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17.05.2022

Klausurtagung von Gemeinderat und Stadtverwaltung

Die Leonberger Gemeinderäte sowie Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung zogen sich von Freitag, 13. Mai, bis Sonntag, 15. Mai, in das Tagungshotel Aramis in Gäufelden, zurück. Bei einer Klausurtagung im Süden des Landkreises Böblingen sollten trotz unterschiedlicher politischer Einstellungen gemeinsame Ziele für die Zukunft der Engelbergstadt entwickelt werden. Neben spannenden Diskussionen und intensiver Gruppenarbeit kamen die Stadträtinnen und Stadträte mit der Verwaltungsspitze beim Abendessen ins persönliche Gespräch. Das Ergebnis der dreitägigen Tagung ist vielversprechend.

Klausurtagung von Gemeinderat und Stadtverwaltung

© Sebastian Küster

 

Klausurtagung in Nebringen

Braucht Leonberg einen Bevölkerungszuwachs? Was wäre dafür notwendig? Wie schafft es die Engelbergstadt Autos, Fußgängerinnen, Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr gleich zu gewichten? Welche Wohnformen schaffen genügend Platz und sind dennoch ansehnlich? Und was ist nötig, um den angesiedelten Unternehmen beste Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg zu schaffen? Diese und weitere Fragen sollten bei der Klausurtagung des Gemeinderats mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, darunter etwa Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, Erste Bürgermeisterin Josefa Schmid und Baubürgermeister Klaus Brenner, beantwortet werden. 

"Wir alle wollen Leonberg fit für die Zukunft machen"

Klar ist, dass Details bei der Umsetzung unterschiedlich bewertet werden, weil die politische Farbpalette im Gemeinderat groß ist. "Das war aber auch gar nicht das Ziel dieser Klausurtagung", sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. Vielmehr wolle man sich auf eine gemeinsame Strategie konzentrieren, "auf die sich alle Mitglieder des Gemeinderates einigen können. Denn wir alle wollen Leonberg voranbringen und fit für die Zukunft machen. Das hat man bei der Klausur eindeutig gespürt", so Cohn.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, führten die Organisatoren der Veranstaltung, das Büro Reschl Stadtentwicklung, zu Beginn in die Bevölkerungszahlen sowie die demographische Entwicklung der Vergangenheit, der Gegenwart und möglichen Zukunft ein. Darauf aufbauend schärfte sich der Blick auf die Themen Wohnen und Wirtschaft, Mobilitätswende, "Stadt für Morgen", den Flächennutzungsplan #Leonberg2040 sowie Finanzen und Haushalt. Die Ausarbeitung und Diskussion erfolgte in der Regel in kleineren Gruppen. Zwischen vier und zehn Gemeinderäte tauschten sich dabei fraktionsübergreifend über Wünsche und Vorstellungen aus, die anschließend auf Tafeln schriftlich festgehalten wurden. Die Gruppearbeit dauerte zwischen 30 und 45 Minuten. Ein Mitglied jeder Gruppe, die bei jedem Thema neu ausgelost wurden, stellte die Ergebnisse im Plenum vor. Danach konnten Fragen gestellt werden. 

Gemischte Gewerbegebiete schaffen?

Ein Beispiel für eine lebhafte Debatte, bei der sich dennoch alle Stadträtinnen und Stadträte wiederfinden konnten, war das Gewerbegebiet der Zukunft. Wo früher die Flächen noch streng voneinander getrennt gedacht und geplant wurden, könnte es künftig zwar Schwerpunkte geben, gleichzeitig aber trotzdem eine campusartige Durchmischung stattfinden. Wie das gelingen kann? Indem sich etwa kleine Gastronomiebetriebe inmitten eines Gewerbegebiets ansiedeln, käme es dort automatisch zu einem Austausch unterschiedlicher Unternehmer, die in der Vergangenheit wenig bis gar keinen Kontakt pflegten, weil es eigentlich keine wirtschaftlichen Berührungspunkte gab.

Neben der kommunalpolitischen Arbeit sollte aber auch der private Austausch bei gemütlichem Beisammensein nicht zu kurz kommen. "Durch die Klausurtagung haben wir es geschafft die teils unterschiedlichen Sichtweisen eines anderen Gemeinderatsmitglieds noch besser nachzuvollziehen. Ich bin mir sicher, dass wir daher künftig noch besser und enger zusammenarbeiten werden", sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.

Die Ergebnisse der Klausurtagung sollen daher nicht verloren gehen. Das Planungsbüro Reschl wird nun die Vorschläge zusammentragen und in einem Dokument verschriftlichen. "Auf diese Weise können wir uns in Zukunft genau daran erinnern, welche Ziele wir uns setzen wollen. Im Gemeinderat ringen wir zwar häufig mit uns selbst und vor allem dem politischen Gegner. Denn der Weg zum Ziel kann manchmal unterschiedlich bewertet werden. Uns darauf zurückzubesinnen, dass wir Leonberg voranbringen wollen – das hat uns die Klausur gelehrt", sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.