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Ausstellung Volker Stelzmann: Letzte Führung

Haben Sie Lust, am 2. Weihnachtsfeiertag den gemütlichen Platz unterm Tannenbaum zu verlassen und eine ungewöhnliche Aus­stellung kennen zu lernen? Wenn ja, dann kommen Sie am 26. Dezember, um 16 Uhr in den Galerieverein Leonberg, Zwerchstraße 27.

Kurz vor dem Ende der Ausstellung mit Gemälden von Volker Stelzmann im Leon­berger Galerieverein lädt das Kulturamt noch einmal zu einer öffentlichen Führung mit Christina Ossowski ein. Die erfolgreiche Ausstellung schließt am Samstag, 30. De­zember 2017.

Volker Stelzmann (geb. 1940) zählt zu den wich­tigsten deutschen Malern unserer Zeit. In Dres­den geboren studierte er Malerei an der Hoch­schule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Schon damals galt er innerhalb der Leipziger Schule als ein harter genauer Arbeiter, der sich nicht verbiegen lies (B. Heisig). Von 1986­ bis 2006 lehrte er an der Hochschule der Künste Berlin. Dort lebt und arbeitet er bis heute. Seine Bilder be­schäftigen sich fast ausschließlich mit mensch­lichen Figuren, die altmeisterlich präzise ausge­führt sind.

Bedrohungen, entrückte Zeitlosigkeit und altmeisterliche Lasurtechnik

Aus einer scheinbar unerschöpflichen Fülle sol­cher an Gesten und Gebärden reichen Einzelfi­guren entwickelt Stelzmann pointierte Kompo­sitionen und Bildaussagen. Auch wenn er sich dabei auf historische Vorbilder wie den Maler Otto Dix oder den italienischen Manieristen Ja­copo Pontormo bezieht, zeugen seine Bilder von heutigen Menschen, solchen, die uns täg­lich auf den Straßen, im Varieté oder Zirkus be­gegnen. Ausschnitthaft treten diese scheinbar vertrau­ten und doch verstörend fremden „Mit­Men­schen“ aus dunklen Bildgründen hervor und verunsichern den Betrachter.
Der Kritiker der Stuttgarter Zeitung Georg Leis­ten äußerte zu der Leonberger Ausstellung u.a.: Die Bedrohungen, die Volker Stelzmann im Ga­lerieverein zeigt, scheinen weit weg von der Gegenwart. Doch die entrückte Zeitlosigkeit und die altmeisterliche Lasurtechnik sind nur das sinnentrügerische Lockangebot... In ver­kappten Abendmahlszenen, Höllenstürzen und Kreuzigungen begegnet das historische Zitat einem überdrehten Heute. So wie der Straßen­kampf zwischen Autonomen, Skinheads und Polizisten an die Gefangennahme Christi erin­nert, hat auch der Obdachlose, der aus dem Zelt herauslugt, etwas vom heiligen Hieronymus im Gehäus.

Eintritt und Führung sind frei.
Um eine Spende an den Galerieverein wird gebeten.