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07.02.2022

Renate Strauss kämpft für mehr Teilhabe von Frauen

Nachhaltigkeit, Naturschutz, Fairer Handel – in Leonberg sind das keine Worthülsen. Hier erwecken Menschen Werte zum Leben.  Im Jahr 2021 verpflichtete sich die Verwaltung selbst die 17 Ziele auf kommunaler Ebene umzusetzen. Bis heute ist viel passiert. In der Serie „Lokale Agenda leben“ stellt die Stadtverwaltung Protagonisten vor, die ihren Alltag der Lokalen Agenda verschrieben haben. Im sechsten Teil berichtet Renate Strauss über ihr Engagement in der Frauengruppe. 

Lokale Agenda für Frauen

 

Wenn Renate Strauss an die erste Vollversammlung der Lokalen Agenda von 22 Jahren in Leonberg zurückdenkt, fühlt die 76-Jährige noch heute ihren wilden Herzschlag: „Ich habe vor dem Mikrofon den gut 100 Interessierten erklärt, weshalb ein ganz bestimmter Satz wichtig war: „Die Mitwirkung von Frauen und Jugendlichen ist ausdrücklich erwünscht.“ Und sie soll recht behalten. Denn bis heute ist es in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens immer noch nicht selbstverständlich, dass Frauen gegenüber Männern gleichberechtigt sind.

Von Anfang an Mitarbeit von Frauen bei der Lokalen Agenda

In Leonberg hat sich schon im Herbst 1998 gleich nach der Zustimmung des Gemeinderats zur Gründung der Lokalen Agenda eine Frauengruppe zusammengefunden. Die eigentliche Arbeitsgruppe "Frauen für Gleichberechtigung" fand aber erst im Jahr 2010 zueinander. Der Anlass: die Abschaffung der Gleichstellungsstelle in Leonberg.

Aktive Frauen aus Organisationen und dem Gemeinderat, die vorher in deren Frauennetzwerk aktiv waren, wollten diese Arbeit nicht aufgeben und beschlossen deshalb, das Netzwerk ehrenamtlich fortzuführen. "Auch, wenn es Frauen in Deutschland heute viel bessergeht als in vielen anderen Ländern, so merkt doch jede Frau im Laufe ihres Lebens, dass Gleichberechtigung noch nicht erreicht ist. Wir wollen mit Informationen, Veranstaltungen und Aktionen darauf hinweisen, wie Gleichstellung weiter vorangebracht werden kann", sagt Renate Strauss.

Mehr Frauen in politischen Gremien

Neben einem Newsletter gibt es einen Flyer mit wichtigen Adressen für Hilfsangebote im Umkreis. Auch Inhalte zur Frauenbewegung und Frauensprache werden notiert. "Eine unserer wichtigsten Forderungen ist aber die Erhöhung des Frauenanteils in politischen Gremien. Deshalb wurden wir vor Wahlen immer besonders aktiv", sagt Renate Strauss.

Zum Beispiel im Jahr 2013. Gemeinsam mit Maria Zundel, der Vorsitzenden der Lokalen Agenda 2030 in Leonberg, bot Strauss in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Stadtverwaltung Leonberg eine Seminarreihe für Frauen an. Darin wurden Grundlagen zur Kommunalpolitik an über 20 Teilnehmerinnen vermittelt. "Das Seminar wurde so positiv angenommen, dass wir uns entschlossen, es 2018 zu wiederholen", so Strauss. Zusätzliche Infoabende mit Kandidatinnen für den Gemeinde- oder Ortschaftsrat halfen beim Ziel, den Frauenanteil in diesen Gremien zu erhöhen.

Und das ist längst nicht alles. "Im Vorfeld zu 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019 beteiligten wir uns 2018 an einer Sonderausstellung des Stadtmuseums und an mehreren Erzählcafés mit Gemeinderätinnen. Im April 2018 organisierten wir in der Steinturnhalle zusammen mit FRIDA - einer Initiative von Kommunalpolitikerinnen des Landkreises zur Gewinnung von Frauen für kommunale Gremien - eine Veranstaltung unter dem Titel 'Frauen wählen!' mit Begrüßung durch den Oberbürgermeister, Kurzvorträgen zu 100 Jahre Frauenwahlrecht und Gesprächen mit Leonberger Kommunalpolitikerinnen aus allen Fraktionen", erzählt Strauss aus der Vergangenheit.

Das Ziel: Gleichberechtigte Teilhabe auf allen Gebieten

Vor der Corona-Pandemie gab es jedes Jahr im November zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen eine Veranstaltung gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern. Dabei ging es nicht nur um Hilfsangebote im Umkreis bei häuslicher Gewalt, sondern auch um Cybergewalt, angstfreie Räume oder strukturelle Gewalt.

"In diesem Jahr sowie bereits 2020 und 2021 macht uns die Pandemie unsere Arbeit aber wahrscheinlich wieder schwer. So gut digitale Angebote sind, sie sind eben nur ein Ersatz für echte Begegnungen. Deshalb hoffen wir, dass wir uns bald wieder treffen können", sagt Renate Strauss.  Inzwischen verfolgt die Frauengruppe der Lokalen Agenda ein nächstes Etappenziel: Die Wiederbesetzung der Gleichstellungsstelle. Sie soll dazu beitragen, dass nicht das Geschlecht die Rollenverteilung bestimmt, sondern individuelle Fähigkeiten und eigene Vorstellungen, damit für Frauen und Männer ein Leben mit Familie und Beruf möglich und selbstverständlich ist.

 

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