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Bebauungsplan "Brühl – Anwand – 4. Änderung Östlich Badstraße"

Planbereich 03.05-2/4 in Leonberg mit Satzung über örtliche Bauvorschriften im beschleunigten Verfahren nach §13a BauGB

- Aufstellungsbeschluss und frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit -

Der Gemeinderat der Stadt Leonberg hat am 15.10.2019 in öffentlicher Sitzung dem Vorentwurf des Bebauungsplans "Brühl-Anwand – 4. Änderung Östlich Badstraße", Planbereich 03.05-2/4 in Leonberg einschließlich der mit ihm aufgestellten örtlichen Bauvorschriften nach § 74 Landesbauordnung (LBO) zugestimmt und den Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs.1 Baugesetzbuch (BauGB) sowie den Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB gefasst.

Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren nach § 13a BauGB ohne Durchführung einer Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB aufgestellt.

Der Flächennutzungsplan wird gem. §13a Abs. 2 Nr. 2 BauGB auf dem Wege der Berichtigung angepasst.

Maßgebend für den Geltungsbereich ist der Abgrenzungsplan der Stadt Leonberg vom 16.9.2019:



Erfordernis der Planung

Das einstmals gemischt genutzte Plangebiet hat in der Folge eines zwischenzeitlich stattgefundenen gewerblichen Strukturwandels einen Bedeutungsverlust in dem Sinne erfahren, dass der Anteil und die Intensität gewerblicher Nutzungen in der Vergangenheit gegenüber den Wohnnutzungen kontinuierlich zurückgegangen ist.

Die bereits im Jahre 1987, mit der Aufstellung des Bezugsbebauungsplans "Brühl-Anwand", formulierten Planziele kamen bisher nicht zur gewünschten Umsetzung, eine bauliche Entwicklung ist auf Basis des bestehenden Planungsrechts weiterhin nicht absehbar.

In Folge einer konkreten Nutzungsanfrage eines benachbarten Gewerbebetriebes wurden die städtebaulichen Rahmenbedingen und Potentiale im Plangebiet hinterfragt.

Im Ergebnis soll der ursprüngliche Bebauungsplan dahingehend geändert werden dass, unter Beibehaltung seiner grundsätzlichen Zielsetzung, eine bauliche  Entwicklung im Planbereich zukünftig stattfinden und somit ein wertvoller Beitrag zur Innenentwicklung durch Baulandaktivierung geleistet werden kann.

Wesentliche Ziele und Zwecke der Planung

Die allgemeinen Ziele und Zwecke des künftigen Bebauungsplans sind im Wesentlichen

  • Anpassung des qualifizierten Planungsrechts nach §30 Abs. 1 BauGB als Voraussetzung für die bessere Nutzbarkeit und Erschließung des festgesetzten eingeschränkten Gewerbegebietes an der Berliner Straße sowie des festgesetzten Mischgebietes (MI) an der Badstraße.

  • Standortsicherung durch nachhaltige Entwicklung gewerblicher Bauflächen und Schaffung von Erweiterungspotentialen für ansässige Betriebe.

  • Aktivierung von Baulandreserven durch Maßnahmen der Innenentwicklung.

  • Städtebauliche Aufwertung des Standorts und des Ortsbildes an einem der wichtigen Stadteingänge Leonbergs.

  • Schaffung eines städtebaulichen Übergangs zur bestehenden Wohnbebauung westlich der Badstraße.

  • Aufwertung des westlichen Ortseingangs in den Stadtteil Eltingen.


Lage und Abgrenzung des Plangebiets

Das Plangebiet befindet sich im südlichen Siedlungsbereich der Stadt Leonberg am östlichen Rand des Ortsteils Eltingen, unweit des Autobahndreiecks Leonberg. Das Plangebiet umfasst Teile der öffentlichen Verkehrsflächen der Glemseckstraße und der Berliner Straße, einschließlich des Knotenpunktes der beiden Straßen sowie den nördlichen Abschnitt der Badstraße.

Die planinternen, privaten Bauflächen befinden sich südlich der Glemseckstraße zwischen Badstraße und Berliner Straße.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst ca. 2.14 ha und wird in etwa wie folgt begrenzt:

  • Im Westen durch einen Teil der Liegewiese des Leobades sowie durch die Wohnbebauung westlich der Badstraße.

  • Im Norden durch die gewerbliche Bebauung nördlich der Glemseckstraße.

  • Im Osten durch den städtischen, öffentlichen Parkplatz an der Berliner Straße sowie die Anlagen und Einrichtungen der Bundesautobahn BAB 81 im Verknüpfungsbereich zur A8 (Leonberger Dreieck).

  • Im Süden durch die Sportanlagen (Tennisplätze) des SV Leonberg-Eltingen e.V..

Die genaue Abgrenzung und Lage des Geltungsbereiches ist aus dem Abgrenzungsplan vom 16.9.2019 ersichtlich.


Flächennutzungsplan (vorbereitende Bauleitplanung)

Das Plangebiet ist im rechtswirksamen Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan "Leonberg 2020" der Stadt Leonberg vom 13.07.2006 als Gewerbliche Baufläche (G) sowie als Mischbaufläche (M) dargestellt.

Planungsbedingt wird es lediglich zu kleineren Flächenverschiebungen und –arrondierungen kommen.

Somit ist der Bebauungsplan grundsätzlich gemäß § 8 Abs. 2 Satz 1 BauGB aus dem Flächennutzungsplan entwickelt, wird aber zur Klarstellung im Zuge der Planberichtigung gem. §13a Abs. 2 Satz 2 BauGB angepasst werden.


