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07.10.2021

Filmabend im Spitalhof: Jugendspielclub präsentiert Kafkas Schloss 

Der unvollendete Roman bietet immer wieder Stoff für neue Bühnen- und Filmproduktionen. Auch der Jugendspielclub Leonberg widmet sich in einer filmischen Arbeit dem berühmten Werk Franz Kafkas.

Das junge Ensemble rund um Swantje Willems hat sich dem Text künstlerisch angenähert und präsentiert sein Filmdebüt am Samstag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr im Theater im Spitalhof. Am Klavier Christian Knebel. Er spielt Werke von Franz Grothe, George Gershwin und anderen. Karten gibt es im i-Punkt und bei Reservix

Kafkaesk

© Swantje Willems

 

Neues Format

Auch wenn die Pandemie im Kulturbetrieb vieles zum Erliegen gebracht hat, eines hat sie mit Sicherheit bewirkt: das ständige Suchen und Finden neuer Formate. Eine junge Theatergruppe, die nicht proben kann, steht vor großen Herausforderungen. Im digitalen Raum, der notgedrungen aufgesucht wurde, entstand Anfang des Jahres die Idee, das literarische Werk Kafkas so zu bearbeiten, dass ein Film an verschiedenen Orten Leonbergs gedreht werden kann. Herausgekommen ist eine halbstündige kurzweilige Deutung des eigenwilligen Textes, der 1922 entstand und posthum erschienen ist.

Eine undurchschaubare Macht

Kafka schildert in "Das Schloss" eine skurrile Welt, die von einer undurchschaubaren Macht gesteuert wird. Schauplatz ist ein Dorf, das zu Füßen eines Schlosses liegt und von dort aus beherrscht wird. Der Fremde namens "K." steht im Mittelpunkt der Handlung. Er ist von weither angereist, einer angeblichen Einladung folgend, und will als Landvermesser arbeiten. Alle Versuche, mit der Schlossbehörde in Kontakt zu kommen, scheitern. Und allmählich beginnt K., sich wie die anderen Dorfbewohner der Macht des Schlosses zu beugen.

Gedreht an einem einzigen Tag

Leonberg ist das Setting für die eigenwillige filmische Adaption. Marie Brügger, Anika Bühler, Leander Reimann, Lisa Roller und Tamara Stalmach, die fünf Schauspielerinnen und Schauspieler des Spielclubs "D!E vögel", präsentieren darin ihre Sicht auf den Roman: Sie erzählen von Freiheit und Zwang, von Liebe und Selbstbestimmung. Im Film werden markante Situationen des Romans, Begegnungen und Konflikte der Protagonisten zu kurzen Sequenzen an unterschiedlichen Orten bespielt. Schauspieler des Theater Pforzheims, Anne-Kathrin Lipps und Bernhard Mandl, ergänzen als Gäste das junge Ensemble.

Sprecher Sascha Mey fügt mit Kafkas Originaltext alles zusammen. Dass alles mit wenigen Mitteln und in kurzer Zeit entstanden ist – gedreht an einem einzigen Tag, das Ensemble agiert mit einer Probe und somit nahezu spontan – ist zwar aus der Not geboren, wirkt aber dennoch mehr als Stilmittel denn als Kompromiss. 

Musik der zwanziger Jahre

Nicht nur in Roman und Film klingen die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts an. Auch das musikalische Rahmenprogramm des Filmabends greift den Entstehungszeitraum des "Schlosses" auf. Rund um die Filmvorführung wird der Pianist Christian Knebel mit Werken von Franz Grothe, George Gershwin und anderen die Zwanziger musikalisch aufleben lassen; mit all ihren Facetten und Widersprüchlichkeiten.

Knebel ist ein Teil des Duos Borota & Knebel. Die Faszination für das vierhändige Klavierspiel führte 1990 die Pianisten Ljiljana Borota und Christian Knebel zusammen. Das Duo beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit unedierten und wenig bekannten Werken namhafter Meister des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Einspielungen sorgen international für Anklang, Tourneen durch Deutschland, Osteuropa und Lateinamerika gehören zu den wichtigsten Konzertterminen des Duos.

Die Zwanziger Jahre

Die Folgen des ersten Weltkriegs dominierten die erste Hälfte der Zwanziger Jahre. Reparationen und Gebietsverluste, verkrüppelte Kriegsheimkehrer, Inflation und Existenznöte auf der einen, Putschversuche, Massenstreiks und Aufstände auf der anderen Seite sind prägend für diese Zeit. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts findet eine Beruhigung statt und die sogenannten Goldenen Zwanziger und die damit verbundene Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft brechen an.

Der Jugendspielclub "D!E vögel"

Seit 2017 sorgt die junge Theatergruppe mit seinen Produktionen für Aufsehen. Organisiert durch das Amt für Kultur und Sport und unter der Leitung von Swantje Willems, Theaterpädagogin und Leiterin der Sparte Junges Theater des Theaters Pforzheim beeindruckten die Schauspieler zuletzt mir George Orwells "1984" ihr Publikum.

Das Ensemble probt jeden Dienstag von 18 bis 19.30 Uhr im Theater im Spitalhof.

Ab 9. November sind neue Spielerinnen und Spieler im Alter von 13 bis 21 Jahren willkommen.

Interessierte Jugendliche melden sich beim Amt für Kultur und Sport, Katja Rohloff, unter Tel. (07152) 9901423 oder k.rohloff@leonberg.de.



... weitere Veranstaltungen sind in Planung ...
 

 

Kontakt

Frau Katja Rohloff
Sachgebietsleitung Kultur
Amt für Kultur und Sport

Belforter Platz 1
71229 Leonberg
 
Telefonnummer 07152 990-1423

Faxnummer 07152 990-1490





Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Belforter Platz 1
71229 Leonberg
 
Telefonnummer 07152 990-1011

Telefonnummer 07152 990-1020



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