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Engelbergtunnel: Beginn der 2. Bauphase verzögert sich weiter 

Die Arbeiten der ersten Bauphase der Hauptbaumaßnahme am Engelbergtunnel sind abgeschlossen. Anfang September 2019 hatte das Regierungspräsidium Stuttgart mit den Arbeiten begonnen. Der Start der zweiten Bauphase verzögert sich jedoch aufgrund mangelhafter Materiallieferung nun ein weiteres Mal. 

Stahlbauteile nicht anforderungsgerecht

Zuletzt war geplant, dass die zweite Bauphase Mitte August beginnen soll, nachdem der Start zuvor schon aufgrund der Corona-Pandemie nach hinten korrigiert werden musste. Bei der Anlieferung der ersten Stahlbauteile wurde nun jedoch festgestellt, dass sie nicht die geforderte Qualität aufweisen und so nicht verwendet werden können. Die Stahlbauteile dienen als Verstärkung der Tunnelinnenschale.


Erfüllung der Qualitätsvorgaben ein Muss

"An die einzubauenden Stahlbauteile müssen hohe Qualitätsansprüche gestellt werden, die sich vor allem aus dem Einbau im Verkehrsraum und den besonderen Anforderungen des Engelbergtunnels ergeben", heißt es aus dem Regierungspräsidium.

Und weiter: "Da sich die Überwachung und Sicherstellung der Herstellungsqualität im Zulieferwerk aufgrund der Produktion außerhalb der EU und der Corona-Pandemie aufwendiger als ursprünglich geplant darstellt, verschiebt sich der Start der zweiten Bauphase", heißt es aus dem Regierungspräsidium. "Wann mit dieser Bauphase begonnen werden kann, hängt davon ab, bis wann die Stahlbauteile in entsprechender Qualität zur Verfügung stehen."

Hierfür ist das Regierungspräsidium Stuttgart in engem Austausch mit dem Auftragnehmer, um die beste und zeitsparendste Vorgehensweise zu finden.


Verzögerung soll kompensiert werden

Das Regierungspräsidium Stuttgart und die beauftragte Arbeitsgemeinschaft prüfen gemeinsam, wie weit diese Verzögerung im weiteren Bauverlauf kompensiert werden kann, um die Verschiebung des Bauendes so gering wie möglich zu halten. Arbeiten, die unabhängig vom Einbau der Stahlbauteile vorgenommen werden können, laufen weiter.

 

Eingriff in den laufenden Verkehr ab 2. Bauphase

Ab der zweiten Bauphase muss in den laufenden Verkehr der Autobahn A 81 eingegriffen werden. Es wird dabei ein Fahrstreifen der zu sanierenden Tunnelröhre in die benachbarte Tunnelröhre umgeleitet. Hierfür wurden bereits Anfang Juli die beiden Mittelstreifenüberfahrten am Nord- und Südportal umgebaut. Dem Verkehr stehen damit trotz Baustelle planmäßig weiterhin sechs Fahrstreifen zur Verfügung – allerdings mit Verschwenkungen, reduzierten Fahrbahnbreiten und ohne Standstreifen. Das führt dazu, dass die Geschwindigkeit reduziert werden muss.


Verkehrsumlegung erst bei gesichertem Bauablauf

Um diese Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer so kurz und gering wie möglich zu halten, erfolgt die Verkehrsumlegung jedoch erst, wenn alle Voraussetzungen für den Beginn und einen kontinuierlichen Bauablauf der zweiten Bauphase sichergestellt sind.


Sperrung einzelner Fahrstreifen nur nachts

Unverändert gilt, dass bis zum Bauende tagsüber alle sechs vorhandenen Fahrstreifen für den Verkehr zur Verfügung stehen. Die Sperrung von einzelnen Fahrstreifen findet ausschließlich nachts in der verkehrsarmen Zeit von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens statt.

In der ersten Bauphase fanden die Bautätigkeiten im Wesentlichen unter der Fahrbahn in den Medien- und Abluftkanälen beider Tunnelröhren und weitgehend ohne Eingriffe in den laufenden Verkehr statt. Dabei wurde die rund 50 Zentimeter dicke Fahrbahn um weitere 50 Zentimeter verstärkt, um die seitlich auf die Tunnelinnenschalen wirkenden Kräfte aus dem quellenden Anhydrit aufnehmen zu können.

 

Hintergrund 

Mit der Hauptbaumaßnahme erfolgt eine umfangreiche bauliche und betriebstechnische Ertüchtigung des Engelbergtunnels.

Im Zuge der baulichen Arbeiten werden die Tunnelinnenschalen auf einer Länge von jeweils etwa 175 Meter ertüchtigt. Durch die betriebstechnischen Arbeiten wird die komplette Sicherheits- und Betriebstechnik über die gesamte Länge beider Tunnelröhren auf 2.520 Meter erneuert. Außerdem werden alterstypische Schäden im Tunnel beseitigt. Die Baukosten betragen etwa 130 Millionen Euro und werden vom Bund als Baulastträger übernommen.

Straßenbaustellen in Baden-Württemberg

Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können dem Baustelleninformationssystem (BIS) des Landes Baden-Württemberg unter www.baustellen-bw.de entnommen werden.