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20.07.2022

Große Resonanz beim Unternehmensempfang

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Leonberg hat nach pandemiebedingter Zwangspause wieder Leonberger Unternehmerinnen und Unternehmer zum jährlichen Empfang eingeladen. Ein Fachvortrag beleuchtete den Fortschritt auf dem neuen BOSCH-Campus und ein Whitelist-Hacker zeigte, wie simpel es ist, Firmen zu hacken. 

Unternehmensempfang 2022

© Sebastian Küster

 

Netzwerken inklusive zweier Fachvorträge

Man nehme die Suchmaschine Google, ein beliebiges Unternehmen und eine große Zahl an Maildressen – schon können Hacker, also digitale Eindringlinge, in Computersysteme, auf persönliche Daten zugreifen. Was sich erschreckend einfach anhört, ist es auch in der Realität. Der sogenannte Whitelist Hacker Marco Di Filippo nahm die Gäste des Unternehmensempfangs am Dienstagabend in der Stadthalle im Rahmen seines Vortrags "Wie sicher ist Ihr Unternehmen? Live Hacking: Cyberangriffe erleben und verstehen" mit auf eine Reise in digitale Untiefen. Ziel des Live-Hacking-Angriffs war nach Abstimmung im Publikum der Energieversorger EnBW. Es dauerte nur wenige Minuten, bis sich der Experte über verschiedene Tools und Internetadressen, Mails und Passwörter in empfindliche Bereiche des Unternehmens vordrang. Selbstverständlich stoppte Di Filippo die beeindruckende Vorstellung, bevor seine Aktion tatsächlich Schaden anrichten konnte. Im Verlauf seines kurzweiligen Vortrags klärte Di Filippo außerdem über Phishing-Mails, Malware und Computerviren aller Art auf. "Ohne den Faktor Mensch kann ich noch so gut hacken – ich habe keine Chance. Ich muss auf einen Fehler einer Person warten. Fallen Sie also bitte nicht auf die Tricks der Hacker rein, klicken Sie keine Links, die Sie nicht kennen und ändern Sie regelmäßig Ihr Passwort", so Di Filippo.

Kurz zuvor beeindruckte Matthias Buck die rund 130 Zuschauerinnen und Zuschauer. Buck leitet die Abteilung Cross-Domain Computing Solutions bei BOSCH und stellte in einer Präsentation vor, welche Pläne die Firma in Leonberg verfolgt. Am Standort in der Engelbergstadt wird Pionierarbeit geleistet. Nicht umsonst bezeichnet das Unternehmen Leonberg als Silicon Valley der Fahrerassistenz. Zum Produktportfolio des Geschäftsbereichs zählen zum Beispiel Umfeldsensoren, Fahrzeugcomputer, Fahrerassistenz- und Innenraumbeobachtungssysteme und Systeme für das automatisierte Fahren und Parken. Auf dem großen Areal entsteht dafür ein sechsstöckiges, offenes Gebäude mit zwei Innenhöfen und einem Atrium. Zu dem Standort zählt unter anderem eine öffentliche Kita, ein Co-Working-Space und Restaurants.

"Der Unternehmensempfang war nach langer Zeit wieder notwendig, um den Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik zu festigen. Der Vortrag von Whitelisthacker Marco Di Filippo zeigte auf beeindruckende Art und Weise, wie gläsern und angreifbar der Mensch in der digitalen Welt ist. Matthias Buck führte die Zuhörerinnen und Zuhörer an den neuen Standort in der Poststraße heran, auf dessen Entwicklung die Stadt Leonberg sehr stolz ist", sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. Wirtschaftsförderer Benjamin Schweizer stimmt zu. "Ich bin sehr froh, dass der Unternehmensempfang endlich wieder stattfinden konnte und wir den Firmen eine Plattform zum Austausch gegeben haben. Die Wirtschaft und die Industrie waren durch Corona stark gebeutelt, jetzt führt der Krieg in der Ukraine zu Lieferschwierigkeiten. Vom Fachkräftemangel ganz zu schweigen. Dennoch haben wir beim Unternehmensempfang gezeigt, dass wir als Stadt an der Seite der Unternehmen stehen und auch künftige Krisen gemeinsam meistern werden", so Schweizer.