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04.12.2021

Leonbergs Pläne für die 'Stadt für Morgen' laufen auf Hochtouren 

Aufenthaltsqualität erhöhen, Autoverkehr eindämmen. Das sind die Kerninhalte des zukunftsträchtigen Umbaus des Leonberger Zentrums, genannt "Stadt für Morgen", mit dem man Vorbild für andere Kommunen werden möchte. 

Engelbergturm, Engelbergwiese

Engelbergturm, Engelbergwiese  | © 2019 Werner Riehm - www.FLY-FOTO.de

 

Bedeutung

Das Mammutprojekt nimmt seit der Zustimmung des Gemeinderats Gestalt an. Die planerischen Vorbereitungen laufen. Und das Referat für innovative und intermodale Mobilität arbeitet dabei mit dem Tiefbau- und Stadtplanungsamt sowie der Verwaltungsspitze eng zusammen.

Ziel der "Stadt für Morgen" ist es, sozial- und klimagerecht zu werden. Aber was bedeutet das eigentlich ganz konkret?

"Wir wollen Fußgängern und Radfahrern mehr Raum geben. Wir stärken auch den nachhaltigen Verkehr sowie ÖPNV. Damit schaffen wir mehr Aufenthaltsqualität in unserer Innenstadt, die vor allem den Menschen gehören soll und nicht den Autos", sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.


Fördermittel beantragt

Diese Vision in die Tat umzusetzen, kostet Geld. Aber nicht allein der Stadtverwaltung. Mindestens 50 Prozent sollen aus Fördertöpfen des Landes kommen. 75 Prozent sind – rein theoretisch – möglich.

"Die ersten Förderanträge für die 'Stadt für Morgen' wurden bereits gestellt", sagt Referatsleiter für innovative und intermodale Mobilität, Stephan Kerner. Weitere folgen in den Jahren 2022 und 2023.

Schritt für Schritt zum Ziel

Die Stadtverwaltung widmet sich im ersten Schritt der Achse Poststraße, OBI-Kreisel und Max-Eyth-Straße.

Das ergibt Sinn. Denn: "Im Zuge des Neubauprojekts der Firma BOSCH bietet sich genau hier die Gelegenheit an, die Poststraße baulich umzugestalten. Dabei soll ein einheitliches und attraktives Stadtbild entstehen", so Kerner. Dazu gehört ein Antrag zur Programmaufnahme in das Förderprogramm. Der wurde fristgerecht am 31. Oktober beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht. Sobald die positive Bescheinigung ausgestellt ist, kann die Umsetzung im Jahr 2023 beginnen.


Verkehrsversuch bildet Grundlage für neue Struktur der Innenstadt

Grundlage für diese und weitere Umbaumaßnahmen in der Leonberger Kernstadt ist ein Verkehrsversuch. Er soll zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie verträglich Umweltspuren für Autofahrerinnen sowie Autofahrer sind.

Fragen, die sich das Referat für innovative und intermodale Mobilität konkret stellt, sind etwa: Ist der Kfz-Verkehr auch bei Reduzierung von zwei auf ein Fahrstreifen je Richtung leistungsfähig abwickelbar? Gibt es Verlagerungspotenziale auf den Bus- und Radverkehr bei Verbesserung des entsprechenden Angebots?

Umweltspuren testweise

Die Umweltspuren sollen in der Eltinger Straße und der Brennerstraße entstehen. Sie sind für Bus- und Radverkehr vorgesehen und sollen den Verkehrsteilnehmern für den Zeitraum März 2022 bis September 2022 zu Verfügung stehen. Wichtig: Der Versuch wird ohne größeren baulichen Aufwand erprobt und interimsweise eingerichtet. Der Verkehrsversuch erstreckt sich auf die Eltinger- und Brennerstraße und wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung von den Stadträtinnen und Stadträten beschlossen.


Datengrundlage für Erneuerung notwendig

Neben den Umweltspuren soll durch eine begleitende Verkehrsuntersuchung eine große Datengrundlage für das innovative Planungsprojekt geschaffen werden. Auf Videos basierende Verkehrserhebungen im Straßenverkehr wurden bereits durchgeführt. Bewegungsdaten des innovativen Softwareunternehmens Teralytics liefern zusätzlich Daten, um ein großräumiges Verkehrsmodell für den Neuköllner Platz zu entwickeln. Danach folgen verkehrsplanerische Untersuchungen mittels Verkehrsmodellierungen und -simulationen.

Die Untersuchung startete bereits im November und wird den gesamten Planungsprozess begleiten. Mit ersten Ergebnissen ist im Frühjahr 2022 zu rechnen.


Anschluss an die Regionale Mobilitätsplattform Stuttgart

Die Stadt Leonberg ist außerdem am Projekt Regionale Mobilitätsplattform (RMP) in Zusammenarbeit mit dem "VerbandRegionStuttgart" und dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg beteiligt.

Es sieht eine großräumige digitalisierte Verkehrssteuerung mit Ampeln vor. Dabei wird die Verkehrsinfrastruktur der beteiligten Städte, der Autobahn und der Region Stuttgart digital vernetzt. Die gesammelten Verkehrsdaten sollen ein detailliertes Bild zur Verkehrslage liefern. Es wurden verschiedene Strategien zur Verkehrslenkung und Verkehrssteuerung entwickelt, die auf Basis einer umfassenden Datenanalyse geschaltet werden sollen.

"Ziel ist es, den Verkehr in Abhängigkeit von der Verkehrslage intelligent entlang bestimmter Routen zu steuern und zum Beispiel mittels Grüner Wellen durch die Städte fließen zu lassen", erklärt Referatsleiter Stephan Kerner. Die demnächst eingerichtete Regelung über den Zufluss des Verkehrs nach Leonberg ist die wesentliche Grundlage, um Verlagerungsverkehre und innerörtliche Überlastungen zu vermeiden. "Das Projekt wird momentan umgesetzt und soll bis April 2022 abgeschlossen und aktiviert werden", so Kerner.


"Stadt für Morgen" nimmt Formen an

Hinter der "Stadt für Morgen" verbirgt sich aber auch ein zukunftsträchtiger Stadtumbau, der die Aufenthaltsqualität im Leonberger Zentrum steigern soll. Die Planungen am Neuköllner Platz, der Eltinger- und Römerstraße werden derzeit in einem Vergabeverfahren ausgeschrieben. Die Bieterphase läuft. Im April 2022 soll das Planungsbüro mit dem besten Angebot aus Qualität und Preis den Auftrag erhalten. Die konkrete Planung kann also im Frühjahr 2022 beginnen. Sie wird auf die Erkenntnisse aus Verkehrsuntersuchung, Verkehrsversuch und Zuflusssteuerung zurückgreifen.

Bis Herbst 2022 werden verschiedene Varianten des Stadtumbaus untersucht und geprüft. Darauf aufbauend soll eine Bürgerbeteiligung durchgeführt und der zugehörige Förderantrag gestellt werden. Im Jahr 2023 wird der Plan intensiviert und eine Vorzugsvariante ausgearbeitet. Der Baubeginn ist für 2025 vorgesehen.


 

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