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A 81 Engelbergtunnel: 2. Bauphase verschiebt sich auf Frühjahr 2021 

Die Arbeiten der ersten Bauphase der Hauptbaumaßnahme am Engelbergtunnel sind seit August abgeschlossen. Anfang September 2019 hatte das Regierungspräsidium Stuttgart mit den Arbeiten begonnen. Der Start der zweiten Bauphase verzögert sich jedoch aufgrund mangelhafter Materiallieferung und ist nun für Frühjahr 2021 angesetzt. 

Stahlbauteile nicht anforderungsgerecht

Zuletzt war geplant, dass die zweite Bauphase Mitte August beginnen soll, nachdem der Start zuvor schon aufgrund der Corona-Pandemie nach hinten korrigiert werden musste. Bei der Anlieferung der ersten Stahlbauteile wurde jedoch festgestellt, dass sie nicht die geforderte Qualität aufweisen und so nicht verwendet werden können. Die Stahlbauteile dienen als Verstärkung der Tunnelinnenschale.

Ein vom Regierungspräsidium Stuttgart beauftragtes Prüfinstitut war zusätzlich vor der Produktion für eine Überprüfung im Werk. Diese stichprobenartige Überprüfung im Werk war unauffällig. Erst die detaillierten Überprüfungen auf der Baustelle zeigten, dass die Qualität der gelieferten Stahlbauteile nicht ausreichend ist. In Teilabschnitten der fünf Meter langen Stahlbauteile entsprechen die Schweißnähte nicht den Qualitätsansprüchen. Die Robustheit der Konstruktion wäre unter Umständen beeinträchtigt.

Erfüllung der Qualitätsvorgaben ein Muss

Da die Verkehrssicherheit oberste Priorität hat, arbeiten das Regierungspräsidium Stuttgart und die beauftragte Arbeitsgemeinschaft gemeinsam daran, eine Lösung zu finden.

Da sich die Überwachung und Sicherstellung der Herstellungsqualität im Zulieferwerk aufgrund der Produktion außerhalb der EU und der Corona-Pandemie aufwendiger als ursprünglich geplant darstellt, wird sich der Start der zweiten Bauphase ins Frühjahr 2021 verschieben.

Verzögerung soll kompensiert werden

Das Regierungspräsidium Stuttgart und die beauftragte Arbeitsgemeinschaft prüfen gemeinsam, wie weit diese Verzögerung im weiteren Bauverlauf kompensiert werden kann, um die Verschiebung des Bauendes so gering wie möglich zu halten. Arbeiten, die unabhängig vom Einbau der Stahlbauteile vorgenommen werden können, laufen weiter.

Auch wurden einige Arbeiten aus der zweiten Bauphase vorgezogen und werden bereits nachts während 20 bis 5 Uhr realisiert. Hierzu gehört das Schließen von Rissen mit Harz (sogenannte Rissverpressung), Bohren von Ankerlöchern sowie das Verlegen von Kabeltrassen.

Eingriff in den laufenden Verkehr ab 2. Bauphase

Ab der zweiten Bauphase muss in den laufenden Verkehr der Autobahn A 81 eingegriffen werden. Es wird dabei ein Fahrstreifen der zu sanierenden Tunnelröhre in die benachbarte Tunnelröhre umgeleitet. Hierfür wurden bereits Anfang Juli die beiden Mittelstreifenüberfahrten am Nord- und Südportal umgebaut. Dem Verkehr stehen damit trotz Baustelle planmäßig weiterhin sechs Fahrstreifen zur Verfügung – allerdings mit Verschwenkungen, reduzierten Fahrbahnbreiten und ohne Standstreifen. Das führt dazu, dass die Geschwindigkeit reduziert werden muss.

Verkehrsumlegung erst bei gesichertem Bauablauf

Um diese Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer so kurz und gering wie möglich zu halten, erfolgt die Verkehrsumlegung jedoch erst, wenn alle Voraussetzungen für den Beginn und einen kontinuierlichen Bauablauf der zweiten Bauphase sichergestellt sind.

Sperrung einzelner Fahrstreifen nur nachts

Unverändert gilt, dass bis zum Bauende tagsüber alle sechs vorhandenen Fahrstreifen für den Verkehr zur Verfügung stehen. Die Sperrung von einzelnen Fahrstreifen findet ausschließlich nachts in der verkehrsarmen Zeit von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens statt.

In der ersten Bauphase fanden die Bautätigkeiten im Wesentlichen unter der Fahrbahn in den Medien- und Abluftkanälen beider Tunnelröhren und weitgehend ohne Eingriffe in den laufenden Verkehr statt. Dabei wurde die rund 50 Zentimeter dicke Fahrbahn um weitere 50 Zentimeter verstärkt, um die seitlich auf die Tunnelinnenschalen wirkenden Kräfte aus dem quellenden Anhydrit aufnehmen zu können.


Ab Januar 2021: Aufgabenübergabe an Autobahn GmbH

Ab 1. Januar 2021 übernimmt die Autobahn GmbH sämtliche Aufgaben in Bezug auf Autobahnen in Deutschland – das heißt Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung.

Die zuständigen Mitarbeitenden des Regierungspräsidiums Stuttgart werden ab dann als Mitarbeitende der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest weiterhin die Hauptbaumaßnahme am Engelbergtunnel betreuen.

Hintergrund und Kosten

Mit der Hauptbaumaßnahme erfolgt eine umfangreiche bauliche und betriebstechnische Ertüchtigung des Engelbergtunnels.

Im Zuge der baulichen Arbeiten werden die Tunnelinnenschalen auf einer Länge von jeweils etwa 175 Meter ertüchtigt. Durch die betriebstechnischen Arbeiten wird die komplette Sicherheits- und Betriebstechnik über die gesamte Länge beider Tunnelröhren auf 2.520 Meter erneuert. Außerdem werden alterstypische Schäden im Tunnel beseitigt.

Die Baukosten betragen etwa 130 Millionen Euro und werden vom Bund als Baulastträger übernommen.

Straßenbaustellen in Baden-Württemberg

Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können Interessierte auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg unter www.verkehrsinfo-bw.de abrufen.

VerkehrsInfo BW gibt es auch als App (kostenlos und ohne Werbung) – Infos unter www.verkehrsinfo-bw.de/verkehrsinfo_app.

Unter www.svz-bw.de liefern an verkehrswichtigen Stellen auf Autobahnen und Bundesstraßen installierte Webcams jederzeit einen Eindruck von der momentanen Verkehrslage.