Seiteninhalt
15.01.2020

Gabriela Oberkofler erhält Hannes-Burgdorf-Preis 

Der Hannes-Burgdorf-Preis für zeitgenössische Kunst wird zum dritten Mal in Leonberg vergeben. 

Preisträgerin stellt im Galerieverein aus

Der Hannes-Burgdorf-Preis für zeitgenössische Kunst wird zum dritten Mal in Leonberg vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an die in Stuttgart lebende Künstlerin Gabriela Oberkofler.

Verbunden mit dem Preis sind eine Einzelausstellung der Preisträgerin im Galerieverein Leonberg sowie ein Katalog zu dieser Ausstellung, zu dem seitens des Stifters zusätzlich ein Zuschuss von 5.000 Euro bereitgestellt wird. Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen der Preisverleihung am kommenden Sonntag, den 19. Januar, um 11.15 Uhr statt. Die Schau ist bis zum 8. März zu sehen.

Entstehung und Verlust von Natur und Kulturräumen

Hauptthema der Werke von Gabriela Oberkofler sind die Entstehung und der Verlust von Natur und von Kulturräumen. Vornehmlich als Zeichnerin untersucht sie das Verhältnis von Kultur und Natur.

Ihre filigranen, häufig großformatigen Zeichnungen, in denen sie die Objekte, Pflanzen, Blüten, Blätter in ihre Bestandteile zerlegt und isoliert darstellt, beschreibt die Künstlerin selbst als "das Motiv einmal rundherum komplett auseinander zu nehmen", um etwas anderes entstehen zu lassen, sie in ein neues Bild zu verwandeln. "Die Arbeiten lassen sich aus der Nähe akribisch, beinahe wissenschaftlich, und aus der Ferne abstrakt betrachten", so Dr. Helena Pereña, Hauptkuratorin der Tiroler Landesmuseen.

Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart führt in die Ausstellung ein

Zur Ausstellungseröffnung und Preisverleihung wird Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, in das Werk von Gabriela Oberkofler einführen.

"In der Vergrößerung werden Strukturen von Blüten und Stempeln, Knospen und Narben, von Stängeln und Nadeln sichtbar. Sie überträgt deren Logik auf große Bögen", so Christiane Lange. Und weiter: "Ganz langsam wachsen filigrane Linien, farbige Muster stehen allein oder überwuchern die Papiere. Sie wachsen größer und größer, geometrische Ordnungen werden dadurch offenbar und gleichzeitig bleiben die Strukturen immer zart. Sie schaut die Natur nicht nur ganz nah an, sondern mit genauso forschendem Blick auf das große Ganze."

Über die Künstlerin

Gabriela Oberkofler wurde 1975 in Bozen geboren und studierte an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart bei Werner Pokorny, Holger Bunk, Micha Ullmann, Markus Ambach und Rainer Ganahl.

Während ihres Aufenthaltes mit dem Stipendium der Wöhr + Reinheimer Stiftung in Berlin suchte sie die Zusammenarbeit mit dem Blumenladen Damascina Rose. Jeden Abend wurden die Blumen, die nicht verkauft wurden, aufbewahrt und von ihr abgeholt – anstatt weggeworfen. Nach dem Blumenladen hat sie auch ihre Ausstellung benannt.

"Die Künstlerin gibt den scheinbar vergeblich geschnittenen Blumen Asyl. Sie trocknet sie im Atelier, arrangiert sie in ungewohnte Formationen, füllt ganze Räume mit ihnen, porträtiert sie in gewohnt akribischer Weise und stellt mit ihrer Arbeit Fragen: Wie viel Natur steckt eigentlich in der Natur? Wie viel Schaden erzeugt unsere Sehnsucht nach Natur?", so Christiane Lange.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr im Galerieverein zu sehen.

Über den Hannes-Burgdorf-Preis

Der von Hannes Burgdorf gestiftete und gemeinsam von dem Leonberger Galerieverein und der Stadt Leonberg ins Leben gerufene Kunstpreis wird alle drei Jahre an Personen verliehen, deren Zentrum ihres künstlerischen Wirkens in Baden-Württemberg liegt. Die erste Auszeichnung erhielt Jörg Mandernach 2014, 2017 wurde Markus Merkle geehrt.

Mit dem Hannes-Burgdorf-Preis sollen zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet werden, die eigenständig und wegweisend mit unterschiedlichen Arbeiten der abstrakten Kunst hervorgetreten sind.

Zugleich soll eine künftige Entwicklung der künstlerischen Arbeit gefördert werden.