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17.06.2022

Wann und warum wehen Flaggen vor dem Rathaus?

Vor dem Rathaus am Belforter Platz wehen für verschiedene Anlässe bestimmte Flaggen – aber welche sind das überhaupt? Und wann hängt eine Fahne auf Halbmast? 

Sonderbeflaggung: Die ukrainische Flagge wehte einige Wochen vor dem Rathaus am Belforter Platz.

Sonderbeflaggung: Die ukrainische Flagge wehte einige Wochen vor dem Rathaus am Belforter Platz.  | © Leila Fendrich

 

Historischen Ereignissen gedenken

Laut Verwaltungsvorschrift des Staatsministeriums Baden-Württemberg werden Verwaltungsgebäude zu bestimmten Anlässen entsprechend beflaggt. Es gibt jährlich wiederkehrende Termine, zu denen an Rathäusern bestimmte Fahnen wehen.

Die bundesweit einheitlichen Termine für die Beflaggung regelt der Erlass der Bundesregierung über die Beflaggung der Dienstgebäude. Am Freitag, 17. Juni, werden das nächste Mal die Flaggen gehisst.

Dann wird wieder an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnert, als Ostdeutsche für die Senkung von Arbeitsnormen, die Freilassung politischer Häftlinge, der Rücktritt der SED-Regierung, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands protestierten.

Am 20. Juli jährt sich das Attentat auf Adolf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze. Die "Operation Walküre" von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg misslingt. Die deutsche Flagge erinnert daran. Sie weht auch am Tag der deutschen Einheit, am 3. Oktober.

Die europäische sowie die deutsche Fahne wehen vor dem Rathaus am Volkstrauertag auf Halbmast, ein stiller Feiertag, der zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen wird.

Auch wenn Wahlen anstehen, werden Flaggen gehisst. Die schwarz-rot-goldene Fahne begleitet den Wahlvorgang zur Bundestagswahl.

Auf Halbmast wehen die europäische und die deutsche Flagge auch am 27. Januar, wenn den Opfern des Nationalsozialismus gedacht wird. Am 11. März wird ebenfalls mit der sogenannten Trauerbeflaggung auf Halbmast, gemeinsam mit der baden-württembergischen Flagge, den Opfern terroristischer Gewalt gedacht. Seit 2005 gibt es diesen europaweiten Gedenktag, der nach den Anschlägen in Madrid vom 11. März 2004 eingeführt wurde.

Am 23. Mai wird die Verkündung des Grundgesetzes im Jahr 1949 mit der Deutschlandfahne gefeiert.

Neben den festen, wiederkehrenden Tagen, gibt es auch Sonderbeflaggungen, die meist auch vom Land angeordnet sind. Genaue Vorschriften bestimmen auch, wann und wie Flaggen gehisst werden. Die Beflaggung beginnt bei Tagesanbruch, jedoch nicht vor 7 Uhr, und endet bei Sonnenuntergang. Erstreckt sich die Beflaggung über mehrere Tage, so sind die Flaggen bei Sonnenuntergang einzuholen und am Morgen wieder zu hissen.

Bei Trauerbeflaggung werden die Fahnen zunächst voll gehisst und unmittelbar anschließend auf halbmast gesetzt. Soweit Flaggen nicht auf halbmast gesetzt werden können, sind sie mit einem Trauerflor zu versehen.