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17.08.2022

Wilder Müll - ärgerlich, gefährlich und teuer für alle

Anstatt ihn in öffentliche Mülltonnen zu werfen oder zum Wertstoffhof zu bringen, wird immer mehr Müll auf öffentlichen Plätzen abgeladen. Häufig ist das nicht nur unappetitlich, sondern auch schädigend für Tiere und Umwelt.

Wilder Müll in Leonberg

 

Illegal entsorgt

Anrufe von verärgerten und besorgten Bürgerinnen und Bürgern erreichen das Ordnungsamt seit jeher. Seit April 2022 greifen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber immer häufiger ans Telefon. Der Grund: Menschen laden ihren Müll achtlos ab. Säcke voller Windeln oder Lebensmittel in der prallen Sonne sind keine Seltenheit. Tiere können an den Abfällen erkranken und Ratten angelockt werden. Am Straßenrand abgestellte Sofas werden zur Gefahr für Radelnde oder Eltern mit Kinderwagen. Auch das Leonberger Stadtbild wird durch den illegal abgelegten Müll verschlechtert.

Als Entsorgungsträger ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen unter anderem für das Einsammeln von Abfällen in den kreiseigenen privaten Mülltonnen und den Glas- und Dosencontainern zuständig. Bei der Leerung der städtischen Mülleimer sowie dem Entsorgen von wildem Müll im Stadtgebiet unterstützt jedoch der städtische Baubetriebshof etwa auf Straßen, öffentlichen Grünflächen, Spielplätzen und Friedhöfen. Der wichtige Einsatz und die Zusammenarbeit funktionieren schnell und unkompliziert.

Und dennoch: Wer Müll am Straßenrand oder im Wald ablädt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Wegwerfen oder Ablagern von Kleinstabfällen, wie es der Paragraf 21 der Polizeilichen Umweltschutzverordnung in Leonberg vorsieht, kostet die Verursacherin oder den Verursacher 55 Euro. Das vorsätzliche oder grob fahrlässige Entsorgen von illegalem Müll kann sogar bei besonders schweren Verstößen bis zu 100.000 Euro kosten. Auf Strafen würde die Stadt Leonberg aber gerne verzichten. Deshalb ist es wichtig zu sensibilisieren und die Menschen, die Wilden Müll abladen, an die Folgen zu erinnern. 

Jahresthema der Lokalen Agenda und Wettbewerb

Damit es gar nicht erst zu Wildem Müll kommt, beschäftigen sich Vereine, Institutionen und Behörden immer stärker mit dem Thema Müllvermeidung. Darunter etwa die Lokale Agenda Leonberg. Sie hat im Rahmen ihres Jahresthemas Müllvermeidung den Wettbewerb "Wegwerfen – ade!" ins Leben gerufen. Hierfür werden die kreativsten und effektivsten Ideen gesucht, wie Menschen Müll einsparen können. "Wir sind uns sicher, dass es viele Ideen gibt, wie wir alle weniger Müll produzieren können und dadurch unseren Planeten entlasten. Genau diese Ideen suchen wir", erklärt die Sprecherin der Lokalen Agenda Leonberg, Maria Zundel. Sie hat sich gemeinsam mit ihrem Stellvertreter, Rüdiger Beising, den Wettbewerb ausgedacht.

Für den Wettbewerb können alle denkbaren Medien eingereicht werden: Objekte, Videos, Fotos, Präsentationen, Songs und Vieles mehr. Der Wettbewerb richtet sich nicht an bestimmte Gruppen. Alle können mitmachen. Auch Kooperationen sind möglich. Der Wettbewerb läuft bis zum 1. Oktober 2022. Die Gewinner von "Wegwerfen – ade!" werden in der Agenda-Vollversammlung im November geehrt. Mitmachen lohnt sich: Es winken attraktive Preise im Wert von 4.000 Euro.

Wer mitmachen möchte, meldet sich bei Susanne Halfar im Bürgerzentrum per E-Mail unter s.halfar@leonberg.de. Für mehr Informationen stehen Maria Zundel unter mariazundel2@gmail.com oder Rüdiger Beising unter ruediger.beising@t-online.de zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der städtischen Webseite unter www.leonberg.de/Lokale-Agenda-2030 zu finden. 

Tipps zur Müllvermeidung

Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundesumweltministeriums "Wertschätzen statt Wegwerfen" werden Punkte aufgegriffen, die jede Bürgerin und jeder Bürger beherzigen kann. Ein Auszug:

  • Reparieren statt neu kaufen – etwa das Fahrrad im Repair Café Leonberg.
  • Verpackungsmüll vermeiden und lieber Mehrzweckbecher nutzen.
  • Müll sortieren und Wertstoffhöfe nutzen, um den Hausmüll gering zu halten.
  • Möbel verschenken oder verkaufen und eine Selbstabholung vereinbaren.