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Leonberg beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals am 10. September steht heuer unter dem Motto "Macht und Pracht". Das Motto bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden. Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern.

In Leonberg beteiligen sich die Lahrensmühle, die für traditionelles Handwerk steht, sowie der Engelbergtunnel, in dem während des zweiten Weltkriegs KZ-Häftlinge für die Rüstungsindustrie Teile produzieren mussten. Ebenfalls öffnen die Stadtkirche, das Stadtmuseum und das Bauernhausmuseum ihre Türen für die Besucher.

 

Lahrensmühle

Das älteste erhalten gebliebene Schriftstück über die Wasseranlage der Lahrensmühle stammt aus dem Jahr 1767. Das einstige Mühlrad quittierte Anfang der 1960er-Jahre seinen Dienst. Mehr als 40 Jahre war die Mühlradwelle zugeschüttet. Auch wenn heute durch die Verlegung der Glems der geregelte Abfluss des herangeführten Glemswassers nicht mehr gewährleistet ist, wurde das Mühlrad wieder erbaut.

Am 10. September dreht sich von 10 bis 16 Uhr das neue Wasserrad für die Lahrensmühle. Der Neubau wurde vom Schwäbischen Heimatbund e.V. unterstützt und ist dank des ehrenamtlichen Arbeitseinsatzes des Zimmergeschäfts Ziegler in Leonberg-Eltingen und zahlreicher Spender Realität geworden. Natürlich dreht sich das neu rekonstruierte Mühlrad mit Wasserkraft. In Ermangelung eines Mühlbaches wird das dazu erforderliche Wasser herbeigepumpt. Die Besucher können sich über das Wasserrad informieren lassen.

Außerdem können sich die Besucher über köstliche Bewirtung von den Streuobstwiesen freuen sowie über das Schaubacken im historischen Brotbackofen.

Ab 18 Uhr stehen die Zeichen auf Jazz und Lyrik in der Lahrensmühle: Cécile Verny Quartet

Dass es das Cécile Verny Quartet schon über 25 Jahre gibt, hat nicht nur mit der extrem hohen Qualität der Formation, ihrer erfrischenden Wandlungsfähigkeit und der Treue ihrer Fans zu tun. Längst gilt Cécile Verny als eine der größten Sängerinnen der modernen Unterhaltungskultur und ihre eingespielte Band um Bernd Heitzler, Andreas Erchinger und Lars Binder als ein musikalischer Organismus, der seinen Star in jeder Lebens- und Bühnenlage stützt, stärkt und leuchten lässt. Keine andere Künstlerin verstand es in der zurückliegenden Dekade besser, die rasante Wandlung des Jazz von der einst puristischen Swing-Form hin zu einem offenen, erregenden Sound-Biotop in den Grenzbereichen von Improvisation, Soul, Funk, Folklore sowie anspruchsvollem Pop eindrucksvoller darzustellen als die charismatische Sängerin mit den französisch-afrikanischen Wurzeln.

Eintritt: 18,- Euro, für Mitglieder der Christian-Wagner-Gesellschaft 16,- Euro
Kartenvorverkauf im "Bücherwurm" am Marktplatz Leonberg und an der Abendkasse
Konzert-Veranstalter ist die Christian-Wagner-Gesellschaft


Engelbergtunnel

1938 als erster Reichsautobahntunnel unter dem Engelberg eingeweiht. 1944/45 zur Produktionsstätte von Teilen des Messerschmitt-Düsenflugzeugs Me 262 durch KZ-Häftlinge umgebaut. Heute befindet sich im inzwischen offengelassenen Tunnel eine Dokumentationsstätte der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg, vor dem Tunnel eine Namenswand mit 4000 Namen.

Die Dokumentationsstätte (Seestraße, Straßenende nach dem Haus 123, Leonberg) ist geöffnet von 14 bis 17 Uhr. Ab 14.30 Uhr bietet Marei Drassdo Führungen an.


Stadtkirche

Als dreischiffige Pfeilerbasilika in der Übergangszeit zwischen Romanik und Gotik ca. 1250 erbaut. Aus dieser Zeit: Mittelschiff, Taufstein und Freskenfries zur Passions- und Ostergeschichte. In der Hochgotik kamen Chor, Seitenkapelle und Vorhalle dazu. Bedeutende Grabdenkmale aus der Zeit der Spätrenaissance.

Öffnungszeiten am 10. September: 11 bis 14 Uhr und 16 bis 18 Uhr

Kirchenführung am 9. September um 14.30 Uhr:
Führung mit Dr. Margot Dongus - Sakrale Räume


Stadtmuseum Leonberg

Die Ausstellung "Versteckte Schätze in der Altstadt" im Stadtmuseum, Pfarrstraße 1, zeigt eine Auswahl an Kleindenkmalen und erinnert an ihre Geschichte.

Zum Tag des Offenen Denkmals ist für Familien ab 13 Uhr eine Schatzsuche vorbereitet, mit der Kleindenkmale in der Altstadt aufgespürt werden können. Die Schatzsuche startet in der Sonderausstellung.


Bauernhausmuseum Gebersheim

Das Museumsgebäude ist eines der letzten großen Bauernhöfe des Strohgäus und erzählt seine eigene Geschichte von 370 Jahren. Eine interessante Hausgeschichte erschließt sich dem Besucher, die übrigens nicht nur in Gebersheim spielt!

Das Haus hatte zuerst 169 Jahre lang in Leonberg als Pfarrhaus gestanden! Erst im Jahre 1785 wurde das Fachwerkhaus von dort nach Gebersheim versetzt und hier als Haus des Dorfschultheißen Jacob Friedrich Jüngling "neu" erbaut.

Geschichtliches und Geschichten aus verschiedenen Jahrzehnten bis heute, aus dem Leben seiner Bewohner, Episoden und Ereignisse aus dem Ort Gebersheim und von der bäuerlichen Arbeit im reichen württembergischen Strohgäu sind im Museum als Dauerausstellung aufgearbeitet.

Der Förderverein Bauernhausmuseum Gebersheim öffnet das Museum am 10. September um 13 Uhr. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals werden Führungen angeboten. Eintritt und Führung sind kostenfrei.