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Gemeinderat beschließt Entwurf zur Verkehrsübungsanlage 

Die bestehende Infrastruktur des mehr als 50 Jahre alten Übungsplatzes am Solitude-Ring ist stark erneuerungsbedürftig. 

Planungsgrundlage des Areals ist erstellt

So wie in der unverbindlichen Illustration dargestellt könnte die Verkehrsübungsanlage am Solitude-Ring demnächst aussehen. Der Gemeinderat hat während seiner Sitzung Ende September beschlossen, diesen Entwurf den weiteren Planungen des Areals zugrunde zu legen.

Höhere Anforderungen an Verkehrsübungsplätze 

"Die bestehende Infrastruktur des mehr als 50 Jahre alten und aus dem ehemaligen Fahrerlager der Solitude-Rennstrecke entstandenen Übungsplatzes ist stark erneuerungsbedürftig. Reparaturen werden zunehmend schwieriger und aufwendiger", heißt es in der Beratungsvorlage zur Begründung der Maßnahme.

Und weiter: "Gleichzeitig entwickeln sich die Fahrzeugtechnik und die Fahrerassistenzsysteme in den Fahrzeugen sehr schnell und die Anforderungen an Verkehrsübungsplätze sowie deren Infrastruktur steigen stetig. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt der ADAC die Weiterentwicklung der Verkehrsübungsanlage."

Hohe Zahl jährlicher Nutzer der Anlage

Insgesamt trainieren in Leonberg jährlich etwa 10.000 Teilnehmer beim Fahrsicherheitstraining und es üben knapp 20.000 Fahranfänger.

Daher fasste der Gemeinderat zuvor im September 2018 den Beschluss, entsprechende Konzepte zur zukünftigen Bebauung zu entwickeln. Der Wettbewerb wurde von Dezember bis Juni dieses Jahres mit vier Teilnehmern mehrstufig durchgeführt. Gegenstand war die Konzeption für neue Betriebsgebäude sowie eine nachhaltige Außenanlagengestaltung, die Einbindung der Gebäude in die Landschaft und die naturräumliche Umgebung sowie die Berücksichtigung des historischen Kontexts in der Planung.

Anforderung: städtebauliche, architektonische und funktionale Gesamtkonzeption

Ebenfalls Gegenstand des Wettbewerbs war die Ideenkonzeption für das historische Boxengebäude, für wettergeschützte Unterstände auf dem Übungsgelände und der planerisch-bauliche Umgang mit dem prägenden, historischen Start- und Zielturm – insbesondere die Einbindung in eine städtebaulich, architektonisch und funktionale Gesamtkonzeption.

Das Preisgericht umfasste 16 Personen

Das Preisgericht umfasste 16 Personen, bestehend aus je fünf Sachpreisrichtern der Stadt und des ADAC sowie sechs Fachpreisrichtern.

Nachdem aus der ersten Preisgerichtssitzung noch kein Siegerentwurf bestimmt werden konnte, wurde bei zwei Entwürfen um Nachbesserung gebeten. Zur zweiten Sitzung Anfang Juni dieses Jahres wurde mit großer Mehrheit der gemeinsame Entwurf der Steimle Architekten GmbH und der Koeber Landschaftsarchitektur GmbH zur Beschlussfassung im Gemeinderat empfohlen.

Lob der Berücksichtigung wichtiger Planungsaspekte

Das Gremium folgte nun diesem Vorschlag, bei dem u. a. vor allem die

  • Freistellung des Start- und Zielturmes mit Aufenthaltsbereich
  • der Umgang mit der Historie und
  • die klare Ordnung der Räume sowie
  • die hohe Funktionalität der Betriebsabläufe

gelobt wurden.

"Aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen ADAC, Gemeinderat und Verwaltung kann die Umgestaltung des Areals nun erfolgreich durchgeführt werden. Ein großartiges Projekt, das unsere Region weiter voranbringt", so Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.

Hintergrund zum Verfahren


Um die Planungsziele zu erreichen, muss zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der sogenannte "Aufstellungsbeschluss" wurde im Dezember 2017 gefasst.

Dies ist der erst Schritt hin zum fertigen Bebauungsplan: Das Gremium sieht die städtebauliche Notwendigkeit und beauftragte die Verwaltung, das Plankonzept zu entwerfen.

Als nächster Verfahrensschritt erfolgte eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie Träger öffentlicher Belange über die Ziele, Zwecke und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung. Insbesondere aufgrund der Lage des Plangebietes innerhalb des Landschaftsschutzgebietes "Glemswald" sowie innerhalb eines regionalen Grünzugs des Regionalplans Stuttgart, der zukünftigen Verkehrsanbindung an die Mahdentalstraße (L1187) und der betroffenen Umweltbelange brauchte es zunächst intensive Abstimmungen mit dem Regierungspräsidium Stuttgart (Raumordnung, Straßenwesen und Verkehr, Umwelt), dem Verband Region Stuttgart sowie dem Landratsamt Böblingen (Naturschutz).


Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich


Zudem ist die Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) erforderlich – auch dieser Beschluss wurde im Dezember 2017 gefasst. Der Flächennutzungsplan ist quasi die kommunale Ebene der Raumordnung, der B-Plan setzt darauf aufbauend alle Details zu Art und Maß der baulichen Nutzung fest. Da der Übungsplatz auch infrastrukturell, vor allem in Bezug auf die verkehrliche Anbindung, weiterentwickelt werden soll, war die Änderung erforderlich.

"Der Flächennutzungsplan soll an die zukünftige Gesamtkonzeption angepasst werden", hieß es damals in der Beratungsvorlage.