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Erstes Erzählcafé zur Sonderausstellung im Stadtmuseum am 24. Februar 

100 Jahre Frauenwahlrecht: Die Erfahrungen von Frauen zum Thema "wählen und gewählt werden" sind das Thema von insgesamt drei Erzählcafés 

Kommunalpolitik von A bis Z

Leonberger Gemeinde- und Ortschaftsrätinnen berichten von ihrer Tätigkeit in der Kommunalpolitik von A wie "Aufstellung auf einer Liste" über F wie "Fraktionssitzung" und W wie "Wahlkampf" bis Z wie "Zeitmanagement".

Das erste Erzählcafé findet am Sonntag, den 24. Februar um 14.30 Uhr im Stadtmuseum statt.

Erfolg nach langem Kampf

Die Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918 vollzog sich nach jahrzehntelangem Kampf der Frauenbewegung und war nur ein Teil, wenn auch ein wesentlicher Teil, eines umfassenden Demokratisierungsprozesses in Deutschland.

Diesen Erfolg lobte die internationale Wahlrechtsbewegung in ihrer Zeitschrift "Ius Suffragii" mit folgender Aussage: "Deutschland kommt die Ehre zu, die erste Republik zu sein, die auf wahrhaften Prinzipien der Demokratie gründet, dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht für alle Männer und Frauen."

Frauen in politischen Ämtern

Trotz des aktiven und passiven Wahlrechts waren Frauen in politischen Ämtern selten vertreten und erreichen bis heute nicht die Hälfte der Mandate und Ämter. 1961 wurde Elisabeth Schwarzhaupt die erste Bundesministerin im Kabinett von Konrad Adenauer. Ihr Ressort war das neu geschaffene Ministerium für Gesundheit.

1985 übernahm Rita Süssmuth das Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit. Ein Jahr später wurde das Ministerium um die Abteilung Frauenpolitik erweitert und brachte der Politikerin Süssmuth den Titel der ersten Frauenministerin ein. 1993 errang Heide Simonis als erste Frau das Amt der Ministerpräsidentin und 2005 beförderten die Bundestagswahlen Angela Merkel gegen den Widerstand des Amtsvorgängers in das höchste Regierungsamt Deutschlands.

Die ersten Oberbürgermeisterinnen großer Städte waren Beate Weber in Heidelberg von 1990 bis 2006 und Petra Roth in Frankfurt von 1995 bis 2012.

Dominanz der männlichen Kollegen

Hin und wieder sind Äußerungen der Mandatsträgerinnen zu vernehmen, die von einem harten politischen Alltag für Frauen in einer Männerdomäne künden. Gerne wird Frauen das Ressort Soziales vorbehalten. Zugleich finden frauen- und familienpolitische Positionen wenig Akzeptanz. Es sei denn, Frauen schließen sich über die Fraktionsgrenzen hinweg zu gemeinsamen Anträgen zusammen, wie es 1997 bei dem Antrag zur Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe geschah. Mitunter ließen Frauen sich zu provokanten Aktionen hinreißen, um die längst überkommene Dominanz der männlichen Kollegen offenzulegen.

1968 bewarfen bei einem Kongress des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) Studentinnen die männlichen Kollegen mit Tomaten. Das gilt heute als Start der zweiten Frauenbewegung. 1970 schockierte die sechsfache Mutter und Bundestagsabgeordnete Lenelotte von Bothmer das Plenum mit einem Auftritt in einem Hosenanzug.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Das Jubiläum des bedeutenden politischen Ereignisses wird im Stadtmuseum Leonberg bis zum 7. April mit einer Wanderausstellung gewürdigt. Historische Momente und das politische Agieren einiger Frauen stehen exemplarisch als Meilensteine der Geschichte auf dem Weg der Gleichberechtigung von Frauen.

Erzählcafés im März

Zwei weitere Erzählcafés finden an den Sonntagen 10. und 24. März um 14.30 Uhr statt. Die Erzählcafés werden in Kooperation mit der Agendagruppe Frauen für Gleichberechtigung organisiert.

Weitere Informationen zu den Erzählcafés im Veranstaltungskalender »

Führung mit der Museumsleiterin Kristin Koch-Konz

Am Sonntag, den 7. April, dem letzten Ausstellungstag, führt Museumsleiterin Kristin Koch-Konz um 14.30 Uhr durch die Geschichte des Frauenwahlrechts und stellt die Meilensteine vor, die zur Gleichberechtigung der Frauen beigetragen haben. Öffnungszeiten des Museums sind dienstags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

 

Weitere Veranstaltungen zu Frauenwahlrecht und Demokratie

Lassen Sie sich auch mit folgenden Veranstaltungen in die Geschichte des Frauenwahlrechts und der Demokratie einführen:

Ein langer Weg. 100 Jahre Frauenwahlrecht »

Vortrag von Christine Frey
Mittwoch, 27. Februar, um 19 Uhr
vhs, Konferenzraum

Frauenfrühstück zum Internationalen Frauentag

mit der Musikkabarettistin Sabine Schief
Samstag, 9. März, um 9 Uhr
Haus der Begegnung

“Die Frau an seiner Seite“ oder: Wie entstand das Bild der First Lady? »

vhs-Kurs mit Christine Frey
Mittwoch 8., 15. und 22. Mai, jeweils 17.45 bis 19.15 Uhr
vhs, Raum E 2, Anmeldung erforderlich

“Damenwahl“ - 100 Jahre Frauenwahlrecht »

Exkursion mit Angelika Brombacher
Führung durch die Landesausstellung im Haus der Geschichte in Stuttgart
Freitag, 22. März, 15 bis 16.30
Anmeldung erforderlich