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Stadt erhält ein Holzrelief des Künstlers Hermann Heintschel

Die städtische Kunstsammlung ist um ein Werk des Malers und Grafikers Hermann Heintschel reicher. Die Witwe des 1998 in Stuttgart verstorbenen Künstlers, Gabriele Frik-Heintschel, hat ein Holzrelief aus der Rammbock-Serie, das im Jahr 1969 entstanden ist, jetzt der Stadt Leonberg geschenkt.

Es ist die mittlerweile 93. Schenkung

Das über einen Quadratmeter große Werk wurde am Mittwoch, den 6. Februar, um 10 Uhr offiziell übergeben. Der Künstler wäre an diesem Tag 88 Jahre alt geworden.

"Das Werk ist ein Geschenk an die Stadt zum Abschied der ehemaligen Kulturamtsleiterin Christina Ossowski", so Frik-Heintschel. "Wir kennen uns schon seit vielen Jahren, haben uns kurz nach der Wende in Leipzig kennengelernt, wo Hermann damals im Museum der Bildenden Künste ausstellte", fährt sie fort.

Nach Restauration ab sofort im 4. OG im Rathaus Leonberg zu sehen

Ossowski kam 1991 nach Leonberg, ging Anfang 2018 in den Ruhestand. Während des vergangenen Jahres wurde das Holzrelief restauriert und die Schenkung organisiert. "Das Werk erhält einen prominenten Platz innerhalb der Sammlungspräsentation im 4. Obergeschoss des Rathauses am Belforter Platz", so die neue Kulturamtsleiterin Alexa Heyder.

"Im Bestand der städtischen Sammlung befinden sich bisher Siebdrucke und Farbradierungen von Hermann Heintschel", fügt sie an. Heyder weiter: "Das Holzrelief ist somit eine sehr gute Ergänzung und fügt der Sammlung einen neuen Aspekt im Werk des Künstlers hinzu."

 

Über den Künstler

1931 in Nordböhmen geboren, absolvierte Heintschel in jungen Jahren zunächst eine Lehre als Werkzeugmacher. Später arbeitete er als freiberuflicher Konstrukteur. Mitte der 60er-Jahre lernte er an der internationalen Sommerakademie der bildenden Künste in Salzburg bei Max Peiffer-Watenphul und bei Emilio Vedova. 1967 wurde er in den Verband Bildender Künstler aufgenommen. Anfang der 70er-Jahre zog es Heintschel in die USA.

Zuvor vor allem für seine Siebdrucke bekannt, die er in einer eigens gebauten Siebdruckanlage fertigte, wandte er sich 1977 Aquatinta-Farbradierungen zu. 1980 konstruierte und baute er eine eigene Radierpresse. 1985 folgte der Bau seines eigenen Ateliers im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. In den 90er-Jahren arbeitete er an collagierten Zeichnungsfolgen, großformatigen Zeichnungen und Leinwandbildern.

1998 verstarb der Künstler völlig unerwartet in Stuttgart. Auch nach seinem Tod wurden und werden seine Werke in ganz Deutschland und in den Niederlanden ausgestellt.