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15.05.2020

Jugendmusikschule: erster Präsenzunterricht findet wieder statt 

Seit dem gestrigen Donnerstag, 14. Mai findet – unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen – wieder erster Präsenzunterricht ausgewählter Fächer an der Jugendmusikschule statt.

Start vor Ort mit ersten Fächern

Der Präsenzunterricht darf seit gestern wieder an der Jugendmusikschule stattfinden für Streich-, Zupf-, Schlag- und Tasteninstrumente sowie für Musiktheorie und Komposition zur Berufs- und Studienvorbereitung.

Blasinstrumente, Gesang und der Unterricht in kleineren sowie größeren Gruppen und Ensembles folgen, sobald die Genehmigung seitens der Landesregierung vorliegt. In diesen Fächern soll – soweit möglich – weiterhin virtuell unterrichtet werden.

"In einer dritten Phase hoffen wir auf die Genehmigung für größere Gruppen – wie etwa Eltern-Kind, Rhythmik und Angebote in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen", so Jugendmusikschulleiterin Sibylle Lützner.

Genaue Hygienevorgaben

Die Hygienevorgaben zum nun startenden Präsenzunterricht sehen, neben den allgemein gültigen, unter anderem vor, dass Schüler nur im Ausnahmefall von einer Person begleitet werden dürfen.

Auch sind die Eingangstüren zu den Gebäuden verschlossen, Schüler sollen nicht klingeln, sie werden von der Lehrkraft am Eingang abgeholt.

Zudem ist es geboten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sofern die musikpädagogische Arbeit dadurch nicht unverhältnismäßig behindert wird.

Der komplette Hygieneplan der Jugendmusikschule ist online unter www.leonberg.de/Jugendmusikschule abrufbar.

Gebühren wurden nicht abgebucht

"Zuletzt fand der Unterricht an der Jugendmusikschule nur virtuell statt. Die Gebühren für den Monat April haben wir entsprechend nicht abgebucht", erklärt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und ergänzt: "Die Gebühren für den März wurden zurückerstattet."

Vorbereitungen für das neue Semester laufen

Parallel zur schrittweisen Wiederöffnung laufen bereits jetzt die Vorbereitungen für das nächste Semester.

Abmeldungen für das Sommersemester, das am 31. August endet, können bis 15. Juni schriftlich im Sekretariat eingereicht werden.

Für das Wintersemester werden ab Mitte Juni die Schülerinnen und Schüler eingeteilt, die ab September 2020 mit dem Unterricht beginnen wollen.

In den Fächern Blockflöte, Cello, E-Bass, Fagott, Gitarre, Horn, Klarinette, Kontrabass, Oboe, Querflöte, Saxophon, Tiefes Blech, Viola und Violine sind voraussichtlich noch einzelne Plätze vorhanden - genau wie für die Eltern-Kind-Gruppe in Leonberg und Warmbronn sowie Rhythmik in Leonberg (dienstags, 17.15 Uhr).

Welches Instrument für mein Kind?

Die Jugendmusikschule bietet – unter Beachtung der geltenden Hygienemaßgaben – eine persönliche Instrumentenberatung durch die Lehrkräfte oder einen Schnuppertermin an.

Wer sich für Unterricht an der Jugendmusikschule interessiert, kann hierfür ab jetzt Termine über das Büro der Jugendmusikschule vereinbaren.

Hinweis

Aufgrund der derzeitigen Situation finden Beratungen im Sekretariat nur nach vorheriger Anmeldung statt. Termine können telefonisch unter 07152 9901471 oder per E-Mail an jms@leonberg.de vereinbart werden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist auch hier geboten.

Die Bürozeiten des Sekretariats sind Montag bis Donnerstag, von 14 bis 16 Uhr sowie montags von 9 bis 12 Uhr.


Die virtuelle Musikstunde

Seit Inkrafttreten der Corona-Verordnung Mitte März ruhte der Präsenz-Betrieb an der Leonberger Jugendmusikschule. "Dies war für uns jedoch kein Grund, nicht zu unterrichten und gemeinsam zu musizieren", so Musikschulleiterin Sibylle Lützner.

