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Aktionswoche Demenz mit vielen Veranstaltungen beginnt am Freitag 

"Dement, na und!?"

Ab 21. September fordert die Aktionswoche Demenz uns alle dazu auf, offen mit dem Thema umzugehen. Niemand muss mit dieser Situation alleine zurechtkommen. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung zeigen demenzielle Züge – in Leonberg betrifft es statistisch in etwa 1.000 Menschen und 2.500 Angehörige.

Musik und Tanz bringen kostbare Momente der Lebensfreude

"Stellen Sie sich eine in sich versunkene alte Dame im Rollstuhl vor", beschreibt Jacob Fries von der Begegnungsstätte Sonnenschein. "Dann geht die Musik an", fährt er fort. "Langsam beginnt die alte Dame Ihre Hand zu bewegen, dann den Fuß", so Fries weiter. "Wenige Sekunden später steht sie unter Hilfe langsam mit einem Lächeln aus ihrem Rollstuhl auf und bewegt sich zu den ihr bekannten Takten.", fügt er an. "Die Musik erreicht demente Menschen auf einer Ebene, auf der man sie sonst nicht erreicht. Diese kurzen Momente des Lachens und der Lebensfreude sind unbezahlbar."

Szenerien wie diese erlebt die Pflegefachkraft oftmals beim Tanz für Menschen mit und ohne Demenz im Leonberger Samariterstift in der Seestraße. Am 23. September, im Rahmen der "Aktionswoche Demenz", findet die Veranstaltung in der Zeit von 14.45 bis 17 Uhr wieder statt. "Jeder ist eingeladen, mitzumachen. Der Eintritt ist frei", so Fries.

 

Die Aktionswoche mit Büchertisch, Kinofilm sowie Vortrags- und Fragerunde startet am 21. September mit dem Welt-Alzheimertag

Auftakt für die Aktionswoche ist der Welt-Alzheimertag am 21. September. Von diesem Tag an bis zum 28. September gibt es in der Stadtbücherei in der Liststraße einen Büchertisch zum Thema Demenz.

Auch der Stadtseniorenrat beteiligt sich an der Aktionswoche: Am Dienstag, um 15 Uhr wird im Traumpalast Kino die Tragikomödie "Das Leuchten der Erinnerung" mit Helen Mirren und Donald Sutherland in den Hauptrollen gezeigt. Zu einem Sonderpreis von 5,50 Euro ist der Film zu sehen.

Am Donnerstag, den 27. September wird es eine Fragerunde im Vortragsraum des Krankenhauses geben. Auf dem Podium sitzen Dr. Regine Bölter, Oberärztin im Leonberger Krankenhaus; Katja von Goetze-Siegle vom Betreuungsverein „FISH“; Angela Viellieber von der Leonberger Seniorenresidenz und Nicole Sischka vom Samariterstift. Die Moderation übernimmt Jürgen Rein vom Amt für Jugend, Familie und Sport. Auch Jacob Fries sitzt mit im Podium. Er hält zuvor, ab 18.30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel "Dement, na und!?". Zentrale Fragen werden sein, wie Angehörige mit der Situation umgehen können und wo man sich Hilfe holen kann. Auch geht es darum, die Sicht des Betroffenen näherzubringen.

 

Betreuungsangebote und -konzepte helfen Betroffenen und entlasten Angehörige

"Ziel der Aktionswoche ist es, die Krankheit Demenz aus einer Ecke zu holen, in die sie nicht hinein gehört", so Viellieber. "Viele befassen sich ungern mit dem Thema. Angehörige haben Schwierigkeiten, sich auf die neue und ungewohnte Situation einzulassen", fährt sie fort. "Dabei ist ein offener Umgang mit dem Thema besonders wichtig. Die Kernbotschaft der Aktionswoche ist, dass niemand allein mit der Situation umgehen muss", bemerkt Margot Nittner vom Stadtseniorenrat. "Ebenso werden Betreuungsangebote und -konzepte vorgestellt", erklärt Reinhard Ernst, Geschäftsführer der Sozialstation und ergänzt: "Denn es geht nicht nur um die Pflege der Betroffenen, sondern auch um die Entlastung der Angehörigen."

 

Lokale Allianz für Menschen mit Demenz: ein wichtiges Netzwerk in Leonberg

Viellieber, Nittner und Ernst gehören mit Ihren Vereinen bzw. Einrichtungen u. a. zur Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz in Leonberg, welche die Aktionswoche organisiert. "Auch der Soziale Dienst, die Altenheimseelsorge und viele weitere Institutionen und Vereine gehören der Vereinigung an", erklärt der Erste Bürgermeister Dr. Ulrich Vonderheid. "Ein wichtiges Netzwerk, um die Betreuung und Versorgung von Angehörigen und dementen Menschen sicherzustellen. Deshalb geben wir während der Woche auch den neu aufgelegten Flyer mit allen Ansprechpartnern zum Thema Demenz aus", erläutert er.

 

Mehr Informationen über Angebote für demenziell Erkrankte und deren Angehörige in Leonberg

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung zeigen demenzielle Züge – in Leonberg betrifft es statistisch in etwa 1.000 Menschen und 2.500 Angehörige. "Es ist an der Zeit, das Thema noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Deshalb hoffen wir auf viel Publikum während der angebotenen Veranstaltungen", sind sich alle Beteiligten einig.

Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen zum Thema Demenz – wie etwa ein Video mit allen Einrichtungen in Leonberg – finden Sie u. a. unter www.leonberg.de/alltag-mit-demenz.