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30.12.2021

Zwei Syrer helfen bei Impfaktion in der alten Post

Taha Tarabishi und Khaled Tifour kamen im Jahr 2015 nach Europa. Nicht komfortabel über den Wolken. Im Gegenteil. Sie haben eine Odyssee über Land und Wasser hinter sich. In Deutschland suchten sie Asyl. Heute wollen sie sich in Leonberg eine Zukunft aufbauen. Dass die beiden beim Pop-UpImpfen in der alten Post immer mittwochs unentgeltlich unterstützen, ist für die Geflüchteten selbstverständlich.

Geflüchtete helfen bei Impfaktion

 

Heidi Fritz kennt die beiden fleißigen Helfer, seitdem sie in Leonberg sind. Kein Wunder: Sie leitet den Arbeitskreis Asyl Leonberg. Er gehört auch zur Lokalen Agenda 2030 – eines der 17 von den Vereinten Nationen festgelegten Nachhaltigkeitszielen, die auf kommunaler Ebene umgesetzt werden sollen, heißt "Frieden und Gerechtigkeit". Wann immer Geflüchtete in der Engelbergstadt unterkommen, ist Heidi Fritz mit ihren rund 60 freiwillig engagierten Frauen und Männern da, kümmert sich, beantwortet Fragen, unterstützt – wo immer möglich. „Sie alle sind sehr dankbar, dass sie bei uns sein dürfen“, sagt Heidi Fritz. Viele hätten auf ihrer Route unerträgliches Leid gesehen oder selbst erfahren. "Ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben, bedeutet ihnen sehr, sehr viel", so die Leiterin des Arbeitskreises, dessen Motto 'Hilfe zur Selbsthilfe' ist.

"Die Mithilfe hat mir so viel Freude gemacht, dass ich jetzt wieder dabei bin"

Als Fritz von Oberbürgermeister Martin Georg Cohn bei der ersten Impfaktion im Frühjahr dieses Jahres darauf angesprochen wurde, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer fehlen, um ein geordnetes Impfen in Leonberg zu ermöglichen, zögerte Fritz keine Sekunde. "Ich bin auf die Geflüchteten zugegangen und habe verschiedene Personen angefragt, ob sie helfen wollen. Die Bereitschaft war groß und alle, die ich gefragt habe, haben ihre Hilfe angeboten, denn: sie möchten uns gerne etwas zurückgeben", sagt Fritz mit strahlenden Augen. Auch diejenigen, die einen festen Arbeitsplatz haben oder gerade eine Ausbildung machen, weiß Fritz, hätten sich für die Unterstützung sogar Urlaub genommen. Taha Tarabishi erzählt: "Die Mithilfe bei der ersten Impfaktion im Frühjahr hat mir so viel Freude gemacht, dass ich auch jetzt wieder gerne dabei bin."

Respekt und Zuwendung, das bräuchten Fritz zufolge die Menschen, die aus fremden Ländern nach Deutschland kommen und ihre Heimat verlassen müssen, besonders. Und dann kleine und große Schritte der Integration zu erleben - das motiviert Heidi Fritz und die rund 60 weiteren Ehrenamtlichen immer wieder aufs Neue bei ihrem Engagement. Dabei verfolgen sie drei Schwerpunkte: Begleitung von Familien, Lernbegleitung für Kinder und Jugendliche sowie verschiedene Aktivitäten.

"Wegen Corona konnten wir in den vergangenen zwei Jahren allerdings nicht so viel machen", sagt Fritz, "so musste zum Beispiel auch unser traditionelles Fest der Begegnung ausfallen." Die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl treffen sich einmal im Monat – seit der Pandemie wenn nötig, auch digital – tauschen sich aus und sprechen über aktuelle Themen, Aufgaben und auch Probleme. Etwa vierzig Familien werden jeweils von einzelnen aus dem Arbeitskreis patenschaftsähnlich begleitet.

Ein Helfer oder eine Helferin ist für eine geflüchtete Familie zuständig

Wenn Neuankömmlinge nach Leonberg kommen, erfährt es der Arbeitskreis Asyl von der Stadtverwaltung als erstes. "Wenn Familien eine konkrete Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner haben, kann über einen gewissen Zeitraum ein echtes Vertrauensverhältnis entstehen. Und das ist bei unserer Arbeit immens wichtig", sagt Heidi Fritz. Der Arbeitskreis Asyl sucht weiterhin Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. "Dafür muss man nicht unbedingt im Ruhestand sein. Wir haben jetzt auch Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, die sich engagieren. Jede und jeder kann sich die Zeit selbst einteilen", erklärt Fritz. Wer Interesse hat, kann sich bei der Leiterin des Arbeitskreises unter der Telefonnummer 07152 24517 melden. Weitere Informationen zur Arbeit gibt es auch unter www.ev-kirche-leonberg.de.

 

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