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Höfinger Rathausplatz feierlich eingeweiht 

Vergangenen Mittwoch wurde der neugestaltete Höfinger Rathausplatz von Ortsvorsteherin Bärbel Sauer und Mitgliedern des Ortschaftsrates gemeinsam mit Oberbürgermeister Martin Kaufmann offiziell eingeweiht. Die Neugestaltung wurde aus dem "Erbe Beck" mit 280.000 Euro finanziert. 

Hinweistafel erinnert an das Erbe Beck

Bärbel Sauer enthüllte – im Rahmen des wöchentlichen Marktes – eine Hinweistafel an der marktzugewandten Seite des alten Höfinger Rathauses. Darauf wird an das Erbe Beck erinnert.  

"Unser Altes Rathaus ist einer der wichtigsten städtebaulichen Identifikationspunkte im Ort", so Sauer. "Deshalb bin ich froh, dass die Umgestaltung so gut gelungen ist", fährt sie fort. Denn zuvor – so die Analyse des städtischen Baudezernats – kam das Verwaltungsgebäude aus dem 16. Jahrhundert im "Schatten" des Neuen Rathauses nicht so recht zur Geltung. Daher war es die gestalterische Leitidee, das Alte Rathaus stärker freizustellen und die Gebäudefassaden im öffentlichen Raum präsenter zu machen. "Das gelingt durch die Schaffung des durchgängigen Betonpflasterbelages von der Pforzheimer Straße bis zum Marktplatz hervorragend", schätzt Sauer ein und ergänzt: "Durch die Entfernung der Grünbeete am Gebäude kann der Belag direkt an die Fassaden geführt werden. Der Bau wird damit wieder stärker in den öffentlichen Raum integriert."

 

Aufenthaltsqualität aufgewertet

Dem Ortschaftsrat war es zudem ein wichtiges Anliegen, eine höhere Aufenthaltsqualität zu schaffen. Dazu wurden seniorengeeignete Sitzbänke, Fahrradständer und Mülleimer sowie ein Beleuchtungskonzept angeschafft. Auch wirkte das Gremium darauf hin, dass für den schon seit 25 Jahren bestehenden  Wochenmarkt die Stromversorgung künftig durch Unterflurkasten erfolgt. Durch die verkürzten Kabelwege werden "Stolperfallen" für die Marktbesucher vermieden. "Davon profitieren natürlich ebenfalls der Höfinger Weihnachtsmarkt und die auf dem Rathausplatz stattfindenden traditionellen Vereinsfeste", so Sauer.

Auch Oberbürgermeister Martin Kaufmann findet die Neugestaltung gelungen: "Mit effektiven Maßnahmen ist hier ein schöner neuer Rathausplatz entstanden."

Insgesamt wurden rund 280.000 Euro investiert, wobei die 750 Quadratmeter Betonpflaster mit rund 150.000 Euro den größten Posten darstellen. Der Ortschafsrat hatte im Sommer 2016 die Durchführung der Baumaßnahme mit Mitteln aus dem Erbe Beck beschlossen.

 

Über das "Erbe Beck"

Rund 670.000 Euro hat Höfingen von dem Ehepaar Marianne und Erwin Beck im Jahr 2008 geerbt. Die bescheidenen Leute lebten lange in der dortigen Varnbülerstraße. Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, verfügten sie 1970 in ihrem Testament: "Jeder von uns beruft zu seinem Alleinerben die Gemeinde Höfingen." Nach der Eingemeindung haben die Eheleute in den 80er-Jahren ihr Testament dahingehend geändert, dass die Stadt Leonberg Alleinerbin wird – allerdings mit der Auflage, dass das Vermögen ausschließlich in Höfingen verwendet werden darf. "Über die Verwendung entscheidet der Ortschaftsrat allein", heißt es in dem Papier.

Da zur Abwicklung des Vermächtnisses zunächst einige juristische Hürden zu überwinden waren, konnte sich der Ortschaftsrat erst Anfang des Jahres 2016 mit der Frage der Verwendung des Nachlasses befassen. Nachdem der Ortschaftsrat 20 Projekte definiert hatte, filterte er davon acht heraus, die sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens betreffen. Diese wurden von der Verwaltung näher untersucht und bewertet. Letztlich hat sich der Ortschaftsrat dann auf drei Projekte festgelegt: 12.000 Euro wurden 2017 für eine Seilbahn und Balancierklötze auf dem Spielplatz Albert-Schweitzer-Straße investiert, 280.000 Euro flossen eben in die Neugestaltung des Rathausplatzes und 250.000 Euro werden in den kommenden Jahren im "Höfinger Täle" investiert, das zum Naturerfahrungsraum umgestaltet werden soll.  Nach Abrechnung der drei Projekte wird der Ortschafsrat über die Verwendung der übrigen Summe entscheiden.