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22.04.2021

Von Zeichnung bis Zerstörung: abk-Studierende transformieren Stadtpark-Installation 

Seit einem halben Jahr steht von weither gut sichtbar Bernd Oppls Installation "I’m after me" als riesiger begehbarer Raum mitten im Leonberger Stadtpark. Ende dieses Monats, am 30. April, wird er nun abgebaut und entsorgt.

Zuvor haben Studierende der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (abk) die Möglichkeit, das Kunstwerk zu transformieren. 

Abschlussprojekt der abk Stuttgart bei "Unter Beobachtung" in Leonberg

© Cindy Cordt

 

Transformation ab dem 23. April

Seit einem halben Jahr steht von weither gut sichtbar Bernd Oppls Installation "I’m after me" als riesiger begehbarer Raum mitten im Leonberger Stadtpark. Ende dieses Monats, am 30. April, wird er nun abgebaut und entsorgt. Zuvor haben Studierende der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (abk) die Möglichkeit, das Kunstwerk zu transformieren.

Von Freitag, 23. April bis Donnerstag, 29. April werden neun Studentinnen und Studenten in und mit der Installation arbeiten. Unter dem gemeinsamen Projekttitel "48.79405,9.01485=spacemaking" machen sie sich alleine oder zu zweit die Installation zu eigen.

"Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs" lautete der Titel des Festivals der KulturRegion Stuttgart, in dessen Rahmen das Amt für Kultur und Sport den österreichischen Künstler Bernd Oppl 2020 eingeladen hatte, einen offenen Raum samt Überwachungskamera temporär im Stadtpark aufzubauen. Dieser sollte zunächst nur für vier Wochen dort stehen.

Den Organisatorinnen der Stadt, Milena Ziegler und Katja Rohloff, war dieser Zeitraum zu kurz, und so wurde der Bewilligungszeitraum beim Denkmalamt des Regierungspräsidiums Stuttgart um ganze sechs Monate erweitert.

Studierende des Fachs 'Intermediales Gestalten'

Ursprünglich sollten dann im Frühjahr 2021 verschiedene Veranstaltungen einen Schlusspunkt setzen, war doch bereits im Herbst ein Teil der Projektideen Corona bedingt ausgefallen. Die Situation hatte sich wider Erwarten nicht gebessert und so lud man kurzerhand die abk Stuttgart ein, sich des Themas künstlerisch anzunehmen. Die Hochschule erteilte einer Gruppe Studierender des Hauptfachs 'Intermediales Gestalten' die Erlaubnis, unter Leitung der Performance-Künstlerin Cindy Cordt und Professorin Antonia Low ihre Arbeit zu vertiefen.

Bernd Oppl hoch erfreut

Bevor Oppls Installation nun am 30. April wieder aus dem öffentlichen Raum verschwindet, werden neun Studierenden vor Ort Hand anlegen. Mal vorsichtig poetisch, mal intervenierend und dekonstruierend.

Der Künstler selbst ist hoch erfreut, dass sein Werk noch einmal einen künstlerischen Prozess durchläuft und hat die Installation dafür frei gegeben.

Kunstprojekte in der Tagesübersicht

23. April Den Auftakt macht Nina Nielebock am 23. April, um 15 Uhr. Sie greift das Thema des Beobachtens und Beobachtet Werdens auf und fertigt live und vor Ort Zeichnungen von und in der Installation im Zusammenspiel mit der umgebenden Stadtsituation an. Die Zeichnungen werden anschließend an den Wänden angebracht. Nielebock studiert seit 2018 an der abk in der Fachklasse für Bildhauerei und Raum bei Prof.in Mariella Mosler und Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low. Der Schwerpunkt von Nielebocks künstlerischer Auseinandersetzung liegt auf Kunst im öffentlichen Raum unter Einbeziehung gesellschaftlich aktueller Themen und auf Fragen von Geschlecht und Sexualität im Kontext der Zeit.


24. April Elisa Lohmüller studiert seit 2018 an der abk Stuttgart und ist Teil der Fachklasse für Malerei von Prof. Reto Boller und Studentin des Intermedialen Gestaltens bei Studiengangsleiterin Prof.in Antonia Low. Während des Projekts "Introspektion" unter der Leitung von Cindy Cordt setzte sich Elisa Lohmüller bereits klanglich mit der Thematik der Selbstbeobachtung auseinander; zu hören war der Beitrag im Freien Radio Stuttgart. Mit einer künstlerischen Intervention im Stadtpark Leonberg am 24. April bearbeitet sie diese Thematik erneut. Ihre künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen subtilen und zugleich poetischen, aber auch andeutungsreichen Bildfindungen.


Am 25. April wird Marie Sina Celestina David alias "OlleNixxe" sich bei der Performance "Birdsparty" mit der dortigen Vogelperspektive auseinandersetzen und möglicherweise ein Ei legen. David studiert seit 2018 Bildende Kunst an der abk Stuttgart bei den Professorinnen Birgit Brenner, Mariella Mosler sowie Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low. Sie setzt sich hauptsächlich mit Video und Performancekunst auseinander. Wichtig ist ihr dabei ein gesellschaftsrelevanter und ironischer Blick auf die Kunst.


