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Heute von 15 bis 17 Uhr: Expertentelefon "Demenz geht uns alle an!"  

Rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell an einer Demenz erkrankt, davon etwa zwei Drittel an der Alzheimer Demenz. 

Der tatsächliche Beginn der Erkrankung liegt oft schon Jahre zurück - Demenz beginnt schleichend

Zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen werden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Je nach Krankheitsstadium fordert diese häusliche Betreuung und Versorgung den Angehörigen ein Maximum an Kraft und Nerveneinsatz ab.

Demenz trifft nicht nur die Anderen. Sich also rechtzeitig mit Alzheimer bzw. Demenz auseinander zu setzen, ist wichtig, sinnvoll und ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber. Dazu kommt: Wer gut über das Thema Bescheid weiß, kann besser mit der Erkrankung umgehen, wenn er konkret mit ihr konfrontiert wird.

Experten beraten jedes Quartal

Die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz bietet seit April 2019 in Kooperation mit der Leonberger Kreiszeitung in jedem Quartal ein Expertentelefon mit jeweils zwei Fachkräften an. Bürgerinnen und Bürgern erhalten am Telefon direkt und kompetent Antworten auf ihre Fragen. Die Experten unterliegen der Schweigepflicht, alle Gesprächsinhalte sind vertraulich.

Betroffene, Angehörige und Interessierte können so ganz unkompliziert erste Informationen rund um das Thema Demenz einholen. Heute findet der zweite Termin des Expertentelefons Demenz statt.

Die große Resonanz auf frühere Informationsveranstaltungen und auf Beratungsangebote zeigt, wie groß das Bedürfnis nach Hintergrundwissen in der Bevölkerung tatsächlich ist. Vor diesem Hintergrund haben die Fachleute das künftig quartalsweise angebotene Expertentelefon Demenz ins Leben gerufen.

Für Sie sitzen am 5. Juni, von 15 bis 17 Uhr, am Expertentelefon

Telefonnummer 0 71 52 / 9 37 28 33 : Jacob Fries, Gerontopsychiatrische Pflegefachkraft, Koordinator der Demenzbetreuungsgruppen der Sozialstation Leonberg

Telefonnummer 0 71 52 / 9 37 28 26 : Sylvia Reck Hausleiterin im Samariterstift Leonberg

Unterstützte Pflege zu Hause - Demenzexperte Jacob Fries

"Demenz zu verstehen und damit umzugehen sowohl als Betroffener und auch Angehöriger ist keine leichte Aufgabe. Wo beginnt die Demenz und wo ist es einfach nur eine Altersvergesslichkeit. Um dies herauszufinden, braucht es Hilfe und Vertrauen."

Solange sich Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz auf Angehörige, Bekannte und Nachbarn verlassen können, spricht nichts gegen ein Leben in der eigenen Wohnung. Wer einen demenzkranken Menschen pflegt, hat Anspruch auf die professionelle Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes. Professionelle ambulante Hilfe ermöglicht es allein lebenden Demenzkranken, länger zu Hause zu bleiben, und entlastet Angehörige. In der ambulanten Pflege bietet die Sozialstation Betreuungsgruppen für an Demenz erkrankte Menschen an und Gesprächskreise für pflegende Angehörige.

Stationäre Pflege - Heimleiterin Silvia Reck

"Seit vielen Jahren beschäftige ich mich in der stationären Altenhilfe mit der Betreuung und Pflege von älteren Menschen die an einer  demenziellen Erkrankung leiden. Verhaltensweisen zu verstehen ist oft hilfreich, um besser damit umgehen zu können."

Nicht immer ist es Angehörigen möglich, einen Demenzpatienten in der häuslichen Umgebung zu pflegen. Die Pflege ist je nach Ausmaß der Demenzerkrankung sowohl psychisch als auch physisch sehr anstrengend. Die Samariterstiftung bietet in Leonberg für demenziell veränderte Menschen stationäre Pflege in Hausgemeinschaften oder in beschützenden Stationen. Dort wird mit einem besonderen Betreuungs- und Therapiekonzept auf die Bewohner mit Demenz eingegangen. Ausgebildete gerontopsychiatrische Pflegefachkräften betreuen und begleiten diese Bewohner, sie sind auch auf den Umgang mit verwirrten, desorientierten und aggressiven Patienten geschult.



Am Anfang ist es schwer, eine "normale Vergesslichkeit" von einer Demenz abzugrenzen


Jeder Mensch vergisst einmal etwas. Sich etwas merken zu können, ist auch abhängig von der momentanen seelischen und geistigen Belastung, der Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Nicht jede Gedächtnisstörung muss gleich eine Demenzerkrankung bzw. die Alzheimer Krankheit bedeuten. Auffälligkeiten sollten jedoch weder verharmlost noch überdramatisiert werden. Klarheit bringt nur eine gesicherte Diagnose.

Die Alzheimer Demenz ist nur zu einem sehr geringen Prozentsatz (ca. 3 %) familiär vererblich. Trotz verstärkter Aufklärung und verbesserter Hilfs- und Beratungsangebote löst die Diagnose "Demenz" nach wie vor große Angst und Verunsicherung aus.


Netzwerk "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz"


In Leonberg hat die Stadtverwaltung ein Netzwerk "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz" etabliert, das die Öffentlichkeit gut informieren will. Die Fachleute des Netzwerks sind Ansprechpersonen für von Demenz Betroffene, für pflegende Angehörige von Menschen mit dementiellen Veränderungen und für Fachkräfte, die beruflich mit Demenzerkrankten zu tun haben.

Leonberg hatte hierzu an einem Bundesprojekt teilgenommen und setzt nach wie vor auf Vernetzung vor Ort und die gemeinsame Basis- und Informationsarbeit. Vertreter von Stadt, Klinikverbund Südwest, Samariterstift, Seniorenresidenz, Sozialstation, Betreuungsvereinen wie fish e.V. und Insel und der Stadtseniorenrat gehören dem Leonberger Netzwerk Lokale Allianz für Menschen mit Demenz an.