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07.10.2020

Mörikeschule hat den Einsatz der 'Digitalen Tafel' getestet 

An einer digitalen Tafel wurden während der vergangenen Woche Schüler der Mörikeschule zur Probe unterrichtet. Auch Lehrer aus fast allen Leonberger Grundschulen testeten die Geräte.

Das Format begeistert

"Ist das ein großer Fernseher?", fragt der kleine Paul*, der die 2. Klasse in der Mörikeschule besucht, seine Lehrerin Ebru Gelec und zeigt auf ein großes, flimmerndes Gerät in der Mensa. Tatsächlich könnte man meinen, dass die Mörikeschule kurzerhand zu einem kleinen Kino umgebaut werden soll.

Doch was da flimmert, ist eine digitale Tafel, an der während der vergangenen Woche und auch diese Woche Paul und seine Klassenkameraden zur Probe unterrichtet wurden.

Medienentwicklungspläne gefordert

"Um weitere Fördermittel über das Bundesprogramm 'DigitalPakt Schule' abrufen zu können, müssen unsere Schulen sogenannte Medienentwicklungspläne aufstellen", erklärt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und ergänzt: "Diese beinhalten, mit welchen technischen Hilfsmitteln künftig unterrichtet werden soll."

Lehrer aus fast allen Leonberger Grundschulen testeten

Entsprechend wurde – bevor Paul und seine Klassenkameraden probeweise mit dem System gelernt haben – die digitale Tafel von 24 Lehrern aus fast allen Leonberger Grundschulen während der letzten Ferienwoche getestet. Auch ein interaktiver Beamer wurde vorgestellt. "Ziel war es, zu zeigen, welche technischen Möglichkeiten diese Geräte bieten, um die künftige Ausstattung planen und die Förderanträge vorbereiten zu können", so das Stadtoberhaupt.

Von und mit Anwendung des Systems lernen

Paul und seine Klassenkameraden lernen während der Testphase schnell – nicht nur mittels der digitalen Tafel, sondern auch über das System.

Beispiel einer Aufgabe mit digitalem Einsatz


Nach einem kurzen Einführungsfilm folgt die erste Aufgabe: "Heute fängt wieder die Schule an. Nach den langen Sommerferien freut sich Lena, ihre Freunde wiederzusehen. Sie möchte gern neben Sara sitzen. Aber Sara ist auch Fatmas Freundin", steht auf der Tafel. Und weiter: "Da hat Lena eine Idee. Sara, Fatma, Lena und Josie können sich gemeinsam an einen Vierertisch setzen. Sie fragt die anderen Mädchen und alle sind einverstanden. Jetzt kann die Schule losgehen." In blau, rot und schwarz müssen die Zweitklässler nun im Text an der Tafel unterstreichen, neben wem Lena sitzen möchte, wer Fatmas Freundin ist und mit wem Lena zum Schluss zusammen an einem Tisch sitzt. Im Anschluss werden – auch das ist ein Baustein der medialen Ausstattung an Schulen – Leseaufgaben mittels iPads bearbeitet. Die Ergebnisse und Lösungen werden ebenfalls an die digitale Tafel projiziert. Lehrer und Schüler sind sich im Anschluss einig, dass der digitale Unterricht Spaß macht und abwechslungsreich ist.



Lehrer im Umgang mit Tablets geschult

Aus dem Bundesförderprogramm "DigitalPakt Schule- Sofortausstattungsprogramm" hat Leonberg bereits 350.000 Euro erhalten. Diese Summe wurde in den Kauf und in die Inbetriebnahme von etwa 600 Tablets investiert – der entsprechende Beschluss wurde vom Gemeinderat im Juli gefasst. Die Geräte wurden bestellt, jedoch noch nicht geliefert. Die Tablets sind für den Verleih an Schüler vorgesehen, die daheim keinen Zugriff auf geeignete Endgeräte haben. Die Verteilung auf die Schulstandorte soll prozentual nach der jeweiligen Schüleranzahl erfolgen.


Zentrale Verwaltung der Geräte

Die neuen Geräte werden in ein bereits vorhandenes Mobile Device Management (MDM) System integriert. Dabei handelt es sich um eine Software zur Verwaltung der Geräte.

Jede Schule erhält einen Zugang zu diesem System, um individuelle Grundeinstellungen und Anpassungen selbst vornehmen zu können. Außerdem bietet das MDM-System zusätzliche Funktionen für die Vorbereitung und die Gestaltung des Unterrichts mit Tablets. In einem Workshop während der letzten Ferienwoche wurden Lehrkräfte aus allen Schulen in die Arbeit mit dem MDM-System eingewiesen. Zudem wurden die Konfiguration des Unterrichtsmoduls und die Anwendung mit der Klasse besprochen. Im Rahmen des Workshops wurden auch 30 iPads konfiguriert, die in Kürze in der Grundschule Gebersheim im Präsenzunterricht eingesetzt werden sollen.

 

Breitbandausbau an Schulen

Fünf Schulstandorte sind bereits mit einer Glasfaseranbindung versorgt. Nach einem Markterkundungsverfahren des Zweckverbands Breitbandausbau Landkreis Böblingen gelten sechs Schulstandorte in Trägerschaft der Stadt Leonberg als unterversorgt.

Für diese Standorte ist im Rahmen des Bundesförderprogramms "Breitband" über den Sonderaufruf zur Antragseinreichung "Schulen und Krankenhäuser" eine Förderung möglich. Die Anträge hierfür wurden eingereicht. Sofern eine Förderzusage erteilt wird, wird danach sofort mit den Detailplanungen begonnen, für die ein Planungsbüro beauftragt werden soll.

Um die Zeit bis zur Realisierung und Fertigstellung der geförderten Breitbandanbindungen zu überbrücken, wurde bzw. wird die Bandbreite der vorhandenen DSL-Internetanbindung in diesen Schulstandorten auf den maximal verfügbaren Wert erhöht.

(*Name geändert)