Seiteninhalt

Kunst trifft Produktion - ab 5. Oktober 2018 im Rathaus Leonberg

Das Produktionskunstfestival "Drehmo­ment" der Kultur-Region Stuttgart sorgt für eine Verknüpfung beider Disziplinen auch in Leonberg. 

Im Rahmen des Festivals 2018 der Kultur-Re­gion Stuttgart, "Drehmoment", erschaffen derzeit rund 35 Künstlerinnen und Künstler außergewöhnliche Kunstwerke in Zusam­menarbeit mit örtlichen Unternehmen. Die Stadt Leonberg ist als Mitgliedskommune der Kultur-Region ebenfalls mit einem Bei­trag vertreten, der am 5. Oktober, um 18 Uhr, im Rathaus Leonberg eröffnet wird. 

Kunstwerke von der Skulptur bis hin zur Roboter/Virtual Reality Kunst

Die Idee hinter dem Festival ist einfach und komplex zugleich: Kunst erhält Zugang zu in­dustriellen Ressourcen des führenden Wirt­schaftsstandorts Region Stuttgart. Dabei tref­fen das Zielgerichtete und Planbare der Indust­rie und die kreative Kraft der Kunst aufeinander. Der Aspekt der gegenseitigen Inspiration ist al­so Teil des Konzepts ebenso wie die Entwick­lung neuer Erkenntnisse. In den letzten Monaten wurden in den Mit­gliedskommunen der Kultur-Region Stuttgart Unternehmen als Projektpartner gewonnen – vom Startup über das Familienunternehmen bis hin zum Global Player.

Der künstlerische Leiter des Projektes, Benjamin Heidersberger, hat die­se mit Künstlerinnen und Künstlern verschiede­ner Sparten zusammen gebracht. Vor Ort und mithilfe der neuen Möglichkeiten entstanden und entstehen derzeit Kunstwerke von der Skulptur bis hin zur Roboter/Virtual Reality Kunst.

 

Die Arbeit "Line-Follower" des Berliner Künstlers, Programmie­rers und Dozenten Sebastian Schmieg ab 5. Oktober im Rathaus Leonberg

Das Kulturamt Leonberg wird im Rathausfoyer eine Arbeit des Berliner Künstlers, Programmie­rers und Dozenten Sebastian Schmieg präsentie­ren. Sie trägt den Arbeitstitel "Line-Follower" und ist das Ergebnis der Auseinandersetzung Schmiegs mit der Simulationssoftware "IPO.log" des Leonberger Unternehmens IPO.plan. Diese Software plant und simuliert Fertigungs­- und Logistikprozesse und hilft, de­ren Effizienz zu steigern. Insbesondere die Lauf­wege und Handgriffe der Arbeiter werden virtu­ell abgebildet und entsprechend modifiziert.

Das Rathausfoyer wird durch Schmiegs Arbeit zur virtuellen Produktionsstätte. Seine Video­installation befragt das Konzept einer planbaren und kontinuierlichen Optimierung unserer Arbeits­- und Lebenswelt, die geprägt ist von Gewohnheiten, Wiederholungen bis hin zu Ri­tualen. Die Videoinstallation selbst wird als End­losschleife (Loop) angelegt, d.h. auch sie ist der ständigen Wiederholung unterworfen. In Anlehnung an die Laufwege der Arbeiter wird auf dem Boden des Foyers eine über hundert Meter lange Zeichnung angebracht, durch die ein geschlossener Weg entsteht. Diesem folgt ein so genannter "Line­-Follower" in Form eines selbstfahrenden Bildschirms. Der Betrachter des Videoloops folgt nun unwillkürlich dem Laufweg, der zuvor per Simulation ermittelt wurde, und wird dadurch Teilnehmer einer per­formativen Arbeit, die wiederum von den unter­schiedlichen Ebenen des Rathauses aus beob­achtet werden kann. Auch die Videoarbeit ist an den Laufweg geknüpft: Die Kameraführung er­gibt sich aus dem in der Software definierten Ablauf, so dass die Bewegungen des Virtuellen und des Aktuellen deckungsgleich werden.

 

Sebastian Schmieg

Sebastian Schmieg ist in Tübingen aufge­wachsen, studierte an der Universität der Künste Berlin und arbeitet als Künstler, Pro­grammierer und Dozent. Er beschäftigt sich mit digitaler Arbeit, Selbstoptimierung, ma­schinellem Sehen und Schreiben, mit Inter­ventionen innerhalb algorithmischer Systeme sowie mit Menschen als Erweiterungen von Software. Seine Arbeiten umfassen Videos, Künstlerbücher, Webseiten, Lecture Perfor­mances, Software und Installationen und wur­den international ausgestellt, u.a. bei der Transmediale, Berlin, im Art Center Nabi, Seoul, in der Bitforms Gallery, New York, und in der Photographers’ Gallery, London. 2017 war er Stipendiat an der Akademie Schloss Solitude. Sebastian Schmieg lebt und arbeitet in Berlin.

 

Eröffnung am Freitag, 5. Oktober um 18 Uhr

Die Eröffnung des "Line-Followers"(AT) im Rathaus Leonberg findet statt am Freitag, 5. Oktober, um 18 Uhr. Die Netzkünstlerin und Dozentin Olia Lialina wird in das Werk einführen. Die Ausstellung kann während des gesamten Festivalzeitraums zu den üblichen Rathausöff­nungszeiten und an allen vier Sonntagen von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Begleitprogramm in Leonberg: Vortrag von Tilman Baumgärtel, Professor für Medientheo­rie an der Hochschule Mainz: "Dasselbe, bloß anders. Wiederholung und Differenz im Loop", am 19. Oktober, um 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses.

 

"Drehmoment" in der Region

Zum Festival erscheint ein Faltblatt mit allen Ausstellungen und Veranstaltungen in der Region. Geplant sind außerdem einzelne Bustouren zu den Pro­jekten in den Mitgliedskommunen. Alle Informa­tionen auch unter www.kulturregion­-stuttgart.de.