26. April Nora Cherki studiert Bildende Kunst bei Prof. Udo Koch und Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. In ihren Arbeiten geht sie gesellschaftlichen Themen und dem Zusammenspiel ästhetischer und inhaltlicher Fragmente in verschiedenen Medien und Kontexten nach. Ihr Projekt 'mapping.minds' setzt sich mit der subjektiven Raumwahrnehmung auseinander. Dazu wird am 26. April aus den Eindrücken der Teilnehmer in Bezug zu Bernd Oppls Installation im Leonberger Stadtpark eine Mind Map erstellt.


Ebenfalls am 26. April wird Sophia Gräbe in ihrer installativen Arbeit den bereits vorhandenen Raum aufteilen, so dass neue Räume, Wege, Perspektiven, aber auch Abgrenzungen entstehen. Gräbe studiert an der abk Stuttgart Bildende Kunst in der Klasse von Prof. Andreas Opiolka sowie Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low. Künstlerisch setzt sie sich aktuell mit Vielschichtigkeit, Kommunikation und der Komplexität gesellschaftlichen Zusammenlebens auseinander.


27. April Leonie Weber studiert seit 2018 Bildende Kunst, zunächst an der Hochschule für Bildende Kunst Hamburg (HfBK) bei Achim Hoops und Alleen Solari, mittlerweile an der abk Stuttgart bei Prof.in Mariella Mosler, sowie Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low. Sie beschäftigt sich thematisch mit ihrer eigenen Erinnerung und gesellschaftlichen Themen. Diese werden hauptsächlich in Video- und Soundarbeiten, Installationen und Performances umgesetzt. Phänomene des Alltags, aufgeladene Objekte und Töne werden so zum Gegenstand ihrer Arbeiten – am 27. April im Stadtpark Leonberg.


28. April Noemi Strittmatter arbeitet in ihren Werken mit kippenden Räumen, verschobenen Perspektiven und anonymisierten Personen und möchte damit den Betrachter der Gegenwart Teil ihres Werkes werden lassen. Sie studiert an der abk in der Grundklasse von Prof. Volker Lehnert Bildende Kunst und bei Prof.in Antonia Low das Zweitfach Intermediales Gestalten. Ausgehend von dieser Bildsprache möchte Noemi Strittmatter sich den Schwierigkeiten der Öffentlichkeit stellen und am 28. April aus Bern Oppls Installation einen Moment entstehen lassen, in dem die Außenwelt ausgeblendet werden kann.

Am 29. April steht die Dekonstruktion im Vordergrund: Fatih Cimdiken setzt sich in seiner Kunst mit inszenierter Fotografie und audiovisuellen Medien auseinander und thematisiert Erinnerungen der Kindheit, die Mode als Kunst und Fragen der Existenz. Für sein Projekt im Stadtpark führt er seine Modeserie fort und kreiert ein Kleid aus den Resten der abgeschlossenen Installation. Was am Ende bleibt, ist eine inszenierte Modenshow auf einem zerstörten Objekt im Park. Cimdiken studiert Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie bei Prof.in Ricarda Roggan und Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.


Waed Alhajis Schwerpunkt liegt auf der Beschäftigung mit der Skulptur. Er arbeitet vornehmlich mit Ton und Gips. Im Stadtpark Leonberg wird er ebenfalls am 29. April seine zerstörten Tonskulpturen mit der beschädigten Installation Bernd Oppls kombinieren. Alhajis studiert nach seinem Kunststudium in Aleppo nun an der abk Stuttgart in der Fachklasse von Prof.in Susanne Windelen Kunst und Intermediales Gestalten bei Prof.in Antonia Low.

abk Stuttgart

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ist mit rund 900 Studierenden und 20 Studiengängen im freien und angewandten Bereich eine der ältesten und größten Kunsthochschulen Deutschlands.


Mitmachen!

Die Arbeit "mapping.minds" von Nora Cherki geht der Raumwahrnehmung, den Eindrücken zur Installation und den dort stattfindenden Eingriffen im Stadtpark nach. Die gesammelten Kommentare werden zu einer Mind Map weiterverarbeitet.

Wer Teil dieser künstlerischen Arbeit werden möchten, kann die eigenen Eindrücke und Kommentare bis zum 26.04.21, um 12 Uhr an mind.mapping@outlook.de senden und die Arbeit auf www.instagram.com/abk_intermedialesgestalten und www.koerperraumnarration.net/projekte verfolgen.


Kunst in Zeiten von Corona

Um die aufgrund der Pandemie notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen einhalten zu können, arbeiten die Studierenden jeweils alleine oder zu zweit.

Spaziergänger und Passanten sind aufgefordert, die erforderlichen Abstände untereinander sowie zu den Studierenden einzuhalten.

Fotodokumentation

Die Arbeit der Studierenden kann unter www.instagram.com/abk_intermedialesgestalten sowie www.instagram.com/ks.leonberg und hier auf der Homepage der Stadt Leonberg verfolgt werden.

 

 

Kontakt

Frau Katja Rohloff
Sachgebietsleitung Kultur
Amt für Kultur und Sport

Belforter Platz 1
71229 Leonberg
 
Telefonnummer 07152 990-1423

Faxnummer 07152 990-1490





Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Belforter Platz 1
71229 Leonberg
 
Telefonnummer 07152 990-1011

Telefonnummer 07152 990-1020



Raum Rathaus Leonberg Belforter Platz, Zi. 05.14




 

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