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03.06.2022

Gedenksteine für Schiller und Schelling auf dem Engelberg saniert

Die Gedenksteine zu Ehren von Friedrich Schiller und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling am ehemaligen Wartturm auf dem Engelberg aus dem Jahr 1895 wurden restauriert. Zuletzt war die Schrift schlecht lesbar, da die Steine mit Moos bewachsen waren. Die Kosten für die Aufbereitung übernahmen Bürgerinnen und Bürger. 

Die Inschriften auf den Gedenksteinen am Engelberg sind nun wieder lesbar.

Die Inschriften auf den Gedenksteinen am Engelberg sind nun wieder lesbar.  | © Stadtverwaltung

 

Gedenk-Inschriften wieder leserlich

Seit Kurzem sind die Inschriften "Schiller Linde 1888" und "Schelling Linde 1888" an den Gedenksteinen auf dem Engelberg wieder lesbar. Sie ergänzen die beiden Linden, die im Jahr 1888 zu Ehren der beiden mit Leonberg verbundenen Geistesgrößen gepflanzt worden sind.

Die Steinmetz-Werkstatt Ludmann fertigte die schönen Findlinge im Jahr 1895 an. Sie kamen aus den Steinbrüchen im Glemstal. Anschließend stellte sie der "Verschönerungs-Verein" auf. 

Nur möglich mit Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern

Alfred Zepf hat sich für die Restaurierung der beiden Findlinge eingesetzt. Der Leonberger finanzierte die Erneuerung gemeinsam mit anderen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Jahrgang 1934 und 1935. 

Weitere Gedenksteine auf dem Engelberg

Nicht nur zu Ehren von Schiller und Schelling wurden Steine aufgestellt, auch der langjährige Vorsitzende des Liederkranzes, Sigmund Lindenberger, erhielt nach seinem Tod 1907 einen Gedenkstein am damals noch baumfreien Aussichtspunkt „Sängerlust“. Weitere Gedenksteine erinnern an das große Sängerfest von 1879 und an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Sänger des Strohgäusängerbunds. Außerdem wurde zur Erinnerung an die Vermählung des württembergischen Kronprinzenpaares Wilhelm und Charlotte im Jahr 1886 ein Stein aufgestellt. Dieser muss ebenfalls saniert werden. Genau wie bei Schiller und Schelling liegt Alfred Zepf auch diese Instandsetzung sehr am Herzen. Warum? In seiner Schulzeit kam er auf dem Weg zum Kinderfest am Stein für Wilhelm und Charlotte vorbei. Diese schönen Erinnerungen sind bis heute geblieben. 

Die Verbindung von Friedrich Schiller zu Leonberg

Elisabeth Schiller, Mutter des Dichters Friedrich Schiller, verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Leonberger Schloss. Die Witwe lebte hier zunächst noch zusammen mit ihrer Tochter Louise, bis diese heiratete und mit ihrem Mann nach Cleversulzbach zog. Ihr Sohn Friedrich Schiller unterstützte sie finanziell. Nach ihrem Tod im Jahr 1802 kümmerte sich das Leonberger Waisengericht um das Erbe. Aus dieser Zeit befindet sich ein Schriftstück mit Schillers Unterschrift im Leonberger Stadtarchiv. 

Die Verbindung von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling zu Leonberg

Schelling ist im Jahr 1775 als Pfarrerssohn in Leonberg geboren und wohnte bis zu seinem zweiten Lebensjahr in der Engelbergstadt. Der hochbegabte Schelling studierte in Tübingen Philosophie. Ein wichtiges Werk Schellings war seine „Naturphilosophie“, worin er die Welt als fortwährenden Schöpfungsprozess und damit als Manifestation des Göttlichen charakterisierte. 

Hintergrund

Seit rund 200 Jahren ist der Engelberg ein Ort für Aktivitäten. Schon früher kamen Bürgerinnen und Bürger hierher, um sich zu erholen oder auf der Festwiese zu feiern. Sängerfeste wurden veranstaltet, das traditionelle Kinderfest neu belebt. In einem Blockhaus wurde eine Sommerwirtschaft betrieben.