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Leonberger Jugendspielclub bringt George Orwells "1984" auf die Bühne 

Big Brother bleibt brandaktuell - Premiere am 27. Juni im Jugendtreff Warmbronn. 

Der Jugendspielclub führt das Stück insgesamt dreimal auf

Seit 2017 organisiert das Kulturamt der Stadt Leonberg einen Theaterclub für Jugendliche, der im vergangenen Jahr mit Millers "Hexenjagd" ein viel beachtetes Debüt feierte.

Am Donnerstag, den 27. Juni um 19.30 Uhr findet die Premiere des diesjährigen Stücks statt. Die Jugendlichen zeigen "1984" - in ihrer ganz eigenen Sicht auf den dystopischen Stoff des Romans von George Orwell. Spielort ist der Jugendtreff Warmbronn. Weitere Vorstellungen finden am 28. und 29. Juni statt.

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George Orwell schrieb seinen Roman bereits vor über 70 Jahren – zwischen 1946 und 1948. Dennoch hat er an Aktualität nichts verloren, im Gegenteil. Orwell zeichnet darin das Bild eines totalitären Überwachungsstaats im Jahre 1984. Winston Smith, ein einfaches Mitglied der diktatorisch herrschenden Staatspartei, will sich, der allgegenwärtigen Überwachung zum Trotz, seine Privatsphäre sichern sowie etwas über die reale, nicht redigierte Vergangenheit erfahren. Er gerät dadurch in Konflikt mit dem System.

Über 70 Jahre später sind die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem verwischt. Das Thema Überwachung ist angesichts Facebook, Google und Co. gegenwärtiger denn je. Konzerne und Staaten sammeln persönliche Daten, während sich die Menschen dem Konsum zuwenden. Sie feiern sich selbst als Abziehbilder einer künstlichen Hochglanzwelt, sind ständig auf Sendung und blenden die manipulative Macht eines Big Brothers aus.

Swantje Willems und das Ensemble

Über Monate hinweg hat das derzeitige Ensemble des Spielclubs, der sich mittlerweile „D!E vögel“ nennt, den Stoff bearbeitet, gedreht, gewendet und ergründet. Es sind nicht nur Orwells Fragen, die die 15 Jugendlichen im Alter von 13 bis 20 Jahren stellen. Es ist ihre ganz eigene persönliche Sicht auf das Thema Überwachung. Und es ist eine Frage nach der Bedeutung von Wahrheit und Mit-Menschlichkeit.

Swantje Willems, Theaterpädagogin am Theater Pforzheim, hat die Spielleitung der "Vögel" inne und führt Regie. Mit schauspielerischem Training wurden technische Spielfertigkeiten – Stimme, Sprache, Wahrnehmung, Präsenz, Improvisation – geübt und an der künstlerischen Umsetzung des Stoffs gearbeitet.

Aufführungen im Jugendtreff Warmbronn

Die sanierungsbedingte Schließzeit des Theaters im Spitalhof machte es erforderlich, einen anderen Aufführungsort zu finden. Der Jugendtreff Warmbronn bot sich als Unterstützer an. Dort wird bereits seit Wochen geprobt. Der Raum ist eigenwillig wie die Produktion selbst – verschiedene Ebenen ermöglichen verschiedene Perspektiven – mehr wird nicht verraten. Jetzt steht die heiße Phase bevor: Generalprobe, Hauptprobe und schließlich Premiere. An der darf sich das Publikum ein eigenes Bild machen und sich letztendlich den immer noch aktuellen Fragen nach Individualität und Menschenwürde stellen.

Kartenvorverkauf

Die Karten kosten 12 Euro im Vorverkauf und 14 Euro an der Abendkasse. Schüler, Studenten und Schwerbehinderte erhalten ermäßigten Eintritt bei jeweils 5 Euro. Karten sind erhältlich im i-Punkt im Rathaus, in der Stadthalle, bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen, unter www.reservix.de und an der Abendkasse.

Die Zuschauerzahl ist aufgrund der Raumgröße auf maximal 50 Personen begrenzt. Der Treff Warmbronn befindet sich außerhalb des Ortes in der Büsnauer Str. 69/1.