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15.06.2023

Sinfonieorchester Leonberg spielt Lachenmann beim großen Sommerkonzert in der Stadthalle

Drei Klangwelten stehen auf dem Programm des Sommerkonzerts am Sonntag, 2. Juli. Neben Werken von Holst und Schumann wagt sich das Sinfonieorchester Leonberg zum ersten Mal an ein Werk des berühmten Sohnes der Engelbergstadt: Das rund 80 Musikerinnen und Musiker umfassende Orchester spielt unter der Leitung von Alexander G. Adiarte "Notturno" von Helmut Lachenmann – am Cello Åsa Åkerberg. Konzertbeginn ist um 19.30 Uhr. Zuvor gibt es eine Einführung, Beginn: 18.45 Uhr. Karten sind im i-Punkt, in der Stadthalle und bei Reservix erhältlich. 

Sinfonieorchester Leonberg

© Martin Stollberg

 

Einer der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit

Helmut Lachenmann gilt als Vordenker der Avantgarde und als einer der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. Der in Leonberg aufgewachsene und in Höfingen lebende Sohn einer musikliebenden Pfarrersfamilie hat eine ganze Generation von Komponisten mit seiner Ästhetik beeinflusst. Mit seiner von ihm entwickelten besonderen musikalischen Sprache hat Lachenmann eine einzigartige Klang- und Geräuschwelt erschaffen. Seine Werke wurden weltweit auf vielen großen Bühnen aufgeführt; die zwischen 1990 und 1996 entstandene Oper "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" gilt dabei als Höhepunkt. Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Musiker hat zahlreiche Texte verfasst, die zu den Schlüsseltexten der aktuellen Musik zählen.

Im Theater im Spitalhof konnte das Leonberger Publikum in den letzten Jahren Helmut Lachenmann bei einzelnen Konzerten als nahbaren Musiker erleben. Nun führt das Sinfonieorchester ein Werk des Leonberger Komponisten auf: "Notturno". Bei dem "für kleines Orchester mit Violoncello solo" geschriebene Werk wird hier im Gegensatz zur traditionellen Praxis das Orchester vom Solo "begleitet", allerdings nicht im untergeordneten, sondern ganz souveränen Sinn: Die Solistin bereitet vor, gleicht aus, modifiziert und rückt das Ganze immer wieder in eine andere Perspektive und wirkt so als eine Art Schlüsselfigur. 

Schwedische Cellistin gastiert in Leonberg

Als Solistin des Sommerkonzerts konnte die schwedische Cellistin Åsa Åkerberg gewonnen werden. Die aus Stockholm stammende Musikerin studierte am Sveriges Radios Musikinstitut bei Frans Helmersson sowie an der Hochschule der Künste und der Karajan Akademie in Berlin. Sie war Solocellistin an der Stockholmer Oper und in der Västerås Sinfonietta. Als festes Mitglied spielte sie unter anderem im Kammarensemble und in Stockholms Barockorkester. Seit 2006 ist sie Cellistin am Freiburger „ensemble recherche“ und arbeitete bereits in unterschiedlichen Konstellationen mit Helmut Lachenmann zusammen.

Das Leonberger Sinfonieorchester steht traditionell für große sinfonische Werke. Und so sind beim Sommerkonzert in der Stadthalle zwei weitere Klangwelten zu erleben: die „Japanische Suite“ aus dem Jahr 1915 von Gustav Holst und die „Frühlingssinfonie“ von Robert Schumann, geschrieben 1841, in nur vier Tagen. Für alle, die mehr über die Werke erfahren möchten, wird vor dem Konzert eine Einführung angeboten. Adiarte, Lachenmann und Åkerberg werden kurzweilig und anschaulich auf das Programm eingehen.

Karten für das Sommerkonzert kosten, je nach Kategorie, im Vorverkauf 18, 16 beziehungsweise 14 Euro und an der Abendkasse 22, 20 und 18 Euro. Schüler, Studenten und Schwerbehinderte (ab 80 Prozent) erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent.

Karten sind im i-Punkt im Rathaus, in der Stadthalle Leonberg, bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen, unter www.reservix.de und an der Abendkasse erhältlich.