streit lag. Und so beschloss die betrunkene Gesellschaft zu vorgerückter Stunde, als Höhepunkt des Abends die "Keplerin" als Hexe anzuklagen. Dazu zog man in das Steinhaus (Nr.25), den Amtssitz des Vogts, und ließ mitten in der Nacht Katharina Kepler holen.