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16.09.2019

Leonberger Kantatenwoche "Musica Leomontana" 

Stadtkirche und Kulturamt widmen sich vom 19. bis 29. September dem Kantatenfund und machen Leonberger Kantaten hör- und sichtbar. 

Bedeutende Entdeckung in einem alten Notenschrank

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden im alten Notenschrank des Kirchenchors der Leonberger Stadtkirche 119 Kantaten aus dem 18. Jahrhundert entdeckt.

Der rührige Kirchenmusiker und Lehrer der örtlichen Lateinschule, Johann Christoph Majer, fertigte die Abschriften in den 1770er-Jahren an.

Dies nehmen das evangelische Bezirkskantorat und das städtische Kulturamt zum Anlass, sich innerhalb einer Veranstaltungsreihe vom 19. bis zum 29. September den "Leonberger Kantaten" zu widmen.

Hintergrund der Veranstaltungsidee

Kantor Nikolai Ott, der derzeit beim evangelischen Bezirkskantorat Leonberg sein praktisches Jahr absolviert, wurde bereits als Tübinger Student auf die Kantatenfunde aufmerksam gemacht.

Er verfasste seine Diplomarbeit über die Komponisten Duntz und Benda, redigierte mehrere der Werke um sie wieder sing- und spielbar zu machen und brachte 2018 eine der Duntz-Kantaten in Ludwigsburg zur Aufführung.

Zufälligerweise verschlug es Ott dann in seinem praktischen Jahr nach Leonberg. Da lag es nahe, dass aus dem Kantatenfund, Otts wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen eine Veranstaltungsidee für Leonberg entwickelt wurde.

Die Kantaten von Duntz und Benda wurden zwar nicht speziell für die Leonberger Stadtkirche komponiert, sie sind dennoch ein Zeugnis für das Musikleben Leonbergs im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Die Kantatenwoche "Musica Leomontana"

Zusammen mit dem Kulturamt und dem Stadtmuseum entwickelte man gemeinsam die Idee einer ganzen Kantatenwoche, der "Musica Leomontana".

Der Geschichte des Kantatenfundes soll hier nun auf unterschiedliche Art und Weise auf den Grund gegangen werden.

Neben einem Konzert im Rahmen der "Stunde der Kirchenmusik" und einem Vortragsabend zu den Kantatenfunden wird es ein offenes Mitsing-Projekt und eine kleine Kabinettausstellung an der ehemaligen Wirkungsstätte des Verfassers der Abschriften - die damalige Lateinschule, heutiges Stadtmuseum - geben.

Das kostenfreie Programm der Kantatenwoche

  • Die offene Probe der Kantate zum Mitsingen findet am Donnerstag, den 19. September um 20 Uhr im Haus der Begegnung statt.
  • Aufgeführt wird diese Kantate innerhalb eines Gottesdienstes, am Sonntag, den 22. September, um 10 Uhr in der Stadtkirche Leonberg. Mitmachen können alle Interessierten. Um eine Anmeldung unter mail@nikolai-ott.de wird gebeten.
  • Die Ausstellung im Stadtmuseum wird ebenfalls am Sonntag, den 22. September eröffnet, direkt im Anschluss an den Gottesdienst zum Kirchplatzfest, um 11.15 Uhr.

  • Der Vortrag zu den Leonberger Kantaten mit Nikolai Ott findet am Mittwoch, den 25. September, um 19.30 Uhr im Stadtmuseum statt. Hier werden Fragen zum Fund, zu den Komponisten und Instrumenten erörtert. Der Vortrag richtet sich an alle Musikinteressierten und singbegeisterte Menschen mit und ohne Vorkenntnisse.

  • Innerhalb des Abschlusskonzerts, das die Johanneskantorei und der Kammermusikkreis Leonberg innerhalb der Reihe "Stunde der Kirchenmusik" gestalten, werden vier Kantaten zur Aufführung gebracht. Das Konzert findet am Sonntag, den 29. September, um 19.30 Uhr in der Stadtkirche statt.