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28.05.2021

Eberhard Röhm mit Bundesverdienstkreuz geehrt 

Sein ganzes Leben beschäftigte sich Eberhard Röhm aufopferungsvoll mit dem 2. Weltkrieg. Auch im hohen Alter hält der Leonberger die Erinnerungen an das Martyrium wach.

Eberhard Röhm bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes (Foto: Stadt Leonberg, Sebastian Küster)

Eberhard Röhm bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes (Foto: Stadt Leonberg, Sebastian Küster)

 

Oberbürgermeister überreicht Bundesverdienstkreuz

Um diese besonderen Verdienste zu würdigen, erhält Röhm das Bundesverdienstkreuz. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn überreichte es in kleiner Runde, coronakonform, und dennoch feierlich, am Dienstag, den 11. Mai im großen Sitzungssaal im Rathaus.

"Eberhard Röhm hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass die schrecklichen Taten im 2. Weltkrieg bei den Leonbergerinnen und Leonbergern immer präsent sind. Dafür gebührt ihm unser Dank", sagte Oberbürgermeister Martin Georg Cohn bei der Übergabe. Das Bundesverdienstkreuz sei ein Symbol für die Anerkennung der außergewöhnlichen Dienste.

Röhm kämpfte vor allem mit Authentizität gegen das Vergessen. Denn er ist einer der wenigen Zeitzeugen, die von ihren Erlebnissen des Holocaust berichten können. "Sie, Herr Röhm, sind einer der Menschen, die auf besondere Weise dafür sorgen, dass es niemals wieder zu solch einem Kapitel in der Menschheitsgeschichte kommen darf. Sie wurden nie müde zu erinnern. Und wenn ich Sie heute ansehe, bin ich mir sicher, dass Sie auch noch viele Jahre Einsatz zeigen werden", so Cohn.

Gründer der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg

Eberhard Röhm gründete 1999 die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg.

Das Engagement wurde belohnt. Seit Juni 2008 besteht etwa im alten Engelbergtunnel eine Dokumentationsstätte zur Geschichte von Konzentrationslagern. Der Verein ist dank Röhm nach und nach zu einer Institution in Leonberg gewachsen. Auch über die Stadtgrenzen hinaus ist er für seinen Einsatz bekannt geworden. Die Initiative ist Mitglied im Verbund der Gedenkstätten des ehemaligen KZ-Komplexes Natzweiler und wurde 2018 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

"Eigentlich haben wir uns als Jugendliche damals geschworen nie wieder Uniformen oder Auszeichnungen zu tragen, sondern Menschen zu sein", erzählt Eberhard Röhm mit dem Bundesverdienstkreuz in der Hand. "Aber natürlich freue ich mich jetzt trotzdem sehr darüber. Diese Würdigung steht nicht nur für mich. Sie steht für das Wirken vieler. Ich war immer ein Teamarbeiter. Ohne Mitstreiter wäre das alles nicht möglich gewesen", sagt Röhm.

Im Verbund konnte er viele Kontakte zu überlebenden KZ-Häftlingen in der ganzen Welt knüpfen, die noch heute bestehen. Über diese Menschen und ihre Begegnung schrieb er viele Bücher und Broschüren. Zum Beispiel eine Biografie über den ehemaligen KZ-Häftling Ernst Bornstein, die vor drei Jahren im Haus der Begegnung, in Anwesenheit der Familienangehörigen, vorgestellt wurde.

Stationen aus seinem Leben

Röhm wuchs in Stuttgart-Zuffenhausen mit fünf Geschwistern auf. Er ist Vater von vier Kindern, studierte Theologie in Tübingen. Ab dem Schuljahr 1960/1961 unterrichtete er Religion am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Leonberg. Und nicht nur das. Röhm unterstützte in dieser Zeit junge Menschen, die vorhatten den Kriegsdienst zu verweigern.

1972 nahm er die Stelle des Dozenten am Pädagogisch-Theologischen Zentrum der Württembergischen Landeskirche an und kämpfte auch hier gegen das Vergessen. 1981 etwa organisierte Eberhard Röhm hier die Ausstellung "Evangelische Kirche zwischen Kreuz und Hakenkreuz".

1993 folgte die Pensionierung. Stiller Genießer war Röhm aber nie - auch nicht als verdienter Pensionär. Sein Einsatz in der Bürgerinitiative Gedenkstätte Killesberg wurde zuletzt im Jahr 2014 mit der Otto-Hirsch-Auszeichnung gewürdigt.

 

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