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Standfestigkeit: Zugversuch am Kastanienbaum am Hirschbrunnenplatz 

Eine Untersuchung der Stand- und Bruchsicherheit einzelner Bäume im Stadtgebiet findet am morgigen Dienstag, den 23. Juni statt. Neben der Kastanie am Hirschbrunnenplatz werden auch noch neun weitere Bäume geprüft.

Die Untersuchungsmethode ist für die Bäume absolut verletzungsfrei.

Rund 10.000 Bäume stehen im Stadtgebiet

Der Zugversuch ist eine Untersuchungsmethode, um die Stand- und Bruchsicherheit eines Baumes zu bestimmen. Rund 10.000 Bäume gibt es im Stadtgebiet, größtenteils ist bekannt, dass sie sicher stehen. Dann reicht es bei den turnusmäßigen Kontrollen aus, sie nach den Baumkontrollrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. gründlich in Augenschein zu nehmen.

Bei etwa zehn Bäumen pro Jahr braucht es eingehende Untersuchungen

Ist eine genauere Untersuchung notwendig, wird diese regelmäßig von Dr. Lothar Wessolly aus Stuttgart erledigt, der in den 90er-Jahren die sogenannte Elasto/Inclinomethode entwickelt hat.

Sensoren messen die Dehnung der Holzstruktur unter der Zuglast

Mit feinen Sensoren, die auf die Rinde aufgesetzt werden, misst er, wie sich die Baumholzstruktur unter Zuglast dehnt und wieder zurückschwingt.

Die Versagenslasten Bruch und Kippen werden absolut verletzungsfrei mit hoch auflösenden Sensoren bei 1/2000 Millimeter Dehnung und 1/1000 Grad Neigung gemessen. Im Vergleich dieser Lasten mit der Beanspruchung im Orkan lassen sich die jeweiligen Sicherheiten berechnen. So kann die längstmögliche Lebenszeit eines Baumes unter Erfüllung der Verkehrssicherheit nach § 823 BGB garantiert werden.

Außerdem wird die Baumkronenoberfläche berechnet.

Gutachten gibt detailliert Auskunft über die Ergebnisse

Vorgeschrieben sind mindestens 150 Prozent Standfestigkeit. Ob die untersuchten Bäume diese Vorgabe erfüllen, darüber wird in den Wochen nach der Messung ein detailliertes Gutachten erstellt.