Seiteninhalt

Kirchenbankschildchen sind Objekt des Monats im Stadtmuseum  

Fromme Platzansprüche konnten seinerzeit käuflich erworben werden und waren ein Statussymbol.

26 Namensschildchen, mit denen Leonberger einst ihren Stammplatz in der Kirche markierten, werden präsentiert

Mit individuell geprägten oder gravierten Namensschildchen markierten Gemeindemitglieder seinerzeit ihren persönlichen Platzanspruch.

Ort und Markierung des Sitzplatzes gaben Auskunft über Rang und Stellung in der Gesellschaft

Die Größe der Schildchen sowie ihre mehr oder weniger prächtige ornamentale Gestaltung zeigten soziale Unterschiede auf.

Den festen Platz beim Gottesdienst in der Kirche konnte man kaufen. Ein Dekret von 1640 regelte, dass der Gebrauch des Kirchengestühls gegen eine Abgabe auf Lebenszeit erworben werden konnte. Die Kirchenstuhlordnung hielt diese Regelung fest und unterstrich damit auch in der Kirche die ständische Gliederung der Gesellschaft.

Die Rechnungen über die "verkauften Kirchenstühle" wurden bei der Stadt geführt und sind im Stadtarchiv Leonberg verwahrt. Ein erster Abgleich ergab lediglich im Fall des Schreinerobermeisters Philipp Gottfried Erpf eine Übereinstimmung von Rechnungsjahr und der auf dem Schildchen angegebenen Jahreszahl. Laut Stiftungspflegrechnung hat er im Jahr 1820 drei Gulden für seinen Platz bezahlt.

Verkauf von Kirchenstühlen ab Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Mode

Die Höhe der Einnahmen stand in keinem günstigen Verhältnis zu dem Aufwand, den Streitigkeiten verursachten, wenn etwa Platzansprüche an die nächste Generation weitergegeben werden sollten. Denn darauf gab es keinen Anspruch, solche Wünsche mussten Fall für Fall ausgehandelt werden.

In Leonberg wurden ab 1864 keine Kirchenstühle mehr verkauft. In Warmbronn hingegen wurden sie noch 1880 für fünfzig Pfennig bis fünf Mark lebenslang verpachtet.

Das Stadtmuseum

Das Stadtmuseum ist dienstags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Die aktuelle Sonderausstellung “Landschaften, Baumstudien, Figuren“ mit Bildern der Leonberger Künstlerin Isabelle Hannemann ist noch bis zum 9. Juni 2019 zu sehen.