Städtebauliche Konzeption

Das Nutzungskonzept sieht in seinen Grundzügen dem bereits bestehenden Planungsrecht entsprechende Nutzungsarten und -verteilungen vor.

Wie bisher sollen die Bauflächen des Plangebietes grundsätzlich in ein eingeschränktes Gewerbegebiet (GEe) an der Berliner Straße und ein Mischgebiet (MI) an der Badstraße  aufgeteilt werden. Der Grenzverlauf an der Nahtstelle zwischen den beiden Nutzungsarten wird dabei geringfügig geändert. Das eingeschränkte Gewerbegebiet (GEe) wird entlang der Glemseckstraße bis zur Badstraße erweitert. Das Mischgebiet (MI) wird dahingegen entlang der Badstraße bis zum Lärmschutzwall der Tennisanlage ausgedehnt. Gewerbliche Nutzungen mit erheblichem Publikumsverkehr sollen im Mischgebiet an der Badstraße ausgeschlossen werden.

Der bisher noch festgesetzte Lärmschutzwall an der Berliner Straße ist aus schalltechnischer Sicht verzichtbar und wird den privaten Bauflächen zugeschlagen.

Eine bisher festgesetzte öffentliche Verkehrsfläche zur inneren verkehrlichen Erschließung der gewerblichen Bauflächen von der Badstraße aus ist verzichtbar und wird dem Nettobauland zugeschlagen. Das eingeschränkte Gewerbegebiet an der Berliner Straße wird zukünftig über die Glemseckstraße und direkt über die Berliner Straße angefahren.

Die Verbreiterung der Badstraße ist weiterhin Bestandteil der Planungen, um den Komfort und die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, wird nun jedoch durchgehend bis zur Tennisanlage südlich des Plangebiets projektiert. Die fußläufige Durchlässigkeit soll, mittels einer öffentlich-rechtlich gesicherten Wegeverbindung, nördlich des Lärmschutzwalls, verbessert werden.

Das Bebauungskonzept sieht die Gliederung des Plangebiets in zwei grundsätzliche Teilbereiche vor: Eine L-förmige Baufläche entlang der Glemseckstraße und der Berliner Straße als eingeschränktes Gewerbegebiet (GEe) und ein in etwa rechteckiges Baufeld entlang der Badstraße als Mischgebiet (MI), wo eine städtebauliche Neuordnung und Nachverdichtung, unter Berücksichtigung des baulichen Bestandes ermöglicht werden soll.

Die beiden Baufelder sollen durch eine Pufferbegrünung an deren gemeinsamer Nahtstelle voneinander abgegrenzt werden. Eine Raumkante entlang der Glemseckstraße und der Berliner Straße  soll die gewerblichen Bauflächen nach außen repräsentieren und sowohl den Stadteingang Leonbergs als auch die östliche Zufahrt nach Eltingen definieren. Die zulässige Gebäudehöhe und Kubatur soll dann zur Badstraße hin abnehmen, um einen harmonischen Übergang zu den angrenzenden Wohngebieten zu schaffen. Die bauliche Dichte soll sich am zulässigen Höchstmaß gemäß Baunutzungsverordnung (BauNVO) orientieren.

Das Grün- und Freiflächenkonzept dient der Außendarstellung und Repräsentation des Plangebiets, der Aufwertung des Ortsbildes, der Schaffung eines qualitätvollen Wohn- und Arbeitsumfeldes und ökologischen Belangen. Es beinhaltet eine urbane Randeingrünung mit Hecken und hochstämmigen Laubbäumen im Straßenraum der Glemseckstraße und der Berliner Straße, eine grüne Fuge zwischen Mischgebiet und dem benachbarten eingeschränkten Gewerbegebiet, eine allgemeine Erhöhung des Grünanteils gegenüber dem IST-Zustand und eine mindestens extensive Dachbegrünung.

Zur Ver- und Entsorgung des Planbereichs ist eine funktionsfähige technische Erschließung bereits weitgehend vorhanden.

Die zukünftige Erfassung des Oberflächenwassers  soll im Trennsystem  erfolgen und dieses dann gedrosselt in die bestehende Mischwasserkanalisation eingeleitet werden.


Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

» online Stellung nehmen zum Bebauungsplanentwurf

Die Planunterlagen zum Vorentwurf des Bebauungsplans mit Satzung über die örtlichen Bauvorschriften einschließlich der Fachgutachten werden für die Öffentlichkeit (hierzu zählen auch Kinder und Jugendliche) in der Zeit

vom 27.01.2020 bis einschließlich 02.03.2020 (Auslegungsfrist)

durch Aushang im Rathaus Leonberg, Belforter Platz 1 beim Stadtplanungsamt, III. Stock – Wartebereich Servicebüro Bauen – während der üblichen Dienstzeiten - öffentlich ausgelegt.

Stellungnahmen können während der Auslegungsfrist schriftlich oder mündlich zur Niederschrift im Stadtplanungsamt abgegeben werden. Bitte beachten Sie, dass Auskünfte nur im Stadtplanungsamt erteilt werden können.

Alle Unterlagen einschließlich der ortsüblichen Bekanntmachung finden Sie auf dieser Seite. Während der Auslegungsfrist besteht auch die Möglichkeit, die Stellungnahme online abzugeben. Die Unterlagen sind auch über das zentrale Internetportal des Landes Baden-Württemberg unter https://www.uvp-verbund.de/kartendienste zugänglich.
 

Hinweise

Die Dienstzeiten der Stadtverwaltung Leonberg an Werktagen sind:

Montag bis Mittwoch von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag von 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Freitag von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr