Seiteninhalt
31.08.2023

Fünf Stadtführungen im September

An allen vier Wochenenden im September können Interessierte wieder an Stadtführungen teilnehmen und so die Engelbergstadt aus unterschiedlichen Perspektiven entdecken. Neben einer Führung durch Leonbergs Mittelalter geht es unter anderem um die Leonberger Hunde und Kunst im Stadtpark.

Zahlreiche Stadtführungen gibt es in Leonberg, teilweise mit kostümierter Begleitung

 

Führung mit Ingeborg Hertig durch die historische Altstadt

Am Sonntag, 3. September, um 11.15 Uhr, geht die Lokalhistorikerin Ingeborg Hertig mit ihren Gästen „querbeet“ durch die historische Leonberger Altstadt.

Der Rundgang beginnt am zentralen Marktplatz mit seinen Baudenkmälern aus dem Mittelalter und der Renaissance. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, wie und wann der Platz seine bis heute prägende Gestalt annahm, warum Leonberg auf dem Bergsporn über dem Glemstal gegründet wurde, welches landespolitisches Ereignis innerhalb der Stadtmauer stattfand, warum ein Haus in der Oberamteistraße das "große Haus" hieß und wo die Begräbnisplätze der Stadt waren. Aber auch der Besuch des Pomeranzengartens gehört mit zur Führung.

Treffpunkt ist um 11.15 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz. Die Teilnahme kostet pro Person 4 Euro, Personen unter 16 Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

„zu bulffer und aschen verbrent“ - Hexenverfolgung in Leonberg

Am Sonntag, 10. September, um 11.15 Uhr, sucht Peter Höfer bei seinem Rundgang in der Altstadt Plätze auf, die mit den Hexenprozessen in Verbindung standen.

Der Hexenwahn des 16. und 17. Jahrhunderts forderte auch in der württembergischen Amtsstadt Leonberg Opfer: 24 Prozesse wurden geführt, davon 23 gegen Frauen. Zwölf Frauen wurden zum Tode verurteilt, weil sie angeblich ihren Mitmenschen durch bösen Zauber Schaden zugefügt hatten. Der prominenteste Fall, der Prozess gegen Katharina Kepler, endete mit einem Freispruch. Ihre Zeitgenossin, die Spitalbewohnerin Margaretha Frisch, starb nach ihrem Geständnis an den Folgen der Folter. Stadtführer Peter Höfer geht bei seiner Führung unterschiedlichen Fällen nach und sucht die Orte auf, die eine Verbindung zu den Hexenprozessen haben.

Treffpunkt ist um 11.15 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 4 Euro, Personen unter 16 Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Abendliche Fackelführung – Licht und Schatten

Am Freitag, 15. September, findet die beliebte Erlebnisführung „Licht und Schatten“ mit Gerd Jenner statt. Bei dieser Führung bringen Fackeln Licht ins Dunkel der Stadtgeschichte und an Orte in der Altstadt, die nach Einbruch der Dunkelheit normalerweise nicht zugänglich sind. Prominenteste Station des Rundgangs ist der eindrucksvolle Renaissance-Pomeranzengarten der Herzogin Sibylla.

Dem nächtlichen Treiben und lichtscheuen Unternehmungen der 'alten' Leonberger auf die Spur zu kommen, das ist die Absicht dieses ungewöhnlichen Spazierganges. Hexenjagd und Stadtwache, das Nachtleben adeliger Personen, Straßenbeleuchtung und Feuerwehreinsätze bei Nacht – diese spannenden Themen werden zur Sprache gebracht. Nicht zu vergessen, die Gauner und Diebe, die im Dunkel zur Hochform auflaufen konnten. Hat es gar gespukt in den stillen Winkeln der Altstadt oder tut es das heute noch? Wie verhielt sich die Polizei bei alle dem und was unternahmen die Vertreter der Kirche im Falle nächtlicher Aktivitäten?

Die Stadtführung findet ab 10 Personen und mit maximal 30 Personen statt. Die Führung findet auch bei schlechtem Wetter statt. Wenn es zu stark regnet oder stürmt, kommen Taschenlampen zum Einsatz. Falls vorhanden, gerne Taschenlampen mitbringen.

Treffpunkt ist um 20 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz. Eine Kartenreservierung ist notwendig. Tickets zum Preis von 12 Euro sind ab sofort erhältlich im i-Punkt, Neues Rathaus, Belforter Platz 1.

Hundezüchter Heinrich Essig und seine Zeit

Stadtführer Gerd Jenner begibt sich bei seinem Rundgang durch die Altstadt am Samstag, 16. September, auf die Spuren des Leonberger Hundezüchters Heinrich Essig. Los geht’s um 17 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz.

Zu Lebzeiten von Heinrich Essig hat sich die Oberamtsstadt Leonberg gewaltig verändert. Die Stadttore, die zur Zeit seiner Geburt abends noch geschlossen wurden, mussten der Stadterweiterung bald Platz machen, denn die Einwohnerzahl stieg rasch an. Der Bau der Eisenbahn brachte Industrie nach Leonberg und eine Ausdehnung Richtung Bahnhof. Heinrich Essig, allem Neuen gegenüber aufgeschlossen, nutzte das schnellere Verkehrsmittel zum Verschicken seiner Leonberger Hunde. Die entwickelten sich zum Exportschlager. Weitere Leonberger Zuchtbetriebe entstanden, sie profitierten vom Boom. 1895 gewannen diese Betriebe auf den Hundeausstellungen in Basel und München mehrere erste Preise, so dass die Lokalzeitung begeistert feststellte: „Es ist dies ein Beweis, dass Leonberg immer etwas Gutes aufweist“.

Die Teilnahme kostet pro Person 4 Euro, Personen unter 16 Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kunst im Leonberger Stadtpark

Im Leonberger Stadtpark befinden sich eine ganze Reihe von Skulpturen zeitgenössischer Bildhauer, die dort seit den 1980er-Jahren aufgestellt worden sind. Christina Ossowski lädt am Sonntag, 24. September, dazu ein, diese Skulpturen bei einem Spaziergang durch den Park zu entdecken. Treffpunkt ist um 11.15 Uhr vor der Stadthalle bei der Bronzeskulptur des Leonberger Hundes.

Die Vielgestaltigkeit zeitgenössischer Skulpturen erschließt sich gleich im unteren Stadtpark mit den Skulpturen des Berliners Klaus Duschat und der Leonberger Künstlerin Heide Bihlmaier auf der Parkseeinsel. Viele der dauerhaft aufgestellten Kunstwerke sind aus Stahl oder Stein gefertigt. Herbert Baumanns „Kopfpaar“ aus Granit ist ein bekanntes Beispiel gleich am Eingang zum Stadtpark neben der Stadthalle. Mit der Aufstellung der Skulpturen, die im Zuge der sommerlichen Freilandausstellungen begann, ist auch immer ein Stück Stadtgeschichte verbunden. Selbst von international bekannten Bildhauern wie Waldemar Grzimek findet ein großes Werk aus Bronze, um welches seiner Zeit Tübingen und Leonberg in Konkurrenz traten. Mit dem Friedensmahnmal von Hans Daniel Sailer endet der Spaziergang im oberen Teil des Stadtparks.

Die Teilnahme kostet pro Person 4 Euro, Personen unter 16 Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weiterführende Informationen

Die Führungen dauern jeweils rund eineinhalb Stunden.

Ein Stadtführungs-Flyer liegt im i-Punkt im Neuen Rathaus, Belforter Platz 1, sowie bei vielen Einrichtungen in der Stadt aus und ist auf der städtischen Webseite unter www.leonberg.de/Stadtführungen abrufbar. Weitere Auskünfte erhalten Interessierte beim Stadtmarketing unter 07152 990-1408 oder per E-Mail an stadtmarketing@leonberg.de.