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Stadtverwaltung kämpft weiter um Rettungshubschrauber "Christoph 41"

Der Petitionsausschuss, der sich mit dem Standort des Rettungshubschraubers „Christoph 41“ beschäftigte, stimmt für die Verlegung von Leonberg nach Tübingen/Reutlingen – obwohl das Gutachten erhebliche Schwächen aufweist. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn gibt nicht auf und kämpft weiter für den Hubschrauber-Standort Leonberg.

„Der Rettungshubschrauber ‚Christoph 41‘ stellt eine tragende Säule in der medizinischen Notfallversorgung für Leonberg und die gesamte Region dar. Deshalb wird das mehrheitliche Votum des Petitionsausschusses nicht ohne weiteres hingenommen, zumal viele Argumente für die Beibehaltung des Standortes in Leonberg sprechen“, sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.

Dankenswerterweise hat unter anderem Matthias Schultheiß, Vorsitzender des Ortsverbands des Technischen Hilfswerks Leonberg, die Petition „Der Rettungshubschrauber Christoph 41 muss in Leonberg bleiben!“ ins Leben gerufen, die von knapp 28.000 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wird.

Wesentliche Argumente im Gutachten nicht berücksichtigt

Am 16. Mai fand die Anhörung des Petitionsausschusses in der Leonberger Stadthalle statt, bei der alle Beteiligten zu Wort kamen und Argumente äußern konnten. Während der Anhörung wurde schnell klar, dass beim vom Innenministerium beauftragten Gutachten wesentliche Argumente unberücksichtigt blieben. Im Gutachten wurde beispielsweise der Einfluss von Wetterbedingungen nicht mit einberechnet. Außerdem setzte das Land Baden-Württemberg bei der Gutachten-Erstellung voraus, dass es keinen weiteren Hubschrauber-Standort geben darf. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn forderte mindestens eine Ergänzung des Gutachtens des Jahres 2018, wenn nicht sogar ein Parallelgutachten, zu erstellen, bei dem alle relevanten Gesichtspunkte und Argumente, die beim überholten Gutachten fehlen, betrachtet werden.

Parallelgutachten gefordert

Dass dieser Vorschlag offensichtlich nicht in Betracht gezogen wurde, ist aus Sicht der Stadtverwaltung verwunderlich. Weil die Mehrheit der Mitglieder des Petitionsausschusses die fehlenden Punkte nicht hinreichend würdigte, könnte sich die Vermutung aufdrängen, dass bei einigen Mitgliedern des Petitionsausschusses die Entscheidung über die Standortverlegung von „Christoph 41“ möglicherweise schon vor oder während der Anhörung feststand. Das führe eine Petition ad absurdum.

Schulterschluss mit Friedrichshafen?

Auch der Hubschrauber-Standort Friedrichshafen kämpft ums Überleben. In der Stadt am Bodensee wurde ebenfalls eine Petition gestartet. Hier hat der Petitionsausschuss noch keine Entscheidung gefällt. Sollte das Ergebnis auch für Friedrichshafen negativ ausfallen, wird Oberbürgermeister Martin Georg Cohn den Schulterschluss mit seinem Amtskollegen aus Friedrichshafen, Andreas Brand, suchen, um Wege zu finden, die Sicherung an beiden Standorten doch noch zu realisieren. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn wird auch mit dem nun ehemaligen Vorsitzenden des Leonberger Petitionsausschusses Dr. Christian Jung und Landtagsabgeordnetem Hans-Dieter Scherer (FDP) Gespräche aufnehmen.

10.06.2022