Mobilitätsbefragung: Welche Wege werden in Leonberg wie zurückgelegt?
Fast 2.500 Personen haben in Leonberg dokumentiert, welche Wege sie im Alltag zurücklegen. Die Ergebnisse der Modal-Split-Erhebung von 2023 zeigen das Mobilitätsverhalten der Leonbergerinnen und Leonberger. Anhand dieser passt das Referat für innovative Mobilität die Verkehrsplanung an die Bedarfe der Bevölkerung an. Vor allem die Verkehrsmittel und die Verkehrsleistung sind von Bedeutung.
Mobilitätsverhalten in Leonberg
Laut Modal-Split-Erhebung von 2023 legen Leonbergerinnen und Leonberger 57 Prozent aller Wege derzeit mit dem Auto zurück. Im Vergleich mit anderen Städten der Region sowie überregionalen Erhebungen besteht in Leonberg ein höherer Radverkehrsanteil (14 Prozent) und ein niedrigerer Fußverkehrsanteil (18 Prozent). Für elf Prozent der Wege nutzen Bürgerinnen und Bürger Öffentliche Verkehrsmittel.
Betrachtet man die Verkehrsleistung, also die mittleren Wegelängen der jeweiligen Verkehrsmittel, verlagert sich die Verteilung: Insgesamt 71 Prozent der Verkehrsleistung werden durch Autos erbracht. Auf Rad- und Fußverkehr entfallen 8 Prozent, auf den Öffentlichen Nahverkehr 21 Prozent.
"Wir haben mit der Erhebung eine fundierte Datengrundlage für Verkehrsmittel in Leonberg", so Jens Schneider, stellvertretender Leiter des Referats für innovative Mobilität. "Das Land Baden-Württemberg hat für die Verkehrswende Ziele definiert. Die Erhebung ermöglicht uns nun eine Überprüfung, wo Leonberg auf dem Weg zur Verkehrswende steht."
Auffällig ist, dass in Leonberg schon für recht kurze Wege das Auto verwendet wird. Während Menschen in anderen Städten häufig ab einer Distanz von etwa fünf bis zehn Kilometern das Auto nutzen, ist das in Leonberg bei vielen bereits bei Distanzen ab 2,5 Kilometern der Fall.
Welche Ziele haben die Leonberger?
57 Prozent der Wege erfolgen innerhalb Leonbergs, 43 Prozent außerhalb der Stadt. Dabei liegen die meisten Ziele außerhalb in Stuttgart, Ditzingen und Sindelfingen.
Die Erhebung veranschaulicht ebenfalls, zwischen welchen Stadtteilen sich Leonbergerinnen und Leonberger bewegen. Etwa 20.500 Wege pro Tag erfolgen zwischen Leonberg und Eltingen. Auch zwischen Eltingen und Ramtel (mehr als 5.800 Wege pro Tag) sowie Leonberg und Ramtel (knapp 5.400 Wege pro Tag) sind enge Verbindungen erkennbar. Anhand dieser Verflechtungen lassen sich Maßnahmen ableiten, welche Verkehrsachsen wie gefördert und gestaltet werden können.
Umweltverbund stärken
Arbeitswege werden derzeit vorrangig mit dem Auto zurückgelegt. Ziel soll sein, einen Teil dieser Wege auf den Umweltverbund zu verlagern, sodass mehr Wege zu Fuß, mit dem Rad, dem ÖPNV oder über Mitfahrangebote zurückgelegt werden.
Wie bewerten die Leonberger die Verkehrsinfrastruktur?
In Zusatzfragen hatten die Befragten die Möglichkeit, Verbesserungsbedarfe zu nennen. Häufigste Punkte waren hierbei der Zustand der Gehwege, der Ausbau des Radwegnetzes, die Trennung zwischen Rad- und Autoverkehr, die Taktung im Bus- und Umstiegszeiten beim Bahnverkehr. Das Parkplatzangebot und der Zustand der Straßen wurden in Bezug auf Autoverkehr am häufigsten bemängelt.
Über die Erhebung
An der Erhebung in Leonberg haben insgesamt 1.093 Haushalte und 2.422 Personen teilgenommen. Die Adressen wurden zuvor zufällig ausgewählt. Mit 4,9 Prozent lag die Beteiligung deutlich über den Anforderungen für repräsentative Ergebnisse. Die Befragten haben zum Stichtag im September 2023 ihre Wege dokumentiert und Fragen zur allgemeinen Verkehrsmittelwahl sowie der Verkehrsmittelverfügbarkeit beantwortet.
"Der Fragebogen war recht aufwendig auszufüllen. Dass trotzdem so viele Menschen teilgenommen haben, zeigt, dass sich die Leonbergerinnen und Leonberger für das Thema einsetzen und Interesse an Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur haben", so Jens Schneider. Die ausführlichen Ergebnisse und der Befragungsbogen sind im Ratsinfosystem einsehbar.