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Tag des offenen Denkmals am 9. September 

"Entdecken, was uns verbindet" lautet das diesjährige Motto 

Der Tag des offenen Denkmals findet alljährlich am zweiten Septembersonntag statt

1993 lenkte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zum ersten Mal das Interesse auf die Einmaligkeit und Kostbarkeit des baukulturellen Erbes. Seitdem steigt die Zahl der geöffneten Gebäude und Stätten sowie die Zahl der Besucher. Im Jahr des 25sten Jubiläums stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag in einen europäischen Kontext. Denn das diesjährige Motto "Entdecken, was uns verbindet" bezieht sich explizit auf das Europäische Kulturerbejahr. Dessen Leitthema "Sharing Heritage", deutsch: "Geteiltes Erbe", fragt nach Verbindendem in dem vielfältigen europäischen Staatenverbund. Es sind nicht immer Gemeinsamkeiten, die Verbindungen schaffen.

In Leonberg öffnen die folgenden historischen Bauten und Stätten ihre Türen für interessierte Blicke, Erkundungsgänge und vertiefende Erkenntnisse zu Verbindendem. Der Zutritt ist kostenfrei.


Fleischbank, Tanzsaal, Ratsstuben und Archive. Zur Nutzungsgeschichte des Alten Leonberger Rathauses


Führungen um 11.15 Uhr, 14 Uhr und 15 Uhr mit dem Bauhistoriker Dr. Ulrich Knapp.
Vor 550 Jahren wurde das Leonberger Rathaus als Multifunktionsgebäude errichtet: In der ehemals offenen Erdgeschosshalle waren u. a. die Fleischbänke untergebracht. Im ersten Obergeschoss befand sich der Tanzboden und im zweiten die Stuben des Rates mit den zugehörigen Archivgewölben – den einzigen Räumen, die bis heute ihren alten Charakter bewahrt haben. Das Rathaus selbst hat sich im Zuge der Entwicklung vom Rathaus einer Amtsstadt der Grafschaft Württemberg zum Rathaus einer selbstverwalteten Kommune kontinuierlich verändert. Das Gebäude wird in einem Rundgang von den Kellern bis zum Dachwerk erkundet.
Treffpunkt: Brunnen auf dem Marktplatz


Stadtmuseum Leonberg – Das Haus erzählt seine Geschichte


Geöffnet von 13 bis 18 Uhr, Führungen um 14 Uhr und 15 Uhr mit der Museumsleiterin Kristin Koch-Konz.
Ähnlich anderen historischen Gebäuden haben sich Aussehen und Nutzung des heutigen Stadtmuseums mehrfach geändert. Es bedarf umfänglicher Maßnahmen, um gesicherte Erkenntnisse zu gewinnen. Im Falle des Gebäudes Pfarrstraße 1 ergab sich in den Jahren 1999 bis 2001 die Gelegenheit dazu. Ein Team aus Archivarin, Archäologe, Hausforscher, Kulturwissenschaftler und Restaurator nahmen im Zuge der Restaurierung die baulichen Gegebenheiten und die Beschreibungen in Quellen unter die Lupe. Die Ergebnisse der Recherchen wurden in sogenannten "Baugeschichtsfenstern" sichtbar gemacht. Sie bilden einen eigenen Erzählstrang durch das Haus. Wie beim Alten Rathaus führt der Rundgang durch das Stadtmuseum vom Keller bis zum Dachboden.


Bauernhausmuseum Leonberg – ein eindrückliches Zeugnis bäuerlicher Geschichte


Geöffnet von 13 bis 18 Uhr, Führungen jeweils zur vollen Stunde von Mitgliedern des Fördervereins Bauernhausmuseum.
Das Anwesen Dorfstraße 34 in Gebersheim ist eines der wenigen, an Ort und Stelle erhaltenen Gehöfte der Region. Zu dem kleinen Freilichtmuseum gehören Wohnhaus mit Stallungen, Scheunen, Göpel und Garten. Anfang des 20. Jahrhunderts scheint das Leben dort stehen geblieben zu sein. Die Lebensspuren seiner Bewohner, die überall sichtbar sind, verleihen diesem Museum seinen besonderen Wert, seine Echtheit und Glaubwürdigkeit, seine Authentizität.


KZ-Gedenkstätte im Engelbergtunnel


Geöffnet ab 14 Uhr, um 14.15 Uhr Power Point-Präsentation zur Geschichte des Engelbergtunnels, um 15 Uhr Filmvorführung "Überlebende des KZ Leonberg" durch Mitglieder der KZ-Gedenkstätteninitiative.
Die Gedenkstätte im Tunnel, der Weg der Erinnerung und vor allem das Engagement der KZ-Gedenkstätteninitiative sind Ausdruck gelebter Verständigung und zwischenmenschlicher Verbindungen über Grenzen hinweg. Dafür erhielt die KZ-Gedenkstätteninitiative das Kulturerbe-Siegel der Europäischen Union. Mitglieder der KZ-Gedenkstätteninitiative suchten die Begegnung mit ehemaligen KZ-Häftlingen, die in Leonberg Traumatisches erleben mussten, und vermittelten Gespräche dieser Zeitzeugen mit der jungen Generation. Der Film "Überlebende des KZ Leonberg" handelt von den Erzählungen der ehemaligen Häftlinge über Lager und Tunnel. Die Power Point-Präsentation zeichnet die Geschichte des alten Autobahntunnels nach, dessen westliche Röhre heute Ort der Begegnung und des Gedenkens ist.


Lahrensmühle, In der Au

Geöffnet von 10 bis 19 Uhr mit durchgehendem Programm und Bewirtung.
Die Lahrensmühle ist ein Beispiel dafür, wie eng Menschen mit einem denkmalgeschützten Objekt verbunden sein können. Seit Jahren ist die Mühle Ort für kulturelle Veranstaltungen, seit Jahren dürfen sich historisch Interessierte zum Mühlentag und zum Tag des offenen Denkmals in den Gebäuden und auf dem Gelände umschauen. Klappern wird auch das Mühlrad, das der Zimmermann und Restaurator Jürgen Ziegler für die Lahrensmühle herstellte. Von 10 bis 16 Uhr geben Bilder von Gebäuderestaurationen der Fa. Ziegler Einblick, was ein meisterlicher Eingriff bewirken kann.

Zum Ausklang des Tages lädt die Christian Wagner Gesellschaft um 18 Uhr zu Jazz und Lyrik in der Lahrensmühle ein. Das Fabian Meyer Trio spielt auf, angekündigt als eine der interessantesten jungen Jazz-Formationen der Region. Karten gibt es für 18 Euro (für CWG-Mitglieder 16 Euro) im Vorverkauf bei der Buchhandlung Röhm im Leo-Center oder an der Abendkasse.


Fleischmühle, Glemstal


Geöffnet von 11 bis 18 Uhr, Führungen um 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr.
Glems und der Glemsmühlenweg bilden die natürliche Verbindung zwischen Lahrens- und Fleischmühle. Die historischen Gebäude und ihre Ausstattung machen das Mühlenhandwerk,
wie es in der Vergangenheit betrieben wurde, anschaulich und anfassbar. Ein ausgeschilderter Rundgang führt die Besucher durch Mühle und Mühlenscheuer. Die verbrieften Wasserrechte, die Mühlenbesitzer für den Betrieb des Mahlwerkes hatten und heute noch haben, sind ein interessantes Thema, für das sich die Teilnahme an einer Führungen lohnt. In der Fleischmühle wird die Wasserkraft der Glems zur Energiegewinnung mit einer Wasserturbine genutzt.