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Skulpturenwettbewerb

Skulptur für Katharina Kepler - Entwürfe von drei Künstlerinnen wurden vom 5. bis 26. Juli 2021 ausgestellt.



Ehrung durch eine Skulptur

Anlässlich des 475. Geburtstags und ihres 400. Todestags in 2022 möchten der Bürgerverein Eltingen und das Amt für Kultur und Sport der Stadt Leonberg Katharina Kepler eine Skulptur widmen.

Die drei Künstlerinnen Birgit Feil, Katja Geisselhardt und Nina Koch wurden zu einem Wettbewerb eingeladen, um ihre eigene Vorstellung Katharina Keplers plastisch darzustellen.

Die drei Entwürfe wurden vom 5. bis 26. Juli 2021 in drei Ladengeschäften in Eltingen ausgestellt. Die Gewinnerin des Wettbewerbs wird durch eine 6-köpfige Fachjury gewählt. Eine siebte Stimme wird durch die Bürgerschaft vergeben.

Zu den Skulpturen

Erläuterungen von Birgit Feil

Die realistische Darstellung einer historischen Person ohne Sockel ermöglicht dem Betrachter eine direkte Begegnung und macht die Geschichte einer Frau aus dem frühen 17. Jahrhundert erlebbar. Zugänglich und verständlich für jeden, eine Person auf Augenhöhe, ein direktes Gegenüber. Die Skulptur hat ein Gesicht wie »Du und ich«, das wir zu kennen scheinen und mit dem wir uns identifizieren können.

Die Standhaftigkeit, für die Katharina Kepler bekannt ist, wird durch die säulenhafte Gestaltung der Figur unterstrichen. Auffallend ist auch die aufrechte Haltung, die eigentlich im Kontrast zu einem alternden Gesicht steht.



Erläuterungen von Katja Geisselhardt

Die Modellskizze besteht aus einer 2-teiligen Darstellung. Einem Sockelbereich aus geschmiedetem Edelstahl und einer figürlichen Interpretation der Keplerin aus gelbem heimischen Sandstein.

Die gesamte Komposition zeigt eine standhafte Frau in einem langen Gewand. Eine starke Frau, die in der Bewegung ihren Blick auf das Elternhaus richtet. Eine Mutter, fürsorglich, alleinerziehend, deren Mimik und Gestik in bewegten Zeiten irgendwo zwischen Kummer, Verlassenheit und dem Wunsch nach Freude gefangen scheint.

Die Darstellung zeigt Katharina Kepler, verwurzelt in Eltingen.



Erläuterungen von Nina Koch

Der Entwurf zeigt eine energische und selbstbewusste Katharina Kepler, auf die die Eltinger und Leonberger Bürgerinnen und Bürger zu Recht stolz sind. Nicht nur, weil Katharina Kepler die Mutter des berühmten Mathematikers und Astronomen Johannes Kepler war, sondern weil sie sich als mutige und standhafte Frau selbst unter Folterandrohung den Verleumdungen gegen sie erwehrte.

Sie steht in einer aus Vierkantrohr bestehenden Nische mit dreieckigem Grundriss. Diese Rahmenkonstruktion verweist auf ihre Gefangenschaft und gibt ihr zugleich auch einen eigenen, definierten Raum – eine »Zona respectata«. Ihre Gestik jedoch durchbricht diese imaginäre Wand.

Formal nimmt die Dreieckform auch Bezug zum Fachwerk ihres Geburtshauses.



Parallelen zur "Schnitterin"

Die als "Schnitterin" bekannte Skulptur in Leonberg-Eltingen, die der Katharina Kepler gewidmet wurde, wurde 1936 in einem ähnlichen Wettbewerb ausgewählt. Ein Entwurfswettbewerb unter drei Künstlern brachte schließlich die bäuerlich anmutende Frau von Künstler Jakob Wilhelm Fehrle aus Schwäbisch Gmünd hervor.

"Eine Schnitterin in jugendlicher Frische, aufrecht, stolz und kraftvoll" wurde die Skulptur vom damaligen Bürgermeister Carl Schmincke beschrieben.