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Der Engelbergturm

Das Wahrzeichen der Stadt Leonberg

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Engelbergturm für Besucher aktuell gesperrt.


Geschichte des Engelbergturms von 1927 bis heute


1927 packten Stadtschultheiß Gotthilf Funck und der Leonberger Gemeinderat die Gelegenheit beim Schopf. Der neu gegründete Stuttgarter Golfclub plante, auf der Leonberger Heide einen Golfplatz anzulegen. Allerdings setzte das einen Anschluss an die Leonberger Wasserleitung voraus, was bedeutete, dass die Stadt einen Wasserturm benötigte. Somit baute die Stadt Leonberg einen Wasser- und Aussichtsturm.

Der Bau dieses Hochbehälters bot viele Chancen: Ausdehnung der Bebauung am Engelberghang, Pachteinnahmen für das Golfplatzgelände, Verdienstmöglichkeit für Leonberger Handwerker und Arbeiter in einer Zeit zunehmender Arbeitslosigkeit und schließlich hohe finanzielle Zuschüsse. Ein Jahr nach der ersten Beratung stand der Turm, geplant vom Stuttgarter Oberbaurat Groß, in Backstein ausgeführt von der Stuttgarter Firma Albrecht. Der Turm kostete 27.000 Mark, die Stadt trug daran 5.000 Mark.
An Ostern 1928, am 8. April, war er erstmals für Besucher geöffnet. Der Eintrittspreis betrug für Erwachsene 20 Pfennig und für Kinder 10 Pfennig, für Vereinsgruppen pro Mitglied 10 Pfennig und für Schulklassen pro Schüler 5 Pfennig. Das Leonberger Tagblatt berichtete: "Der neu eröffnete Aussichtsturm wurde von 648 Erwachsenen und 149 Kindern besucht. Auf dem Engelberg selbst ging es zu wie sonst nur am Kinderfest. Wirt Mundiger ging sogar der Stoff aus. Es ist aber auch wirklich ein idealer Platz da oben."

Die Aussicht hatte die Zeitung schon nach Fertigstellung des Turms in der Ausgabe vom 12. März 1928 gerühmt: "Die Rundschau [...] ist nun ganz prächtig, trotzdem der Schönbuch von der Schwäbischen Alb nur die Höhenränder und Spitzen freilässt. Vom Schwarzwald sehen wir in leichten Konturen noch die Höhen um den 988 m hohen Hohlohkopf. Im Norden reicht der Blick bis zum Odenwald, von dem man den Katzenbuckel deutlicher erkennen kann. Aus dem Gewirr der Löwensteiner, Mainhardtner und Murrhardter Waldberge sind viele Einzelheiten festzustellen. Durch das Remstal sehen wir den Hohenrechberg und den Hohenstaufen. Von dort verfolgt unser Auge die ganze Kette der Schwäbischen Alb fast ohne Unterbrechung bis zum Hohenzollern."

Bis 1982 wurde der Engelbergturm als Wasserturm genutzt. Dann übernahm der beim Waldfriedhof gebaute Hochbehälter "Studentenbäumle" mit einem Fassungsvermögen von 1800 m³ seine Aufgabe.

 

Daten und Fakten

Der Turm auf dem 480,60 m hohen Engelberg hat eine Höhe von 34,70 m und einen Durchmesser von 7,90 m. Der heute leere Wasserbehälter im vierten Stockwerk besitzt ein Fassungsvermögen von 72 m³. Zur Aussichtsplattform im fünften und obersten Stockwerk führen 123 Stufen hinauf.

 

Die Aussicht genießen: Öffnungszeiten und Ansprechpartner

Bis zum 25. Oktober ist der Engelbergturm an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei.

Auch für Personen, die gerne während der Woche auf den Engelbergturm steigen möchten, gibt es die Möglichkeit, beim i-Punkt im Rathaus einen Schlüssel auszuleihen. Die Mitarbeiterinnen empfehlen, rechtzeitig vor dem Besichtigungstermin unter Telefon 07152 990-1408 den Schlüssel zu reservieren.

Personen, die den Turm für eine private Feier mieten möchten, setzen sich bitte mit dem Gebäudemanagement in Verbindung.