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Leider kommt die Leonberger-Hunde-Patenschaft nicht zustande 

Adele wächst im Illertal in der Nähe von Kempten auf 

"Die Entscheidung, Adele aus Leonberg wegzugeben, ist uns richtig schwer gefallen", so Züchter Ralph Kaisser enttäuscht

"Unter den Bewerbern war aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht der bzw. die Richtige dabei. Es sollte leider nicht sein", fügt er an.

Nach fast 30 Jahren kamen bei Familie Kaisser am 7. November 2018 zum ersten Mal wieder Leonberger Welpen in Leonberg zur Welt – drei kleine Vierbeiner, ausschließlich Weibchen. Eine von ihnen sollte Botschafterin der Stadt werden, "Adele" ihr Name werden.

Keine geeignete Familie gefunden - Adele wächst nun im Illertal auf

"Zusammen mit der Stadtverwaltung haben wir dann geeignete Familien gesucht, leider keine gefunden", erklärt "Hundepapa" Kaisser und ergänzt: "Die Welpen sind jetzt neun Wochen alt, wir müssen sie abgeben, die Bindung zur Mutter wird sonst zu stark und sie kämpfen zusehends um ihren Rang in der kleinen Gruppe. Ihren Namen wird Adele behalten."

Sie wächst nun im Illertal in der Nähe von Kempten auf. Er fügt an: "Ursprünglich war eine Familie aus Waiblingen vorgesehen, die jedoch aus privaten Gründen kurzfristig abgesagt hat." Die anderen zwei Welpen wurden ebenfalls am ersten Januar-Wochenende weggegeben.

Die Familie hatte auch überlegt, die kleine Adele selbst großzuziehen. "Wir haben uns aus zeitlichen Gründen dagegen entschieden, obwohl unser Herz gesagt hat, sie zu behalten. Aber wir wären ihr nicht zu 100% gerecht geworden", beschreibt Kaisser den inneren Konflikt und ergänzt: "Manchmal muss man harte Entscheidungen treffen."

 

Das Wohl des Tieres geht vor

Das Leonberger "Herrchen" oder "Frauchen" von Adele hätte einen Vertrag mit der Stadt geschlossen – so hatte es der Sozial- und Kultusausschuss zuletzt beschlossen. Der neue Hundehalter hätte sich verpflichtet, das Tier auszubilden und mit ihm auch zu städtischen Großveranstaltungen präsent zu sein. Darüber hinaus sollte die Vierbeinerin als Besuchshund regelmäßig Schulen und Kindergärten besuchen. Im Gegenzug hätte die Stadt als Pate des Hundes einen festen Betrag zur Deckung der Grundkosten – etwa Steuer, Haftpflicht oder Futter – von 130 Euro monatlich dem künftigen Halter pro Monat ausbezahlt.

"Jetzt werden wir andere Optionen prüfen, was wir mit dem Geld machen. Dies dann im Ausschuss besprechen", so Bürgermeister Klaus Brenner. Er fährt fort: "Wir hätten uns auch sehr gefreut, eine stattliche Löwin als Repräsentantin der Stadt zu haben. Aber die Entscheidung so zu treffen, ist für das Tier die beste – darum geht es schließlich."

Familie Kaisser wird ihre Hobbyzucht auch weiterhin fortsetzen. "Vielleicht ergibt sich dann noch einmal die Gelegenheit", blickt Ralph Kaisser in die Zukunft und bemerkt abschließend: "Die mediale Aufmerksamkeit hat auf jeden Fall die Leonberger Hunderasse wieder in den Fokus gerückt. Es sind für uns die besten Familienhunde."

 

Hintergrund zur Entstehung der Rasse

Stadtrat Heinrich Essig († 1887) hatte seinerzeit durch die Kreuzung von Neufundländer, Bernhardiner und Pyrenäenberghund die Leonberger Hunde gezüchtet, die mit einer Schulterhöhe von bis zu 80 Zentimetern imposant in der Größe sind.

Optisch sollen sie dem Löwen im Stadtwappen recht nahe kommen.