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Vortrag über Gottlieb Hering, KZ-Kommandant aus Warmbronn 

Dr. Wolfgang Proske referiert am Montag, 21. Oktober um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung über einen Mann, der laut Heinrich Himmler "einer seiner fähigsten Mitarbeiter" war. 

Für den Tod einer sechsstelligen Zahl von Menschen verantwortlich

Der in der Öffentlichkeit kaum bekannte Gottlieb Hering, der aus Warmbronn stammt, war in der NS-Zeit unter anderem Kommandant von drei Konzentrationslagern (KZ). In Belzec fungierte er ab Juli 1942 als Versuchsleiter für künftige Regelabläufe bei der Massenvernichtung von Menschen im "learning by doing"-Verfahren. Nach heutigem Forschungsstand war Hering alleine in Belzec für den Tod einer sechsstelligen Zahl von Menschen verantwortlich.

Verwertung jüdischer Vermögenswerte und Verleih von Arbeitssklaven

Im "Arbeitslager" Poniatowa sorgte Hering ab April 1943 durch die Verwertung der ursprünglichen Habe der Häftlinge und den Verleih von Arbeitssklaven für Millionenprofite zugunsten des Reiches. Im KZ Risiera di San Sabba half Hering ab dem Herbst 1943, das zur Angliederung an das Großdeutsche Reich vorgesehene Triest und sein Hinterland "judenfrei" zu machen bzw. jüdische Vermögenswerte für das Reich zu verwerten.

Proskes neue Forschungsergebnisse sind Grundlage für den Vortragsabend

Der Referent Dr. Wolfgang Proske ist Herausgeber der Reihe "Täter, Helfer, Trittbrettfahrer", die "NS-Belastete" aus dem heutigen Baden-Württemberg biografisch untersucht. Im kürzlich erschienenen Band 10 über die Region Stuttgart hat Proske unter anderem seine neuen Forschungsergebnisse zu Gottlieb Hering erstmals vorgestellt. Diese neuen Erkenntnisse bilden die Grundlage für seinen Vortrag an diesem Abend.

Eintritt an der Abendkasse

Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 5 Euro und ist direkt an der Abendkasse im Haus der Begegnung in der Eltinger Str. 23 zu bezahlen.

Veranstalter ist das Stadtarchiv Leonberg in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg und der Evangelischen Erwachsenenbildung Leonberg.