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Brunnen im Pomeranzengarten Leonberg (Foto: T. Drauz)
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Ausstellung

ALL IN - Ottmar Hörl

23.06.2019 bis 04.08.2019

Ausstellung

Ottmar Hörl (geb. 1950), deutscher Konzeptkünstler und Bildhauer, lehrte bis 2018 als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, die er bis 2017 auch als Präsident leitete. International bekannt wurde er durch radikale, konsequente, innovative Werke sowie durch Großprojekte mit seriellen Skulpturen im öffentlichen Raum.

Für die Ausstellung mit dem Titel "ALL IN" entwickelte Hörl ein Konzept mit neuen Skulpturen, die zur Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen zu Skulptur, Wahrnehmung, Gesellschaft und den Grundfragen der Kunst einladen.

Öffentliche Führungen mit Christina Ossowski:
Sonntag, 14. Juli, 16.00 Uhr
Sonntag, 4. August, 16.00 Uhr

Ausstellungseröffnung am 23. Juni 2019, 11.15 Uhr

Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Sa, So: 14.00 - 18.00 Uhr

Die Ausstellung ist zusätzlich am Montag, 24.6. von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Informationen unter www.galerieverein-leonberg.de oder kunst@leonberg.de bzw. unter Tel. 07152-990-1401.


Weitere Informationen zu Ottmar Hörl und der Ausstellung ALL IN

Anlässlich seiner Installation „Der Leonberger auf dem Marktplatz hat die Stadt Leonberg den deutschen Konzeptkünstler Ottmar Hörl auch zu einer Einzelausstellung in den Galerieverein Leonberg eingeladen. Mit neuen Arbeiten richtet Ottmar Hörl den Blick auf Fragestellungen zu Kunst im Kontext ihrer gesellschaftlichen Funktion sowie zu Kunst und Skulptur per se.

„Ich entschied mich als Künstler früh, nicht nur für eine Elite, sondern für die gesamte Gesellschaft zu arbeiten“ sagt Ottmar Hörl. So entwickelt und realisiert er seit den 70er Jahren bis heute künstlerische Kommunikationsmodelle für den öffentlichen Raum. Seine Werkreihe ALL IN ist eine weitere Referenz zum Ideenkomplex einer „Kultur für alle“.

Skulptur für Visionäre, Philosophen, Hausfrauen, Influencer, Spione, Gauner und Psychopaten - Im Galerieverein zeigt Hörl eine Auswahl von etwa 100 Aluminiumschildern im Format von circa 25 x 20 cm mit drei Worten als Dreizeiler, mittig positioniert: SKULPTUR FÜR ATHEISTEN, SKULPTUR FÜR OPPORTUNISTEN oder SKULPTUR FÜR EUROPÄER – ist in schwarzer Schrift auf Aluminium oder in weißer Schrift auf Schwarz gedruckt. Dahinter steht die philosophische Frage: Wer ist eigentlich „alle“? Und: Welche Ordnungskriterien stehen zur Kategorisierung von Gruppen einer Gesellschaft zur Verfügung? Herkunft, Tätigkeiten, Persönlichkeitsstruktur, Eigenschaften? Der Versuch einer relativ subjektiven Bestandsaufnahme, trägt durch die Umsetzung letztlich auch Momente der Irritation, des Absurden und Ironischen in sich und beweist, „dass die Kraft der Poesie keineswegs unvereinbar mit dem Hang zur Radikalität ist.“[1] Weit entfernt davon, klassische Bildhauerei zu praktizieren, schließt Hörl die Vorstellungskraft des Betrachters mit ein und entwickelt damit die Skulpturenideen in seinen Werken wie Strukturformeln für Farben (2000), Wandzeichnung (2000), oder Alexander von Humboldt: Naturgemälde (2008) weiter. „Durch die sprachliche Beschreibung wird unmittelbar eine Idee von Skulptur entworfen. Der Betrachter liest ‚Skulptur für …‘ und stellt sich diese in seinen ganz eigenen Bildern vor. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Sprache und Vorstellung. Somit ist die Arbeit auch eine symbolische Darstellung dessen, wie in uns Bilder entstehen.“ sagt Ottmar Hörl über diese Werkreihe.

Die neue Werkserie mit dem Titel „Zu Höherem berufen“ (2019) bezieht sich auf die Auseinandersetzung mit Grundfragen von Skulptur und Material. So kommt hier ein Material zum Einsatz, das vor allem in der Architektur beispielsweise der Konstruktion von Dächern verwendet wird, im Alltag jedoch kaum Beachtung findet: Die Dachlatte. Ottmar Hörl hat Stücke auf eine Länge von jeweils ca. 25 bis 35 cm geschnitten, schwarz eingefärbt und in verschiedenen Neigungen einzeln auf Sockeln installiert. In der Reihung entfaltet sich das gesamte visuelle Potential. „Ich versuche, die natürlichen Talente eines Materials zu erfassen, es so zu positionieren, dass es über den Gegenstand hinaus eine andere Darstellung entwickelt.“ beschreibt der Künstler seine Arbeit.

Ottmar Hörl (*1950) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Wertheim. 1985 gründete er mit den Architekten Gabriela Seifert und Götz Stöckmann die interdisziplinäre Gruppe Formalhaut. Bis 2018 lehrte er als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und leitete die Institution bis 2017 als Präsident. Bekannt wurde er vor allem durch radikale, konsequente, innovative Werke sowie durch Großprojekte mit seriellen Skulpturen im öffentlichen Raum. Hörls Werk wurde mit Preisen wie dem art multiple-Preis, dem Wilhelm-Loth-Preis oder dem intermedium-Preis ausgezeichnet. So würdigte der hessische Kulturminister Boris Rhein beispielsweise 2015 Hörls Leistung auf dem Feld der Demokratisierung von Skulptur anlässlich der Verleihung des CREO-Preises durch die Deutsche Gesellschaft für Kreativität e.V. (Mainz) an der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Hörls Arbeiten sind in bedeutenden öffentlichen Sammlungen vertreten wie dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt a.M., der Albertina Wien in Österreich, dem Daegu Art Museum in Südkorea oder dem San Francisco Museum of Modern Art in den USA.

Zeitgleich zur Ausstellung in Leonberg sind weitere institutionelle Ausstellungen von Ottmar Hörl wie „Fremde Wesen“ im Kunstverein Kirchzarten; „Portfolio – Wild Thought“ in der Biblioteca Nazionale Marciana parallel zur 58. Esposizione Internationale d´Arte, La Biennale di Venezia in Italien und die Installation „JEDER GEGEN JEDEN“ in der Kunsthalle Schweinfurt sowie die Installation „Lunch Break“ in Kooperation mit KHBT anlässlich des London Festival of Architecture zu sehen.


[1] Karlheinz Schmid: Kunst-Geschichten. Von heute für morgen, München 1992, S. 63

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