Zielsetzung
Gleichberechtigung im Verkehr
Es ist unüberseh- und spürbar, dass dem motorisierten Individualverkehr in Leonberg in der Vergangenheit ein zu großer Stellenwert eingeräumt wurde. Fußgänger und Fahrradfahrer haben in der Stadt oft das Nachsehen. Genau hier gilt es anzusetzen.
"Künftig müssen für alle Verkehrsformen die gleichen Spielregeln gelten. Sie müssen gleich gewichtet werden. Nur so erreicht man eine Innenstadt, die nach Zusammenleben und Verweilen ruft. Das ist Zukunft. Das ist grün. Das ist Leben", sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.
Attraktive Fußwege schaffen
Dafür muss zunächst der Fußverkehr durch eine kluge Funktionszuordnung bei den Gehwegen und Fahrstreifen gefördert werden.
Breitere Gehwege, grüne Bepflanzung und gemütliche Bänke sollen zum Verweilen einladen. Der Neuköllner Platz zum Beispiel soll größer und offener werden und dadurch einen echten Platzcharakter erhalten. Dafür müssen Straßen zurückgebaut oder verkleinert werden. Das schafft ein kinderfreundliches Umfeld und erleichtert ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter. Benötigt wird ein klug gespanntes Netz an Fußwegen, die vor allem die Strecken für Kinder, Jugendliche und Senioren sicherer machen. Durch eine optimierte Zuflusssteuerung mit besseren Ampelschaltungen in der gesamten Innenstadt fährt der Verkehr flüssiger – und für Fußgänger wie auch Radfahrer sicherer.
Zukunftsfähiges und sicheres Radnetz
Eine entscheidende Rolle spielt der Radverkehr. Ein gut ausgearbeitetes Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2013 gibt es bereits. Dieses soll zum einen auf die aktuellen Bedürfnisse und neuen Trends angepasst werden. Und zum anderen sind daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen. Zum Beispiel der Ausbau eines attraktiven und sicheren Radangebots in Eltinger und Brennerstraße sind dort festgehaltene Maßnahmen, die endlich umgesetzt werden sollen.
Durch die Entwicklung der E-Mobilität im Radverkehr rückt die Topografie Leonbergs zunehmend in den Hintergrund und der Radverkehr hat ein hohes Potenzial für kurze Wege die Verkehrsform Nummer eins in der Innenstadt zu sein. Das fördert die individuelle Gesundheit, reduziert Stau, Lärm und Abgase in der Stadt und begegnet damit ideal den aktuellen Herausforderungen des Klimwandels.
"Damit sich die Bürgerinnen und Bürger aber noch öfter auf den Drahtesel schwingen, müssen sie sich sicher fühlen", so Cohn. Dafür müssen sichere Radwege gebaut werden. Die "Stadt für Morgen" prägt den Grundsatz weniger Autos. Was im Falle Leonbergs aber nicht bedeutet, Autos gänzlich auszuschließen oder gar zu verbieten. Im Gegenteil – es geht darum ein ausgewogenes, den Bedürfnissen entsprechendes Mobilitätsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.
Verkehrswende für Klimaschutz
Die "Stadt für Morgen" ist ein Mega-Zukunftsprojekt. Wie viel Geld dafür aufgewendet werden muss, lässt sich heute noch schwer beziffern. Klar ist aber: Die Kosten sind keine Ausgaben, sondern Investitionen in die Zukunft Leonbergs, für deren Bürgerinnen und Bürger und die künftigen Generationen. Durch das sogenannte Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, kurz LGVFG, stehen für visionäre Projekte wie in Leonberg hohe Fördermittel bereit. Denn die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, der Luftsituation und des Lärmschutzes sind landes- und bundesweite Anliegen zur Bekämpfung des Klimawandels.
Bei den Klimazielen hinkt der Verkehrssektor weiterhin stark hinterher. Während andere Bereiche erste Erfolge bei der Reduktion von CO2-Emissionen verzeichnen können ist eine Reduktion im Verkehrssektor weiterhin in weiter Ferne. Für die Klimaziele des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg sind daher endlich konkrete Maßnahmen in den Kommunen umzusetzen.