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23.10.2020

Gesundheitsamt Böblingen wird ab Montag von Bundeswehr unterstützt 

Bundeswehr unterstützt im Kontaktpersonenmanagement. Das Landratsamt Böblingen ruft in einer Mitteilung vom gestrigen Donnerstag dazu auf, soziale Kontakte zu reduzieren und die Quarantäneanordnungen strikt einzuhalten.

Steigende Zahlen erschweren die Nachverfolgung

Die Situation im Landkreis Böblingen unterscheidet sich nicht von der in anderen Landkreisen: Die Zahl der infizierten Personen steigt in den letzten Tagen massiv.

"Das Dashboard des Landkreises zeigt heute einen Zuwachs von 64 auf insgesamt 476 Fälle; der Inzidenzwert ist auf 72 gestiegen.", heißt es in der Mitteilung des Landratsamts vom gestrigen Donnerstag, den 22. Oktober. "Wer sich jetzt überlegt, zu wie vielen Menschen jede/r dieser Neuinfizierten zuletzt Kontakt hatte, bekommt einen kleinen Eindruck dessen, was zur Nachverfolgung von Infektionsketten bzw. dazu, dass sich solche Infektionsketten eben nicht fortsetzen, geleistet werden muss."

Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt ab Montag

Das Böblinger Gesundheitsamt wurde zuletzt auch durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen verstärkt. Auch diese sind im Kontaktpersonenmanagement oder in der Hotline eingesetzt. 

Ab kommenden Montag, den 26. Oktober, unterstützen 30 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Stetten am kalten Markt, das Gesundheitsamt. Sie werden im Kontaktpersonenmanagement, der Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt und werden mithelfen, die primären Kontakte einer infizierten Person zu informieren und anzuleiten.

Auch die Kommunen unterstützen das Gesundheitsamt künftig verstärkt bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen.

Zielgerichtetes Testen in Schulklassen und Kitas

Infolge der steigenden Fallzahlen werden auch die Testkapazitäten knapp. Künftig werden bei Ausbrüchen in Schulklassen oder Kitas nur noch die Schülerinnen und Schüler getestet, die unmittelbar in Kontakt waren oder in der Folge Symptome zeigen. Denn die Erfahrungen zeigen den Angaben des Gesundheitsamts Böblingen zufolge, dass bei den Testungen ganzer Klassen oder Gruppen wenige weitere positive Fälle auftreten. 

"Bei allen, die näheren Kontakt hatten, wird die Quarantäne angeordnet und ein Test gemacht, zudem natürlich bei allen, die Symptome zeigen oder als besonders vulnerabel einzustufen sind. Damit gehen wir zielgerichteter vor.", erläutert das Gesundheitsamt Böblingen die künftige Teststrategie, nach der auch andernorts verfahren wird.

Eine Untersuchung des Landesgesundheitsamts hatte das Ergebnis gebracht, dass sich Schülerinnen und Schüler meist nicht in der Schule oder Kita, sondern in der Freizeit oder im Familienverbund anstecken. Landkreisweit seien nach Angaben des Landratsamtes 19 Schulen mit insgesamt 30 Klassen betroffen, eine Kita im Landkreis sei komplett geschlossen. (Stand: Donnerstag, 22. Oktober)

Vorgehen bei auftretenden Fällen in Schulen 

Schulleitungen schicken Klassen, in denen ein Fall aufgetreten ist, zügig vorsorglich nach Hause. Die formale Anordnung der Quarantäne erfolgt ggf. dann vom jeweils zuständigen Rathaus.

"Manchmal kommt der Bescheid aus dem Rathaus schneller als der von uns", erklärt die Leiterin des Gesundheitsamtes. Natürlich gilt dann eine ausgesprochene Quarantäne.

Negativer Test verkürzt die Quarantäne nicht

Im Landkreis Böblingen wird die Quarantäne mit 14 Tagen ab Kontakt mit der infizierten Person ausgesprochen. Ein negativer Test verkürzt die Dauer der Quarantäne nicht, die 14 Tage müssen dennoch eingehalten werden.

Müssen Eltern in Quarantäne?

Die Eltern eines Kontaktkindes müssen in keinem Fall in Quarantäne, da Kontaktpersonen von Kontaktpersonen nur ein geringes Ansteckungsrisiko haben. Weitere Informationen zu den Themen Quarantäne und Kontaktpersonen stehen auf den Internetseiten des Landratsamtes Böblingen unter www.lrabb.de/coronavirus zur Verfügung.

Gesundheitsamt empfiehlt Tests bei Hausärzten und bittet um Geduld

Wer sich medizinischen Rat holen möchte oder ohne Aufforderung des Gesundheitsamts auf einem Test besteht, solle sich bitte an die/den jeweiligen Hausarzt/ärztin wenden, empfiehlt das Gesundheitsamt.

Im Gesundheitsamt müsse man sich nun in erster Linie darauf konzentrieren, den Kontakt mit infizierten Personen zu halten bzw. deren weitere Kontakte entsprechend zu informieren und das Ausbruchsgeschehen weiter unter Kontrolle zu halten. Das Gesundheitsamt bittet daher darum, im Zweifel geduldig zu warten, bis sich das Gesundheitsamt meldet – und in der Zwischenzeit in jedem Fall die Kontakte freiwillig zu reduzieren.

Jetzt freiwillig Kontakte reduzieren!

Je vernünftiger wir uns jetzt verhalten, umso weniger gesetzliche Beschränkungen werden folgen. Nicht alle Grenzen der aktuellen Vorschriften müssen ausgereizt werden. Vielmehr müssen Kontakte jetzt auf freiwilliger Basis auf ein Minimum reduziert werden.

Schützen wir uns gemeinsam, halten wir uns an die gesetzlichen Vorgaben, beachten wir die AHA-Regel mit Abstand, Hygieneregeln und Tragen einer Alltagsmaske, nutzen wir die Corona-App und lüften wir häufig und ausgiebig!