Während der vergangenen Wochen hat sie mit ihrem Team von Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern viele Alternativen ausprobiert, Teile des Unterrichts online fortzuführen. "Teils haben wir auch mit selbstgedrehten Tutorials und Übungsanleitungen, die von den Schülern abgerufen wurden, geübt", so Lützner. Sie ergänzt: "Auch per Telefon wurde zusammen Musik gemacht. Der Kreativität waren kaum Grenzen gesetzt." Sie betont allerdings: "All diese Formate sind auch in dieser Zeit ein Beitrag zur kulturellen Bildung und wichtige pädagogische Maßnahmen, jedoch kein Ersatz für den bisherigen Unterricht."

Gemeinsame Teilnahme am Balkonkonzert

Auch am verbindenden Balkonkonzert, bei dem am Abend des Sonntags am 22. März, um 18 Uhr Hobby- und Profimusiker zeitgleich Beethovens Europahymne erklingen ließen, beteiligten sich Schüler und Lehrer der Leonberger Musikschule.

Online-Kammermusikprojekt

Da Ensembleprojekte weiterhin nicht möglich sind, werden diese auch weiterhin virtuell fortgeführt. Sebastián Montes, der klassische Gitarre unterrichtet, betreut ein Online-Kammermusikprojekt: Er erhält Videos von seinen Schülern mit ihrem jeweiligen Part und fügt diese zusammen. "Die Schüler sind begeistert mit dabei", so sein Resümee.


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Online-Chor-Proben mit 11 Sängern

Sarah Abdallah, Lehrerin für Popular-Gesang und Leiterin des Popchors, hält sogar zu elft Chor-Proben ab.

Sie sagt: "Da kommt die Technik dann zwar an ihre Grenzen und ein gleichzeitiges Singen ist nicht mehr möglich aufgrund der Latenz, aber ein Vorsingen und Vorspielen der mehrstimmigen Parts ermöglicht trotzdem schöne Proben – wer nicht beteiligt ist, hat das Mikrofon stumm geschaltet. Alle Teilnehmer freuen sich, sich trotz der Zwangspause so wiedersehen zu können." 

Bis zu 1.000 Schüler nutzen die virtuellen Angebote

Um die neuen Formate zu etablieren, mussten viele Gespräche geführt werden. Denn bis zu 1.000 Schüler nutzen die virtuellen Angebote der 42 Lehrkräfte. Ensembles wie etwa das Sinfonieorchester Leonberg können derzeit nicht wie sonst proben.

"Natürlich ist der Online-Unterricht für alle Beteiligten gewöhnungsbedürftig und deutlich anders als normaler Präsenz-Unterricht", so Lützner.

Vor allem, so die Musikschulleiterin weiter, sei die Vorbereitung für die Lehrkräfte teils enorm aufwendig im Vergleich zum gewohnten Unterricht. "Manchmal braucht es vor Beginn etwa mehrstündige technische Konfigurationen und diverse Testläufe. Vor allem aufgrund der übertragungsbedingt manchmal schlechten Klangqualität kann das virtuelle Unterrichten auch anstrengend sein."

Durchweg positive Rückmeldungen

Das Feedback der Schüler und Eltern ist jedoch durchweg positiv: "Die Freude des Wiedersehens ist bei allen Schülern zu merken und die Eltern sind froh, dass weiter geübt und geprobt werden kann."

Elternbeirat lobt Präsenz und Kontakt

Elternbeiratsvorsitzende Andrea Bruhn: "Jede Konstante in dieser Ausnahmesituation tut den Kindern gut. Und für die Eltern ist die regelmäßige Präsenz der Lehrer auch eine Entlastung. Parallel zur musikalischen Arbeit ist es schön zu wissen, dass die Kinder nächste Woche wieder angerufen werden bzw. ihr Lehrer online für sie da ist."

Denn in der Regel begleiten die Lehrkräfte der Jugendmusikschule ihre Schüler über mehrere Jahre – die Beziehung ist für die Entwicklung wichtig und förderlich.

Musik - ein Hobby, das bleibt in dieser Zeit

"Da die Kinder und Jugendlichen aktuell mehr Zeit haben als sonst, üben einige auch mehr als sonst. Ein Instrument zu spielen, ist derzeit für viele das einzige Hobby, das weiterläuft", sagt Lützner.