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Hochwassergefahren: Gesetzliche Pflicht zur Eigenvorsorge 

Extreme Niederschläge haben am 4. Juli 2010 in kürzester Zeit Kommunen entlang der Glems in Teilen großflächig überschwemmt und dabei enorme Schäden angerichtet. Im Jahr 2020 jährt sich dieses Hochwasser nun zum zehnten Mal. Dies nehmen wir zum Anlass, über das Thema "Starkregen- und Hochwassergefahren" zu informieren. Der heutige Beitrag erklärt die gesetzliche Pflicht zur Eigenvorsorge. 

Hochwasser kann jeden treffen - Pflicht zur Eigenvorsorge gesetzlich geregelt

Zunächst ist es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, dass Hochwasser jeden treffen kann. Selbst wenn sich der Wohnsitz nicht in unmittelbarer Nähe eines Flusses befindet, besteht dennoch die Möglichkeit, dass dieser Schaden nimmt, zum Beispiel durch Folgen von Starkregen.

Das Wasserhaushaltsgesetz (§ 5 Abs. 2 WHG) regelt daher, dass jede potentiell vom Hochwasser betroffene Person "[…] im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet [ist], geeignete Vorsorgemaßnahmen […] zu treffen […]."

Hochwassergefahrenkarten geben Auskunft

Jede Bürgerin bzw. jeder Bürger kann anhand der sogenannten Hochwassergefahrenkarten prüfen, inwieweit das eigene Haus gefährdet ist. Die Karten zeigen grafisch dargestellte Hochwasserszenarien auf, ebenso ist ersichtlich wie tief und an welchen Orten das Wasser stehen würde.
Die Hochwassergefahrenkarten stehen unter anderem im Internet unter https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de zur Verfügung.

Ergänzende Versicherung möglich

Ein absoluter Schutz vor Hochwasser nicht möglich ist. Extremereignisse von nicht planbaren Ausmaßen wie Dammbrüche, Verstopfungen von Durchlässen etc. und damit einhergehende Überflutungen sind kaum vorherzusehen. Deshalb ist es ratsam zu prüfen, ob die bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung auch den Schutz vor Elementarschäden beinhaltet. Wenn nicht, kann eine ergänzende Elementarschadensversicherung diese Lücke schließen.

Gemeinsame Aufgabe von Bürgern und Kommune

Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe von (potentiell) Betroffenen und Kommunen. Nur so lassen sich Schäden vermeiden – oder zumindest mindern.

Die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung ist dabei, Bürger zu informieren, Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz zu organisieren, technische Schutzmaßnahmen umzusetzen, hochwasserangepasstes Planen, Bauen und Sanieren zu steuern sowie die Bauleitplanung zu optimieren und anzupassen.

Die Pflicht zur privaten Eigenvorsorge umfasst Schutzmaßnahmen an Häusern und Anlagen, Versicherungen und insbesondere korrektes Verhalten im Hochwasserfall.

Im Hochwasserfall hat der Schutz von Menschenleben oberste Priorität und Vorrang vor dem Erhalt von Sachwerten. Zudem muss unter anderem der Strom vollständig abgeschaltet werden, den Anweisungen der Rettungskräfte ist Folge zu leisten, leck geschlagene Tanks sollten verschlossen werden, um das Risiko einer Explosionsgefahr zu vermeiden. Auch sollte nicht in den Keller oder in Tiefgaragen gegangen werden. Bereits wenige Zentimeter Wasser können Türen blockieren und eine Flucht unmöglich machen.

Weitere Infos zu Starkregen- und Hochwassergefahren

Mehr Informationen zum Thema "Starkregen- und Hochwassergefahren" halten wir unter www.leonberg.de/Hochwasserschutz für Sie bereit.